Kapitel 1

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Schon seit Stunden quälten mich diese komischen Aufgaben. Das Video, welches ich mir jetzt schon zum 5. Mal anguckte, half mir auch nicht weiter. Wie sollte ich die Formel auflösen? Nach z. Okay, aber löst man hier nicht nach x auf? Warum labert die Frau in dem Video etwas von Dreiecken, ging es nicht um Statistik? Uhhhhrrggg... Schlagartig verstummte die grelle Stimme, als ich den Computer zuschlug. 

Eine kurze braune Strähne hing aus meinem Messy Bun und legte sich dierekt auf mein linkes Auge. Ich pustete sie an und sie wurde durch die Luft gewirbelt, fand ihren Platz jedoch schnell wieder. Ich schloss für einen kurzen Moment die Lieder und guckte dann auf die Uhr. Es war 10. 28 Uhr. Ich hatte eh nur noch eine halbe Stunde Zeit bevor ich losmusste. Nachdem ich mich von meinem Stuhl erhoben hatte, trugen meine Füße mich zum Kleiderschrank. In diesem herrschte gähnende Leere und mein Blick wanderte zum überfüllten Wäschekorb. Dann eben die Klamotten von gestern.

Pünktlich um 11 Uhr ging ich aus meiner kleinen Einzimmerwohnung und schloss die Haustür sorgfältig ab. Der Hausflur war wie immer nicht geputzt und ich wäre fast auf der Treppe ausgerutscht, nachdem eine riesige Kakerlake an mir vorbeiflitzte. Ich steckte mir meine weißen Kopfhörer in die Ohren und sofort begann die Musik. Die >>Magic Boys<< waren noch nicht sehr bekannt, aber ihre Stimmen verzauberten mich jedes mal. Ich musste in mich hineinschmunzeln. Das passte ja. An der nächsten Ecke standen drei Typen, welche mich aufmerksam beobachteten. Der mit dem roten Cappy bückte sich zu einer der zwei Bierkisten an seinen Füßen und gab, ohne den Blick von mir zu wenden, seinen Jungs jedem eine neue Flasche. Ich kannte die drei. Wenn sie nicht gerade betrunken waren, konnte man sich sogar mit ihnen unterhalten. Aber so? Kopf hoch.

 Gerade heraus stolzierte ich durch mein heruntergekommenes Virtel, vorbei an kleinen Kiosks und abgeranzten Spielplätzen, auf denen eh kein Kind mehr spielte, zur Bushaltestelle. Dort stand auch schon meine Linie 56 zum Winkerplatz und von dort aus mit dem Zug zum Bahnhof. Als ich aus dem Fenster der überfüllten Bahn guckte, sah ich die Welt an mir vorbeirasen. Große und kleine Häuse reihten sich dicht an dicht aneinander und machten auf mich alle den selben Eindruck. Müde und eintönig. Wahrscheinlich spiegelten sie nur meine eigene Stimmung wieder. Seitdem ich die Schule abbrechen musste war es immer nur das gleiche...

Das Vibrieren meines Handys holte mich zurück aus meinen Gedanken. Ich hatte eine SMS von Oma bekommen: >> Hallo mein Alinaschätzelchen <3, kommst du mich heute nach der Arbeit besuchen? Wir könnten zu deinem Lieblingschinesen gehen. Sag mir bitte Bescheid. Hab einen schönen Tag. Bussi Oma << Stimmt, in den letzten Wochen hatte ich sie kaum gesehen. Mit flinken Fingern schrieb ich ihr, dass ich sehr gern sehen würden und fragte sie wann wir uns treffen würden. In letzter Zeit war einfach alles zu viel und ich ging auch noch am Sonntag arbeiten, da die Miete erhöht wurde.

Als ich endlich aus der stickigen Bahn Ausstieg musste ich mich erst einmal durch eine Menschenmasse kämpfen. Ich verließ den Bahnhof und ein paar Straßen weiter würde es ruhiger und ich schritt geradewegs auf ein pompöses Hotel zu. Es war ein riesiges Gebäude mit vielen Säulen und Verzierungen. Durch eine gläserne Drehtür betrat man eine große mamorne Halle, deren Decke mit unzähligen Gemälden verziert war. Ein paar Damen standen am Empfang. Sie trugen komische Kleider mit Rüschchen und einem definitiv zu tiefen Ausschnitt. Naja, ein Normalsterblicher wie ich konnte eben nicht verstehen, was in der High Society gerade der letzte Schrei war. Sie musterten mich im Vorbeigehen mit einem abwertenden Blick. Ich hingegen setzte ein gespieltes Lächeln auf.

Nachdem ich meine nette Kollegin am Empfang gegrüßt hatte verschwand ich in einen unauffälligen Gang an der Seite. Hinter der dritten Tür von rechts befand sich ein Dienstbootenzimmer. Im Gegensatz zum Rest des Hotels war es sehr schlicht eingerichtet. Zu meiner Überraschung hielt sich gerade keiner darin auf und ich nahm mir einen Kaffe aus der Thermoskanne, die auf dem Couchtisch stand. Er schmeckte nicht sonderlich gut und war auch nur noch lauwarm, aber er gab mir neue Energie. Nachdem ich in die blaue Uniform mit der weißen Krawatte geschlüpft war, verstaute ich meine Sachen in einen der kleinen Spinde. Es war 12.30 Uhr und ich bereit für einen neuen Tag als Laufmädchen.

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Jaij, erstes Kapitel geschafft. Ich hoffe es hat euch gefallen.Entschuldigt bitte die kleinen Rechtschreib-und Grammatikfehler. Ich wünsche euch noch einen schönen Tag. Bussi

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