Der Beginn einer langen Reise

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"Ich bin Lucky Destiny aus Roselake und ich werde die größte Pokémon Meisterin! Ich gebe nicht auf, bevor ich alle Pokémon der Welt gefangen habe!", ertönte eine Stimme aus dem Zimmer von - man kann es schon erahnen - Lucky Destiny, einem jungen Mädchen, mit viel Willenskraft und Energie.

Luckys Mutter hatte den Kopf in das Zimmer ihrer Tochter gesteckt und entdeckte sie dabei, wie sie ein Poster ihrer Idole anschrie und ihnen erklärte, was für eine gute Trainerin sie sein würde.
"Lucky, geh jetzt schlafen", befahl die Mutter in einem strengen Ton, "wenn du morgen zu deiner großen Reise aufbrechen willst."
Das blonde Mädchen warf sich auf ihr Bett und rollte mit den Augen, woraufhin sie zustimmte und sich unter der Decke versteckte.

Als die Morgensonne durch die Fenster von Luckys Zimmer strahlte und auf ihre Augen fiel, erwachte sie aus ihrer traumlosen Nacht. Ein kurzer Blick auf den Wecker - genau die richtige Zeit!
Schnell schlüpfte das Kind in seine Klamotten und setzte sich seine Kappe auf den Kopf. Sie grinste in den Spiegel und schnappte ihren Rucksack, bevor sie die Stiegen hinab raste.
"Wenn du noch ein Pokémon von Professor Mizubi haben möchtest" - und das wollte sie - "würde ich langsam losgehen", stellte ihre Mutter fest.
Ein "Guten Morgen" hätte mir gereicht, dachte die Tochter, aber anstatt dessen sagte sie: "Ich werde wie ein Raichu zu seinem Labor rasen!"
Lucky schnappte sich ein Brot mit Honig, verabschiedete sich und rannte voller Vorfreude zu dem Labor von dem Mann, der ihr ihr erstes Pokémon überreichen würde.

Nachdem die zukünftige Pokémon-Trainerin in das Haus geschossen kam, wurde sie von einer warmen Stimme begrüßt.
"Hallo, Lucky", das war Professor Mizubi, "Du bist die Erste, also kannst du dir aussuchen, welches Pokémon du nimmst."
Das Mädchen konnte ihr Glück gar nicht in Worte fassen.
"Wirklich? Super!", gab sie zurück.
Lucky stellte sich vor die drei glänzenden Pokébälle.
"Hmmm", überlegte sie laut, "Entweder ich nehme ein Endivie. Typ Pflanze. Ein sehr ehrgeiziges Pokémon."
Sie warf einen Blick auf den Ball daneben.
"Karnimani. Typ Wasser. Ich bin mir sicher, er wäre ein guter Zeitgenosse."
Ihrer Augen schielten zu dem dritten und letzten Pokéball.
"Oder ich entscheide mich doch für Panflam. Typ Feuer. An seiner Stärke würde ich nicht zweifeln."
Lucky hatte die letzten Tage nur über ihre Pokémonwahl nachgedacht und trotzdem fiel es ihr schwerer, als geplant. Zeit verging, wie viel wusste Lucky nicht. Letztendlich griff ihr Arm nach dem finalen Pokéball.
"Ich wähle dich, Endivie!" Luckys Stimme hallte durch den Raum.
Der Pokéball öffnete sich... und...
Und...
"Endivie?"
Professor Mizubi liefen Schweißperlen an der Stirn hinunter.
"Das hatte ich ganz vergessen", stammelte er und zog sich in einen anderen Raum zurück.
Als er wieder kam, hatte er Endivie im Arm. Sie sprang auf den Boden und begrüßte Lucky freundlich.
"Das war die richtige Wahl! Ein ehrgeiziges und starkes Pokémon wie dich in meinem Team zu haben!"
Der Professor stimmte zu: "Gute Wahl. Sie passt zu dir. Das ist dein erstes Pokémon und es gehört nun offiziell dir."
Er rückte sich den Mantel zurecht und fasste in seine rechte Tasche.
"Das hier wirst du brauchen."
Der Mann überreichte dem Mädchen einen Pokédex. Sie hatte viel von ihm gehört. Zusammen mit Professor Eich hatte Professor Mizubi ihn vor ein paar Jahren entwickelt und nur wenige haben ihn vervollständigt.
Sofort begann der Pokédex in eine roboterähnlichen Stimme zu reden: "Pokédex von Lucky Destiny. Gefangene Pokémon: 1. Das entspricht 0,1%"
Lucky sprang vor Freude in die Luft und startete einen spontanen Freudetanz, bei dem Endivie sofort mitmachte.
"Ich bin Pokémon-Trainerin!", jubelt sie, woraufhin Endivie glückliche "Endivie, Endivie" von sich gab.

