*My last made me feel like I would never try again
But when I saw you, I felt something I never felt*
Sobald ich alleine war, fing ich an mir Gedanken zu machen, egal über was. Schule, Jungs, Familie, die Zukunft.
So lag ich komplett in Gedanken versunken mal wieder auf meinem Teppich. Und dann...
Musik.
Ich hörte Musik. Und es war wunderschön. Sie erklang aus weiter Entfernung durch mein offenes Fenster und ich war sofort verliebt in das mir unbekannte Stück, das jemand mit der Gitarre spielte. Ich wollte wissen woher es kommt und vor allem von wem. Ich trat an mein Fenster, konnte aber nichts erkennen. Mein Fenster war nicht auf die Straße gerichtet, sondern zeigte in unseren Garten. So war es kein Wunder, dass ich nichts sehen konnte.
So entschied ich mich, aus dem Haus zu gehen, um eben schauen zu können wer um Alles in der Welt so gut Gitarre spielen konnte. Jeansjacke an, in meine Nike-Turnschuhe geschlüpft und schon stand ich draußen und war total überrascht als ich sah, was ich sah.
Das Haus gegenüber. Balkon seitlich des Hauses. Gut aussehender Junge. MIT DER GITARRE IN DER HAND. Wow.
Menschen die ein Musikinstrument spielen, machen auf mich schon immer einen attraktiven Eindruck. Ich finde es so beneidenswert, auch, weil ich es einfach nicht kann. Der Junge war total vertieft in sein Gitarrenspiel, dass er mich gar nicht bemerkte. Er bemerkte auch sonst nichts in seinem Umfeld. Es gab nur ihn und seine Gitarre. Wow.
Kurz entschlossen ging ich über die Straße, stellte mich unter die Veranda und blickte zu ihm hinauf. Wenige Meter trennten uns.
Was genau machst du da, Zoey? Bist du jetzt verrückt geworden?
Das Gitarrenspiel stoppte.
"Hi?". Er blickte verwirrt zu mir hinunter.
"Ähm, hi."
Okay unangenehm. UNANGENEHM.
"Also ich, ähm, dachte, ich sollte dir sagen, dass du wirklich gut Gitarre spielen kannst."
Heilige Scheiße. Er wird denken ich hab sie nicht Alle..
"Oh, danke. Aber das weiß ich selbst."
Bitte was hat er da gesagt? Das weiß er selbst? Okay, Rückzug – Arrogantes Arschloch gesichtet. Das einzige was er kann, scheint wohl leider Gitarre spielen zu können.
Peinlich berührt, aber auch enttäuscht von seiner Art, visierte ich wieder die Straße und unser Haus an und ging mit schnellen Schritten zurück.
"Warte!".
Plötzlich stand er hinter mir und hielt mich am Arm fest. Wie konnte er plötzlich so schnell bei mir sein? Und was sollte dieses Gribbeln in meinem Bauch bedeuten, das durch die Berührung an meinem Arm ausgelöst wurde?
Noch bevor ich etwas sagen konnte, sprach er weiter.
"Du bist ja echt süß. Und traust dich was... "
"Naja, so wie du reagiert hast, wusstest du diese Geste nicht wirklich zu schätzen."
"Weißt du, ich neige dazu, etwas ironisch zu sein, wenn man mir Komplimente macht. Es ist manchmal schwerer diese anzunehmen, als man denkt."
Okay ja, verständlich. Doch kein arrogantes Arschloch?
Ich schaue ihn nur etwas irritiert an und weiß nicht wie ich reagieren soll. Außerdem fühlte ich mich nicht wirklich in der Lage, gerade irgendetwas zu sagen.
Woher kam nur plötzlich dieses Gefühl in meinem Bauch?
"Ja ich weiß, das ist eine komische Art damit umzugehen und es tut mir leid, dass ich dich damit verschreckt habe."
Noch immer bin ich nicht in der Lage irgendwas zu sagen.
Warum hat es mir nur plötzlich so die Sprache verschlagen?
"Aber es kommt auch nicht alle Tage vor, dass plötzlich ein bildhübsches Mädchen vor einem steht und einem auch noch mit einem Kompliment entgegen kommt."
Ein Grinsen huscht über mein Gesicht. Bildhübsches Mädchen. Er hat mich bildhübsch genannt.
Endlich konnte ich wieder Worte fassen und versuchte irgendwie Verständnis zu zeigen.
"
Also, ich hätte vielleicht auch etwas anders reagieren sollen, als dir direkt wieder den Rücken zuzukehren. Mir fällt es eigentlich genauso schwer Komplimente anzunehmen."
Er sieht mich an und muss lächeln. Oh mein Gott, was für ein Lächeln.
"Auf arrogante Menschen kann ich nur zu gerne in meinem Leben verzichten, deshalb hab ich wohl so radikal reagiert."
Sein Lächeln schwindet.
"Es tut mir leid, dass ich dir direkt solch einen negativen Eindruck von mir geben habe. Ich bin eigentlich nicht so. Glaub mir, arrogante Menschen sind auch für mich das Schlimmste, was es geben könnte."
Seine Worte haben so einen Unterton, der vermuten lässt, dass er schon einiges durchmachen musste und wirklich Nichts von solchen Menschen hält. Genauso, wie ich.
Denk nicht daran.
"Na dann, war es wohl ein großes Missverständnis, dich direkt als schlechten Menschen abzustempeln. Du bist mir jetzt doch recht sympathisch geworden." Ich lächle ihn an.
"Und ich werde dich nie wieder so verwirren und dir solch ein falsches Bild von mir geben. Versprochen." Er erwidert mein Lächeln.
"Dann sind wir nun ja auf einem guten Weg, Freunde zu werden."
Jetzt muss er lachen.
"Ja, da bin ich ganz deiner Meinung.“
Plötzlich kneift er die Augen zusammen.
"Verrätst du mir jetzt auch noch deinen Namen, oder bleibt das fürs erste ein Geheimnis?"
"Kommt ganz darauf an, ob du mir deinen auch verrätst."
"Kaleb", er lächelt.
"Ally." Ich strecke ihm die Hand entgegen. Er erwidert meine Geste und sagt daraufhin:
"Schön dich kennenzulernen, Ally, die wirklich sehr mutig ist."
"Die Freude ist ganz meiner Seits, Kaleb, der etwas anders mit Komplimenten umgeht, als normale Menschen."
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The Boy Next Door
RomanceAlles fing mit einer total schrägen Begegnung an und keiner von beiden hätte sich jemals ausmalen können, was aus dieser Begegnung noch werden würde. Sie ergreift die Initiative ihn anzusprechen, weil sie so begeistert von seinem Gitarrenspiel ist...
