Pov Hauke
Ich hatte jetzt einige Tage nichts mehr von Shocky gehört. An sich überhaupt kein Problem, aber auch Swiss wusste nichts. Die letzten Wochen ging es Shocky nicht besonders gut, also mental. Er hatte mit irgendwas zu kämpfen, nur wusste ich nicht mit was. Shocky hatte die letzte Zeit auch härtere Drogen genommen. Nicht mehr nur Gras und LSD, sondern auch so Sachen wie Speed, Kokain und Heroin. Besonders wegen letzterem machte ich mir Sorgen. Ich telefonierte gerade mit Swiss, als ich ein Bild bekam. Von Shocky.,,Jo, ich hab gerade ein Bild von Shocky bekommen. Warte mal kurz",meinte ich und klickte auf die Nachricht. Das Bild zeigte Shockys Wohnzimmertisch. Dieser war vollgestellt mit Alkohol und Drogen. Sein linker Arm lag ebenfalls auf dem Tisch, übersät mit Narben und frischen Wunden.,,Oh Shit! Swiss, bist du in Hamburg?",,Ne, in Berlin, wieso?",,Keine Zeit für Erklärungen, ich muss los." Ich legte auf, zog mich an und lief zu Shockys Wohnung.
Ich klopfte und klingelte.
,,Shocky! Mach auf!",rief ich fast schon ängstlich. Keine Reaktion. Ich griff unter die Fußmatte, zog den Ersatzschlüssel hervor und verschaffte mir Zutritt zu Shockys Wohnung. Es stank bestialisch.,,Shocky?" Ich ging ins Wohnzimmer und sah ihn da liegen. Er hatte Schaum vor dem Mund, die Spritze noch in der Hand. Ich klopfte ihm auf die Wange, rüttelte an seiner Schulter.
Keinerlei Reaktion. Er hatte Kopfhörer in den Ohren. Es lief Bad Karma. Ich verständigte den Notruf und fuhr mit ins Krankenhaus. Da Shocky sofort in den OP geschoben wurde, rief ich Swiss an.,,Ja, was los Hauke?",,Shocky. Er hat sich 'ne Überdosis gegeben. Er ist jetzt im OP, was die machen weiß ich nicht.",,Oh fuck. Schaffst du das oder soll ich wieder runterkommen?",fragte Swiss besorgt.,,Ich denke ich schaff das. Aber was ist, wenn sie ihn in die Klapse stecken? Ich meine wegen seinem Arm?",sprach ich meine Bedenken aus.,,Was ist mit seinem Arm?",,Gib mir eine Sekunde, ich schick dir ein Bild." Ich ging auf Whatsapp, schickte Swiss das Bild, welches ich von Shocky bekommen hatte und wartete auf eine Reaktion.,,Wenn er nicht stirbt, dann erwürge ich ihn eigenhändig",knurrte Swiss. Ich telefonierte etwa vier Stunden mit Swiss, der nebenbei scheinbar Dag und Vince auf dem Laufenden hielt. Der Arzt kam aus dem OP.,,Wie geht's ihm?",fragte ich sofort.,,Die Operation ist gut verlaufen. Er wird wahrscheinlich wieder gesund." Ich seufzte erleichtert und ließ mich auf einen Stuhl gleiten. Der Arzt ging wieder und ich hielt mein Handy wieder ans Ohr.,,Er wird es überstehen, meinte der Arzt zumindest",meinte ich und spürte, wie sich eine Träne aus meinem Augenwinkel löste und herunter rann.,,Ich werde ihn trotzdem erwürgen."
,,Hör bloß auf, besser nicht." Shocky wurde aus dem OP auf die Intensivstation geschoben. Ich ging hinterher, was scheinbar niemanden störte. In Shockys Zimmer setzte ich mich auf einen Stuhl und machte ein Foto, welches ich Swiss schickte.,,Dieser Vollidiot." Swiss war sauer auf Shocky. Ich konnte es nur allzu gut verstehen, jedoch war bei mir die Sorge größer.,,Hauke, du passt auf den Idioten auf? Ich fahr mit Vince und Dag zu Blokki",meinte Swiss, dann legte er auf. Ich stellte mir den Stuhl neben das Bett und beobachtete den Jüngeren. Seine Brust hob und senkte sich gleichmäßig. Auf einmal überkam mich schlagartig die Müdigkeit und ich pennte ein.
Ich wurde wach, da sich neben mir etwas bewegte. Shocky lag im Bett und weinte leise. Ich griff nach seiner Hand, was seine Aufmerksamkeit auf mich lenkte.,,Hey. Wie geht's dir?",fragte ich.