Ohne Endivie in den Pokéball zu geben, verabschiedete Lucky sich von dem Professor und den anderen Professoren und ging nach draußen. Die kühle Luft strömte Lucky durch ihre blonden Haare, sie genoss es, genau wie ihr Begleiter, Endivie.
Auf einmal zerstörte eine bekannte Stimme den Moment: "Na, hast du schon dein Pokémon?"
Lucky wusste wer es war, sie musste nicht einmal hinschauen, trotzdem tat sie es. Sie blickte in das lächelnde Gesicht ihrer Erzfeinden, Leonie. Lucky musterte ihre braunen, viel zu langen Haare, ihre haselnussbraunen Augen, die von einer pinken Brille umrahmt wurden und ihre zwei Schneidezähne, die weit genug von einander entfernt waren, dass ein Relaxo dazwischen gepasst hätte.
"Ja", antwortete die Blondine knapp.
"Ist das ein Pflanzenpokémon?", Leonie begann fürchterlich zu lachen, "Wer ist schon so blöd und sucht sich ein Pflanzenpokémon aus?"
Lucky hielt ihrem Blick stand, sie hatte keine Antwort parat. Ihre Feindin starrte auf Endivie.
"Warum ist sie nicht im Pokéball?"
Daran hatte Lucky nicht gedacht. Sie war der Meinung, Endivie sollte die Schritte aus dem Labor mit ihr machen.
Ohne hinzuschauen, den Blick auf Leonies Gesicht gewendet, führte Lucky den Pokéball vor Endivie und befahl ihr, zurückzukommen. Leonies Gesicht wurde leicht blass.
"Zufrieden?", fragte Lucky, als Leonie plötzlich in ein unglaublich lautes Lachen ausbrach.
Endivie saß genau da, wo sie auch vor einer Minute saß. Neben Lucky und nicht im Pokéball.
Lucky konzentrierte sich und richtete den Ball genau auf ihr Pokémon.
"Komm. Zurück. Endivie."
Doch Endivie rührte sich nicht. Leonie hingegen wälzte sich vor Lachen am Boden.
"Hol dein Pokémon! Ich fordere dich zu einem Kampf heraus!", murrte Lucky.
Das andere Mädchen wischte sich die Tränen aus dem Gesicht und stimmte zu.

