Zu lange kämpfe ich bereits mit dem allein.
Wie lange soll das noch so weiter gehen?
Was soll ich tun? Bis in die Ewigkeit so weiterleben?
Und damals wusste ich mein sorgloses Leben nicht zu schätzen, zu schnell wollte ich ins Leben der Erwachsenen eintauchen. Immer war ich dort, wo ich nicht hätte sein sollen. Immer tat ich das, was ich nicht hätte tun sollen.
Als wir noch Kinder waren, schien ein Tag so endlos zu sein. Wir waren verrückt, jung. Ich wünschte, ich könnte wieder dorthin zurück.
Aber das Leben ist nunmal kein Spiel, welches du immer wieder von Neuem starten kannst, solange bis du gewinnst und mit dem Ergebnis zufrieden bist. Häufig kommt die Flut, wenn du auf die Ebbe wartest...
Diese Tage sind nun fort und kommen auch nicht wieder, das ist mir klar.
Manchmal überlegte ich mir, ob ich mich nicht einfach gemütlich zurücklehnen, alles aus einer Ecke betrachten und geduldig abwarten soll. Das hab ich auch probiert, ich schwöre es dir.
Zumindest habe ich es versucht. Aber keine Chance. Wie oft hab ich angefangen zu weinen. Wie ein kleines Weichei saß ich allein in meinem Zimmer, als ich begriffen habe, dass du nicht mehr da bist.
Jedem habe ich erzählt, dass mir nichts fehlt, dass ich mich gut fühle.
Dabei warst du mein Blut, mein Leben, mein Thema. Du warst mein Engel unter tausend Huren.
Auch wenn du und ich noch 100 weitere Male lieben sollten, würden wir nicht befreundet sein. Egal, wie sehr du es dir wünscht.
Anscheinend hast du auch schon eine Neue.
Verrätst du mir, wie sie dich jetzt nennt? So wie ich dich nannte? Der Gedanke ekelt mich an...
Ich erinnere mich noch an jedes Detail, als wir dort lagen, nackt im Bett. Jede Stelle deines Körpers ist mir noch vertraut, obwohl es solange her ist, dass ich dich das letzte Mal sah.
Deinen Anblick vergisst man eben nicht so leicht.
Niemand hat mich so berührt, wie du. Ich wollte es unbedingt mit dir. Nur mit dir. Ich weiß wirklich nicht, ob ich das heute bereuen soll.
Niemals sollen mich bei der Entscheidung Bedenken quälen. Mir soll es nie weh tun, wenn ich meinen Körper hergebe. Ich soll es nur dem geben, den ich liebe, dann wird alles gut. Das hast du gesagt.
Bist du jetzt glücklich mit ihr? Hast du gefunden, wonach du gesucht hast?
Jede Minute mit dir hält mir ewiges Glück vor Augen und was ich alles hätte haben können. Denn du bist alles, was ich je wollte.
Aber deine Nähe kann ich nicht mehr ertragen. Erst recht nicht, wenn ich dran denken muss, dass sie jede Nacht bei dir im Bett liegen darf. Und dir gefältt es doch, oder?
Dass du eine Hure in dein Elternhaus gebracht hast und mich nicht. Dann wünsche ich mir innerlich, zu sterben.
Wieso erwartest du von mir, dass ich so tue, als ob das völlig in Ordnung ist, was du hier mit mir abziehst?
Ich verrate dir etwas, das ist es nicht.
Wie stellst du dir eine Freundschaft vor, nachdem wir alle körperlichen und seelischen Grenzen zwischen uns überschritten haben. Die "Friendzone" existiert bei uns nicht mehr.
Womöglich kann sich aus Freundschaft Liebe entwickeln, aber bestimmt nicht anders rum.
Vielleicht ist es besser so.
