Aufgeregt trat ich meinen Weg nach draußen auf den Schulhof an, wo auf dem Sportplatz, umgeben von Bäumen auf der roten Rennstrecke, neben dem Fußballplatz meine neue Klasse warten sollte.
Gehetzt ignorierte ich einige Kollegen und Schüler, die mich ansprachen, um ja nicht in ein Gespräch verwickelt zu werden (was machten die überhaupt so kurz vor acht noch irgendwo auf den Schulfluren?) und schaffte es gerade noch pünktlich auf den Schulhof, über den ich leider noch komplett hinüber musste.
Peinlich, dachte ich mir. Was sollte meine Klasse von diesem ersten Eindruck halten?
Es wäre zuträglich gewesen, hätte ich einfach mal auf meinen blöden Kaffee verzichten können, aber dann wäre ich vermutlich einfach vor ihnen beim Vortrag über das Inhaltliche des Schuljahres und die Abläufe des Schullebens eingenickt.
Nicht nur für Schüler war so etwas langweilig, auch die meisten Kollegen hatten wahrlich genug davon, nur, dass sie es sich natürlich nicht anmerken lassen durften.
Auf dem Sportplatz angekommen, war ich unter den Lehrern zum Glück nicht die Letzte, doch abgesehen von 2 Klassen, waren alle schon fort und erhielten in ihren Räumen bereits eine Unterweisung.
Ich begegnete den neugierigen Blicken von ein paar Schülern, als ich mit den Augen die Ausschilderung mit der Aufschrift "Klasse B" ausfindig zu machen versuchte und einige der Neulinge begannen untereinander zu tuscheln.
Schön, dass sie sich bereits kennenlernten, aber ich hoffte inständig, dass ich nicht von vornherein bei ihnen allen unten durch war.
"Klasse B", hörte ich nun ein paar Schüler rufen und erleichtert ging ich den Stimmen nach, dann fiel mir auch endlich das Schild auf, dass hochgehalten wurde, von einem kleinen Jungen, der niedlich grinste.
Er erinnerte mich etwas an meinen eigenen Sohn, doch ich konzentrierte mich nun besser auf meine Aufgaben als Lehrerin.
"Guten Morgen Klasse 7B! Ich bin Frau Fuchs und ab heute eure Klassenlehrerin, entschuldigt ganz doll die Verspätung gleich am ersten Tag."
"Kein Problem!", riefen einige Schüler durcheinander, während ein paar sich grummelnd beschwerten. Das waren bestimmt genau die, die am Ende selbst immer zu spät waren, vermutete ich.
"Ich geb mir demnächst mehr Mühe. Jetzt aber los, Kinder. Zwar bin ich Schuld an der Verzögerung, aber dennoch wollt ihr doch, dass alles zeitnah wieder vorbei ist."
Ein paar der Schüler sahen es nicht so, was wohl daran lag, dass sie noch alle ganz motiviert waren, nun da sie neu am Gymnasium waren, aber der Großteil stimmte mir zu und ich hörte sogar ein:" Endlich mal ne Lehrerin, die uns versteht. "
" Folgt mir. ", säuselte ich.
Mal wieder ärgerte ich mich ein wenig über meine recht leise Stimme, doch war sie eigentlich eher ein Segen, denn im Unterricht mussten alle leise sein, ansonsten hörte man mich nicht annähernd und zum Glück hatte ich doch eine gewisse Autorität.
Die Gruppe kleiner Schüler folgte mir über den Schulhof zurück ins Gebäude und ein Murmeln rollte hinter mir her, gemischt mit vielen leisen Schritten, die den Kies knirschen ließen.
Ich führte meine Kleinen bis nach oben in den dritten Stock, wobei sich erstaunlich wenige über die vielen Stufen beschwerten und schloss dann den Raum ganz am Ende des Ganges auf, der nun mein neuer Klassenraum sein würde.
Ich sprach alles Organisatorische, das anstand an, teilte ein paar Infoblätter und Stundenpläne, sowie die Hausordnung zum Unterschreiben aus und war froh, als nun der Teil war, in dem Schüler Fragen stellen durften.
Das war manchmal noch ganz lustig, da einige kreative Köpfe darunter sein konnten, die völlig abgefahrene Fragen im Petto hatten.
"Hat sich das Gesetz geändert, weil mein Papa sagt Drogen sind generell verboten, warum steht das extra nochmal in der Hausordnung darin?", fragte ein kleiner dicklicher Junge zum Beispiel und ich muss sagen, dass er recht mit so einer Frage hatte. Seine Deutschlehrerin würde allerhand zu tun haben, fiel mir allerdings direkt auf, anhand seiner 2 Fehler in diesem einen Satz.
" Mit dem Gesetz ist alles gleich geblieben in diesem Punkt. Nur, da so viele Schüler und Schülerinnen es scheinbar nicht kennen, hat die Schule beschlossen euch lieber nochmal darauf aufmerksam zu machen."
Man sah den Schülern ihre Verwirrung an und ich fragte mich was sie nun so verwirrt hatte.
" Drogen sind sowas wie Alkohol. ", antwortete ich und lag richtig damit, dass das ihre Verwirrung ausgelöst hatte.
"Papa sagt immer Alkohol ist gesund.", hörte ich ein Mädchen aus der zweiten Reihe, das mir zuvor nicht aufgefallen war und ich starrte sie perplex an, während ihre Klasse in Gelächter ausbrach und sie in Grund und Boden sinken ließ.
Ihre schwarzen, langen Haare glänzten wie Seide und ihre dunkelbraunen Augen schimmerten leicht golden.
"Damit hat dein Vater aber Unrecht.", wandte ich mich an sie und mir fiel erst in diesem Moment ein, dass ich noch die Namensvorstellungsrunde vergessen hatte.
Ich führte meine Klasse nach ebenjener nur noch eine Runde durch das Schulhaus mit seinen grünen und blauen Wänden und den tiefschwarzen Türen mit den vielen Plakaten, dann entließ ich sie nach Hause.
An diesem Tag hatte ich sie das erste Mal gesehen und mir war ihre Schönheit zwar aufgefallen, aber sie war eine ganz normale Schülerin für mich und mittlerweile wünsche ich mir diese Zeit einfach nur noch zurück.
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Stop lovin' me honey
Romance(Schülerin Lehrerin) Ich bin Lehrerin, unterrichte auf einem Gymnasium Musik, Kunst und Englisch, wo ich ebenfalls einer Klasse als Bezugsperson zur Seite stehe und genau damit kommen wir zu meinem Problem. Kim Loona ist eine Schülerin in dieser Kl...