Es waren ein paar Minuten vergangen. Lucky hatte die Zeit genutzt, um in ihrem Pokédex Endivies Attacken auswendig zu lernen. Was diese jedoch brachten? Lucky hatte nicht die geringste Ahnung, wie sie Leonie besiegen wollte, aber als diese mit einem Pokéball in der Hand aus Professor Mizubis Labor, oder wie Leonie es nannte, Opas Labor, kam, war es zu spät für eine Flucht.
"Dass du noch immer da bist wundert mich", murmelte Leonie in einem finsteren Ton.
Sie hat nur Angst vor dir, versuchte Lucky sich einzureden.
"Na los!", rief Lucky in einer bemerkenswerten Lautstärke, "Ich fordere dich zu einem Kampf heraus!"
"Herausforderung angenommen."
"Ich wähle dich, Endivie!", rief Lucky, kam sich dabei etwas bescheuert vor, da sie gar keine andere Wahl hatte, aber es fühlte sich richtig an.
Endivie sprang hervor. Ehrgeiz funkelte in ihren Augen.
"Ich wähle dich, Panflam!"
Ein Pokéball schoss über den Boden und als er aufprallte erschien der kleine Affe.
Lucky wusste nicht viel über Pokémon, aber dass Feuer Pflanzen verbrennt, war ihr klar. Sie war im Nachteil. Ein Blick auf ihren Pokédex und schon begann er zu reden.
"Panflam. Ein Feuerpokémon. Das Feuer an seinem Hinterteil wird durch Gase im Bauch genährt. Selbst Regen löscht es nicht. Panflam ist stark gegen Endivie."
Nichts interessantes.
Leonie hatte aber etwas dazu zu sagen, wie immer.
"Selbst dein Pokédex sagt, dass ich gewinne!"
"Das hat er nicht!", Wut brannte in Lucky, "Los, Endivie, TACKLE!"
Tackle, die einzige Attacke, über die Lucky Bescheid wusste. Endivie würde mit vollem Körpereinsatz gegen Panflam springen und ihn mit etwas Glück und Strategie beiseite werfen. Fast jedes Pokémon beherrschte diese Attacke von Anfang an. Sogar Lucky würde, wenn nötig, Tackle gegen Leonie einsetzen.
Der Aufprall von Panflam holte Lucky in die Realität zurück. Endivie hatte ihn getroffen und er war beiseite geflogen.
"Panflam, Silberblick!"
Silberblick war keine Attacke von Endivie, viel wusste Lucky nicht darüber.
Panflams Augen wurden silber und starrten Endivie angsteinflößend an. Plötzlich wirkte Panflam so riesig und Endivie so klein.
Was könnte Lucky tun?
Worte, mehr hatte sie nicht.
"Keine Angst, Endivie! Das ist bloß ein Blick!", versuchte sie sie aufzumuntern - und es klappte!
Das Pflanzenpokémon schüttelte sich kräftig und sprang wieder mit vollem Selbstbewusstsein vor Panflam.
"TACKLE! Solange Panflam abgelenkt ist!" So laut wie Lucky schrie, hatte Professor Mizubi den Kampf bestimmt schon entdeckt. Vielleicht hatte er sich eine Tüte Popcorn geholt und schaute ihnen zu und feuerte seine Enkelin Leonie an.
Während Panflam durch die Lüfte geschossen wurde, schrie Leonie bereits die nächste Attacke: "Panflam, Kratzer!"
Das Schimpansenpokémon stnd auf, raste mit voller Geschwindigkeit auf Endivie zu und verpasste ihr einen schmerzhaften Kratzer.
"Ein Volltreffer!", Leonie sprach Luckys Gedanken laut aus.
Endivie lag am Boden.
"Steh auf", murmelte Lucky betrübt, doch sie rührte sich nicht.
"Endivie, steh auf, bitte!", flehte sie.
Das tat sie.
Endivie stand auf.
Zerkratzt, genauso wie Panflam.
Anstatt die nächste Attacke zu sagen, bejubelte Lucky ihr Pokémon, das war ein Fehler.
Panflam war gerade auf dem Weg, Endivie einen zweiten Kratzer zu verpassen.
"Weich aus, Endivie!"
Und sie tat es.
Lucky war sich sicher. Der nächste Treffer würde alles entscheiden. Keines ihrer Pokémon könnte einen erneuten Angriff überstehen.
"Schmeiß' Panflam mit einer Tackleattacke weg!", rief Lucky mit Enthusiasmus.
Endivie nahm ihre letzte Kraft und raste auf Panflam zu, mit voller Wucht schmeißte sie sich gegen ihn. Endivie krachte zusammen. Panflam blieb benommen am Boden liegen.
"Dein Panflam ist besiegt!", stellte Lucky siegessicher fest.
Leonie musste das natürlich zuerst diskutieren, sie würde Lucky niemals zustimmen: "Dein Endivie auch."
Lüge.
"Steh auf Endivie!" Lucky hoffte, sie klang überzeugter, als sie es in Wirklichkeit war.
Woher Endivie noch Kraft holen konnte, war ihrer Besitzerin nicht klar, aber Endivie stand auf.
"Na schön", gab die Braunhaarige zu, "Du hast gewonnen."
Lucky und Endivie machten einen erneuten Freudetanz, der Leonie ihre Augen rollen ließ.
"Gut gemacht."
Es war die Stimme von Professor Mizubi. Tatsächlich umklammerte er eine halbvolle Popcorntüte mit seinem linken Arm. Der alte Mann gab Lucky einige Pokébälle, woraufhin sie sich freundlich bedankte.
"Jetzt müssen wir aber zum Pokémon Center! Endivie, komm zurück!", befahl sie.
Aber es passierte nichts. Zum Glück war Leonie bereits nach ihrer Niederlage unauffällig verschwunden.
Professor Mizubi fasste sich verlegen an den Kopf. "Das hätte ich fast vergessen zu sagen." - schon wieder - "Dieses Endivie bekommst du nur im tiefsten Schlaf in den Pokéball."
Luckys Laune sank in einer Sekunde. Sie hatte davon gehört. Jeder hatte davon gehört. Auch das Pikachu von Ash wollte nie in einen Pokéball. Sich mit Ash vergleichen zu können hebte Luckys Laune natürlich. Sie würde auch einmal ein Pikachu haben.
"Danke für alles! Ich hoffe wir sehen uns bald wieder!", rief Lucky Professor Mizubi zu, als sie Roselake zum ersten Mal in ihrem Leben verließ. Sie ließ Endivie auf ihre Schulter klettern und sie stürzten sich in ein Abenteuer.
Lucky war sich sicher - das war der Beginn einer langen Reise.

1693 words

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⏰ Last updated: Jul 27, 2019 ⏰

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