Zu viele Unterschiede, das ist unser größtes Problem. Wir haben nichts gemeinsam. Du möchtest geliebt werden. Du brauchst deine "Freunde" und Leute um dich. Insgeheim warst du schon immer einer dieser ekligen Menschen, die alles für einen Funken Aufmerksamkeit tun würden. Hättest du diese hässliche Eigenschaft von dir früher offenbart...
Ich war dir nie genug. Egal was ich tat, egal wie sehr ich mich anstrengte, nichts wahr dir je genug. Nichts wird dir je genug sein!
Du hörst auf die falschen Schlangen, die um dich herumschleichen, wie der Jäger um seine Beute, und kannst nicht mehr zwischen Freund und Feind unterscheiden. Mittlerweile denke ich sogar, dass du überhaupt nicht mehr unterscheiden willst. Oder siehst du tatsächlich nicht, mit wem du dich abgibst?
Früher wärst du an diesen Leuten vorbeigegangen, ohne mit der Wimper zu zucken. Heute bist du mit ihnen draußen auf der Straße und kiffst dir alle Gehirnzellen weg.
Das schlimmste dabei ist, dass du dir ernsthaft cool vorkommst. ERSNTHAFT. Du lebst in einer eigenen Welt, zu der niemand Zutritt hat.
Lustig, wenn ich mich daran erinnere, dass du meinen Zigarettengestank nicht ab konntest und mich dafür täglich verurteilt hast. Bild ich mir die Ironie nur ein? Was meinst du?
Du hättest dich für die Zigeretten entscheiden sollen.
Da wo du heute bist, wolltest du nie sein. Die Hauptsache ist, dass du nicht allein bist, dann ist bei dir jeder herzlich willkommen, richtig?
Hauptsache es geht um dich. Hauptsache kein Stress.
Wer bist du überhaupt? Haust du jemals darüber nachgedacht? Wahrscheinlich sind dir solche Gedanken zu anstrengend, also hältst du deine Birne brav auf Ruhemodus.
Mir hingegen ist es scheiß egal, wer was von mir hält. Es ist mir ZIEMLICH peinlich, gestehen zu müssen, dass du vielleicht die Ausnahme bist.
Du weißt ganz genau, dass ich mir selbst immer treu geblieben bin. Lieber schmor ich in der Hölle, bevor ich meine Überzeugungen ablege, nur um von ein paar Möchtegerngangstern, deren Lebensaufgabe es ist, sich nachts auf dem Lidl-Parkplatz zu treffen, akzeptiert zu werden. Deine Illoyalität zu dir selbst erschreckt mich.
Ich war auch lange Zeit traurig darüber. Es gibt nichts Schlimmeres in diesem Leben, als mit ansehen zu müssen, wie sich geliebte Menschen selbst zu Grunde richten. Und niemand kann dagegen etwas ausrichten. Ich bin gezwungen, das mit anzusehen. Es tut weh.
Du bist nicht mutig, weil nur Mutige lieben. Nur Mutige zeigen Gefühle offen und stehen zu dem, was sie sagen.
Wieso suchst du die wahre Liebe in einer Masse volller Lügen? Wieso hast du noch immer Bilder von mir? Ich dachte, du wärst glücklich mit ihr, mit deinem Leben. Ich dachte, du bist zufrieden.
Das ist das Problem, wenn man wirklich liebt. Man kennt jede Facette dieser Person in und auswendig.
Übrigens, der 2.11., mein Geburtstag. Heute. Du hast dich nicht bei mir gemeldet. Du hast mich nicht angerufen, obwohl dir alle Möglichkeiten offen lagen.
Nein, wir sind nichts mehr, keine Freunde, kein Paar.
Ich wünsche, dass alles in deinem Leben so läuft, wie du es dir vorstellst.
Ich wünsche dir das Beste, Niall.
Lebwohl,
Meg
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Tides
RomansaNiall Horan FF Es gibt Gezeiten im Leben des Menschen, und weiß er die Flut zu nutzen; dann hebt sie ihn empor zum Glück. - William Shakespeare