,,Wie seh ich denn aus?",fragte er bissig und zog seine Hand zurück. Sein linker Arm war dick verbunden.,,Warum hast du mir nichts gesagt?",fragte ich. Er sah mich lediglich angepisst an, drehte sich auf die Seite und sah aus dem Fenster. Ich setzte mich auf seine Matratze, als er völlig durchdrehte. Er drehte sich ruckartig um, fixierte meinen Arm und biss rein. Als er das Blut schmeckte, begann er diabolisch zu lachen. Ich schrie schmerzerfüllt auf und riss meinen Arm los.
Er machte seinen Verband ab und kratzte seine Wunden wieder auf. Einige Schwestern und Ärzte kamen ins Zimmer. Sie schnallten ihn fest und setzten ihm eine Art Beißschutz oder so auf.
Ich sollte genäht werden, da Shocky mich sehr tief gebissen hatte.,,Was ist bloß mit Shocky los?",fragte ich mich leise und sah zu Boden.,,Das sind die Drogen. Hauptsächlich das Kokain",meinte die Schwester lächelnd. Ich nickte. Ich bekam noch einen Verband umgewickelt, dann durfte ich gehen. Ich schrieb Swiss, dass ich vielleicht doch ein wenig Hilfe brauchen könnte.
Ich ging zu Shocky in die Wohnung und begann aufzuräumen.
Die Drogen stopfte ich alle in eine Tüte und packte sie beiseite. Die Alkoholflaschen warf ich weg.
Alles Scharfe und Spitze packte ich sicher weg. Es war etwa 21 Uhr, als die Wohnung wieder sauber war. Es klopfte. Jemand kam rein.,,Hauke?",,Swiss!" Ich sprang auf und fiel ihm förmlich um den Hals.
---Zeitsprung, neun Monate später---
Ich saß im Auto, auf dem Weg zur Klapse. Shocky sollte heute entlassen werden. Swiss war mal wieder nicht da, weshalb ich Shocky abholen fuhr. Dieser stand schon mit seinem Koffer auf dem Parkplatz. Er warf ihn in den Kofferraum und setzte sich neben mich.,,Alles gut bei dir?",fragte ich.,,Ja. Ist dein Arm wieder verheilt?" Shocky war schüchtern.,,Soweit ganz gut, nur habe ich jetzt auf Ewigkeit dein Gebiss in meinem Arm",grinste ich.,,Tschuldigung",murmelte der Jüngere und sah seine Schuhe an.,,Hey, alles gut",meinte ich, als ich bemerkte, dass er weinte.,,Nein. Nichts ist gut." Verdammt tat es weh ihn so deprimiert zu sehen. Wir fuhren zu ihm nach Hause, ich schleppte seinen Koffer. Er räumte ihn aus und legte sich auf sein Sofa. Ich hatte gerade stark das Bedürfnis ihn zu kuscheln. Ich setzte mich neben ihn und begann mit seinen Haaren zu spielen.,,Wieso hasst du mich nicht?",fragte Shocky und sah mich an.,,Warum sollte ich? Ich hab dich viel zu gern, als dass och dich hassen könnte." Er legte seinen Kopf auf meinen Oberschenkel und seufzte. Wir saßen einige Zeit einfach nur so da, dann knurrte sein Magen. Ich lachte und begab mich in die Küche. Ich warf Pizza in den Ofen, als ich zwei Arme um mich herum spürte.,,Danke Hauke." Ich drehte mich um und küsste ihn. Ohne groß darüber nachzudenken. Er erwiderte und legte dann seinen Kopf gegen meine Schulter. Ich legte meinen Kopf auf seinen, zog ihn näher und schloss die Augen. Das würde dann auch mein besonderes Interesse an ihm die letzten Wochen erklären. Ich strich ihm über den Arm, griff sein Kinn und küsste ihn dann erneut. Meine Hände wanderten über seinen Körper und zogen ihm letztendlich das T-Shirt aus. Shocky drückte mich weg und sah zu Boden. Dann begann er mich herauszukomplimentieren. Also stand ich jetzt vor seiner Tür, welche zuflog.
Pov Shocky
Ich ließ mich an der Tür heruntergleiten und begann zu heulen. Wie schon allzu oft wegen ihm. Aber eigentlich sollte ich doch froh sein, dass er mich geküsst hatte, oder? Ich seufzte und legte meinen Kopf auf meine Knie.,,Shocky? Machst du auf?",fragte Hauke, welcher im Hausflur stand:,,Ich würde ja gehen, aber auf Socken ist das vielleicht doch nicht so eine gute Idee." Ich lachte leise und machte ihm auf. Er nahm seine Schuhe und wollte wieder gehen, jedoch hielt ich ihn fest. Hauke sah mich irritiert an. Ich lehnte mich gegen ihn.,,Ich brauche dich",murmelte ich. Hauke legte seine Arme um mich.,,Ich bin für dich da."
