Chapter 1

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Hi. Ich bin Ruby, 17 Jahre und mein Leben ist nichts besonderes. In 100 Jahren werden die Menschen ihre Geschichtsbücher aufschlagen und etwas über den Klimawandel, Angela Merkel und den Iran Krieg lesen. Meine Geschichte ist im Vergleich verflixt irrelevant. Du bist trotzdem hier und irgendwie ist das cool von dir. Also nimm dir dein Popcorn, lehn dich zurück und genieße die Show. Willkommen in meiner Welt...

Das schrille Klingeln meines Handy Weckers riss mich aus dem Schlaf. Ich schaltete ihn aus und schloss meine Augen noch ein letztes Mal. Nach ca. 10 Minuten rappelte ich mich jedoch auf und stieg aus dem Bett. Ein weiterer Tag. Ein weiteres Elend. Man könnte meinen ich habe das langweiligste Leben überhaupt und vermutlich ist das auch so. Gott ich würde mir die Haare rausreißen vor Freude, würde mir etwas passieren wie in diesen pups romantischen Filmen. Ein Umzug in eine große Villa mit einem „hotten Bad-Boy„ auf meiner Schule, wäre nur eins der vielen Szenarien die mein Leben wohl interessanter machen würden. „Würde jemand ein Buch über mich schreiben, keiner würde es lesen!"

Ich nahm mein Handy und sah auf den Display. Keine Nachrichten. Ich bin seit 17 Jahren im selben Ort, seit Jahren auf der selben Schule und ich bin trotz allem unsichtbar. Irgendwie habe ich es trotzdem geschafft 2 Freundinnen zu finden, aber sie sind beide sehr attraktiv und die Jungs rennen ihnen hinterher, wie sabbernde Hunde einem Leckerli, während ich einfach daneben stehe. Ach warte jetzt erfülle ich doch ein Klischee, das des Mädchens, das im Schatten ihre Freundinnen steht. Bis auf die Tatsache, dass wohl niemals ein gut aussehender Typ mich beachtet und ich auf einmal zur Schönheitskönigin aufsteige, wie es in den meisten Filmen der Fall ist.

Nachdem ich mich fertig gemacht habe laufe ich los. Ich hole meine Kopfhörer aus meinen Taschen und während ich mich, wie man meinen könnte, von jedem Klischee zu distanzieren versuche, kann mir dieses Klischee niemand nehmen. Meine Musik. Sie hilft mir in meinen besten und schlechtesten Zeiten. Sie hilft meinem Kopf klar zu bleiben und meine Gedanken zu strukturieren. Für mich hat dieser Spruch „Musik an. Welt aus." eine echte Bedeutung. Doch heute scheint das alles nicht zu funktionieren, denn meine Gedanken rasen durch meinen Kopf, während ich versuche einen nach dem anderen abzufangen. Doch sie gleiten mir durch die Finger wie feiner Sand.

Plötzlich viel mir wieder eine Situation ein in der ich erst letzte Woche war. Es war auf einer Party und meine Gedanken waren zu diesem Zeitpunkt wieder nicht zu stoppen. Natürlich konnte ich das niemanden bemerken lassen. Als mich jemand von hinten antippte, und mich so aus meiner Welt holte, unterdrückte ich einen kurzen Aufschrei, den sowieso niemand gehört hätte. Aus den Boxen dröhnte die Musik von allen Seiten auf einen ein. Man könnte meinen, dass ich mich deshalb hätte wohl fühlen können, doch nicht an diesem Tag. Jake stand hinter mir und grinste mich an. Er war ziemlich groß und laut. Er war verdammt laut und ihm war so gut wie nie etwas peinlich. Insgeheim bewundere ich ihn manchmal ein bisschen, aber er eckte auch oft mit seiner Art an und das liegt überhaupt nicht in meiner Natur. Ich will nett sein. Immer. „Hey!", schrie er mir entgegen. Das Getränk in seinem Glas schwappte hin und her während er mich mit seinen bereits glühenden Wangen und glasigen Augen musterte.

„Hastn du dleine Frindssss irgendwo gesehn?" Mir schlug eine heftige Fahne entgegen als er mir die Worte ins Gesicht schrie. Verdammt diese Musik war echt laut. Ich schüttelte den Kopf, als er auch schon meine Hand packte und mich nach draußen zerrte. Draußen war es kalt. Sehr kalt und meine Jacke lag noch drinnen, doch Jake kannte keine Gnade. Unbeirrt von meinem Schlottern, zog er mich weiter und faselte mich währenddessen voll, dass meine Freundinnen „halt absolut geil wären und er es deshalb nicht lassen könnte".

Ich hatte keinen Plan wovon er sprach, bis er schließlich sagte: „Jedenfalls bist du nicht so geil, aber um mir zu helfen, deine Freundinnen zu finden, gehst du schon klar." Er war betrunken. Sehr betrunken, aber es stimmte was er sagte. Trotzdem tat es verflixt nochmal weh. Ich riss mich, ohne ein weiteres Wort, los und rannte davon. 5 Minuten später fand ich meine zwei Freundinnen. Sie sahen schwer beschäftigt aus mit irgendwelchen Typen. Also schnappte ich mir die nächst beste Flasche um meine Wut und irgendwie auch Trauer zu ersaufen.

Während ich in Gedanken diese Geschichte durchging erfüllte mich der rasende Gedankenschwall den ich zu dem Zeitpunkt hatte wieder. Jedoch war ich mittlerweile an der Schule angekommen und der Unterricht würde jede Sekunde beginnen.

Ab diesem Moment hatte ich trotz allem plötzlich das schlagartige Verlangen etwas zu ändern. Etwas an meiner, etwas an DIESER Geschichte. Und damit Herzlichen Glückwunsch an dich, du hast Sitze in der ersten Reihe.

Naabot mo na ang dulo ng mga na-publish na parte.

⏰ Huling update: Jan 27, 2020 ⏰

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