Hallo.
Also ich stelle mich am besten erstmal vor..
Ich heiße Jay-Finn und bin in einem weiblichen Körper geboren, fühle mich aber männlich.
'Geoutet' bin ich seit ca. September 2018, angefangen hat das ganze aber viel eher.
Erste Klasse.
Zum ersten Mal wurde ich mit der Norm konfrontiert und wollte das alles nicht. Ich war jung und dumm. Ich dachte, Mädchen müssen lange Haare haben, mit Pferde spielen und Kleider anziehen, aber ich habe Kleider gehasst, genauso wie reiten und lange Haare. Meine Haare waren damals Schulterlang und wurden von meiner Mutter abgeschnitten. Im ersten Moment habe ich sie gehasst. Ich würde gemobbt und fing an mich selbst zu hassen.
Ich beschloss meine Haare wieder lang wachsen zu lassen und habe mir selbst gesagt, dass alles noch kommen wird, das ich mich irgendwann wieder wohlfühlen werde.
Lange Zeit glaubte ich an diesen Gedanken und wartete.
In der vierten Klasse fingen die anderen Mädchen an, sich zu schminken und Jungs interessant zu finden. Ich aber interessierte mich eher für Fußball und Games. Ich fand nichts interessant an Jungs. Ich verstand nicht, warum man sowas interessant finden konnte.
Aber ich wollte wie die anderen sein, ich wollte nicht, dass ich komisch bin und fing an, mich zu schminken und mir einzureden, dass ich auf Jungs stehe.
Dies ging so weiter, bis zur..
5. Klasse
Ich spielte in dieser Zeit viel Nintendo und somit auch Animel Crossing New Leaf. Ziemlich oft war ich auf der Online-Insel und habe dort ein Mädchen kennengelernt, was mir die Augen geöffnet hat.
Sie zeigte mir, wie es ist, ein Mädchen zu lieben und so zu sein, wie man ist, ohne das man sich verstellen muss.
Wir spielten täglich zusammen und ich fing an, im Internet zu googlen. Ich fand vieles von der Lgbtq+ Community heraus.
Damals dachte ich, dass ich lesbisch sei, aber ich outete mich noch nicht.
Ich verliebte mich in sie und es dauerte gar nicht lange und ich kam mit ihr zusammen.
Es war alles gut, ich war fröhlich mit ihr, bis sie schluss machte.
Meine Welt brach zusammen und ich fing mir wieder an einzureden, dass ich auf Jungs stehe.
Dies ging weiter bis zur 7. Klasse.
Dort traf ich wieder einmal ein Mädchen, was zum damaligen Zeitpunkt mit einem anderen Mädchen zusammen war. Ich freundete mich mit ihr an und fühlte mich zum ersten Mal seit langem wieder wohl bei jemanden.
Sehr langsam schlichen sich bei mir Gefühle für sie an und ich verliebte mich in sie.
Ich bekam durch sie Panikattacken und schwere Depressionen, weil sie mit meinen Gefühlen spielte.
Ich ging kaputt durch sie.
Doch in der 8. Klasse traf ich meinen damaligen besten Freund. Ich vertraute ihm alles an, er war wie ich, nur männlich.
Ich ging dennoch immer weiter kaputt und fühlte mich immer und immer mehr unwohler in meinem Körper. Ich fing an mich selbst zu verletzen und verlor immer weiter meinen Kopf..
Ich durchsuchte das Internet und traf auf eine Gruppe, die sich mit dem Thema lgbt beschäftigt und alle in ihr waren ein Teil davon.
In dieser Gruppe war ein Junge, der im Körper eines Mädchen gefangen war. Ich fühlte mich so verstanden, wenn ich mit ihm schrieb und verstand, was mit mir war..
Ich war und bin immer noch gefangen in einem weiblichen Körper.
Ich fing langsam an es selbst zu akzeptieren und fing an es auszuleben.
Ich Schnitt auf einer Seite meine langen Haare ab und fühlte mich immer wohler. Ich zog männliche Kleider an und verhielt mich auch männlicher.
Eines Tages outete ich mich bei meinem besten Freund und das ging auch weiter. Ich outete mich bei meinen Freunden, Eltern und bei meiner Klasse und Lehrern.
Ich würde gut aufgenommen und man akzeptierte mich, außer eben meine Eltern, was aber auch nicht so schlimm ist.
Ich fing an zu leben.. Ich, Jay, war endlich geboren und konnte richtig leben.
Endlich fühlte ich mich wieder wohl und auch, wenn meine damaligen besten Freunde nicht mehr da sind, geht es mir gut. Ich hab Menschen in meinem jetzigen Leben, die mich besser behandeln, als die beiden.
Ich bin den beiden dennoch dankbar, dass ich sie kennengelernt habe.
Und nun stehe ich hier.
Ich, Jay-Finn. Bald endlich auch mit Hormonen und wenn alles gut klappt, dann auch dieses Jahr noch die Mastek, also die Brust-Op.
Ich bin glücklich und bin endlich ich.
YOU ARE READING
My Life.
Teen FictionHey, dies hier ist ein Buch. Hier werde ich mein Leben als Transidenter dokumentieren und auch fragen zum Thema Trans* beantworten. Also wenn ihr Fragen habt, dann schreibt mir gerne. :)
