Prolog

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ALEX:

Ich skatete in die Ecke um an den Puck zu gelangen, doch mein Gegenspieler war einfach schneller. Kaum hatte er den Puck angenommen, spielte er ihn auch schon seinem Teamkamerad zu, der nicht zögerte und versuchte den Pass zu verwerten indem er schoss. Daneben. Was ein Glück. 

Der rasante Stürmer mit der Nummer Acht machte uns Verteidigern schon den ganzen Abend lang das Leben schwer. Er war unglaublich flink. Ich selbst war eigentlich auch nicht gerade langsam und gehörte zu den Schnelleren aus meinem Team, doch gegen ihn hatte selbst ich keine Chance. Er beschleunigte von Null auf Hundert innert Millisekunden und hatte dabei noch einen super Spielüberblick. Der Kleine spielte seinen Mitspielern Pässe zu, die so gefährlich waren, dass wir von Glück reden konnten, dass es erst 2:3 für unsere Gegner stand. 

Es erklang der vertraute Buzzer der das Ende des zweiten Drittels andeutete. Ich atmete erleichtert auf und folgte meinen Mitspielern in unsere Garderobe. Unser Trainer war  zwar nicht sauer, doch hielt uns trotzdem eine Ansprache in eher harschem Ton. Wir spielten eigentlich ziemlich gut, besonders die Stürmer machten einen grossartigen Job und konnten die Pässe aus der Verteidigung bereits zweimal auswerten. Allerdings redete der Coach uns Verteidigern ins Gewissen: "Die Nummer Acht, die müsst ihr einfach besser im Blick haben. Ich weiss, er ist verdammt schnell, aber reisst euch am Riemen. Dieses Spiel könnten wir gewinnen. Denn mag der Kleine auch noch so gut sein, seine Mitspieler vergeigen es allzu oft. Aber auf das können wir uns nicht verlassen. Jungs! Ich will jetzt etwas sehen! Wenn ihr nicht mithalten könnt in einem Sprint gegen den Burschen, dann benutzt euren Körper. Da sind ihm die Meisten von euch überlegen. Er scheint mir doch eher von der schmächtig zu sein. Und jetzt Los!" Wir schrien unseren Schlachtruf und marschierten zurück auf unsere Bank. 

Da ich im ersten Block aufgestellt war, wie eigentlich die ganze Saison über, musste ich zuerst aufs Feld. Ich nickte Niklas, unserem Torhüter grimmig zu worauf er entschlossen nickte. Ich wollte dieses verdammte Spiel gewinnen! Ich schaute auf als sich der Schiri und die gegnerische Mannschaft ebenfalls auf Eis begaben. Ich beobachte wie die Nummer Acht Stellung bezog neben dem Bully. Der Pfiff erklang und das letzte Drittel begann. Wir spielten unsere Pässe schnell und präzise. Dadurch kamen wir dann auch zum Abschuss, doch leider war es kein Treffer. Nun war die andere Mannschaft in der Offensive, um genauer zu sein der kleine Blonde. Er raste auf unsere Zone zu mit dem Puck. Ich war fest entschlossen ihn diesmal nicht vorbei zu lassen nahm die Verfolgung auf. Doch plötzlich  riss er einen Stopp. Darauf war ich nicht vorbereitet und war deshalb zu weit weg von ihm. Er spielte wie schon so oft zuvor einen absoluten Traumpass zum zweiten Stürmer seiner Mannschaft und der... verschoss. Es war unglaublich wie unsere Gegner so viel verschenken konnten.

Unser zweiter Block konnte nach vier Minuten ausgleichen. Der Jubel war gross, aber wir wussten, dies war erst die halbe Miete und das Drittel noch lang. Nach vier weiteren Minuten holten die Eagles, unsere Gegner, eine Zwei-Minuten-Strafe wegen einem hohen Stock. Unser geübtes Powerplay konnte auftrumpfen uns so stand es plötzlich 4:3 für uns. Mein Team brillierte und der Coach klopfte uns begeistert auf die Schultern. Die Nummer Acht gewann einen Zweikampf nach dem anderen gegen uns und spielte einen Pass nach dem anderen. Doch seine Mitspieler schossen daneben oder verloren den Puck sonst einfach auf dem Weg zum Tor.

 Ich schaute auf die Bank unserer Gegner und sah wie der Trainer dem Blonden etwas ins Ohr flüsterte. Der Stürmer sah ihn kurz fragend an, nickte dann jedoch. Eine Minute später war mir klar was sein Trainer ihm gesagt haben muss, denn der Kleine brauste auf unser Tor zu und schoss selbst. "Ach du Kacke" seufzte unser Trainer als das Horn erklang. Der Blonde hatte soeben sein drittes Tor des Abends geschossen. Nach dem Ausgleich versuchte es der Blonde erneut, und seine Schüsse waren verdammt gefährlich. Nur dank Niklas konnte er nicht nochmals scoren. Nach dem dritten Angriff des Blonden nahm unser Trainer das Time Out. "Jungs, nehmt die Nummer Acht stärker ins Visier, er wird von nun an noch öfters selber schiessen. Dann will ich noch, dass Tobi und Müller den Block wechseln. Also Tobi spielt jetzt mit Alex in der ersten Linie und Müller in der Zweiten ." Er zeigte uns noch einen Spielzug und dann waren unsere 30 Sekunden auch schon vorbei. 

Kurz darauf sprach der Schiedsrichter erneut eine Strafe gegen die Eagles aus, diesmal wegen unsportlichem Verhalten. Ich habe die Szene nicht genau mitbekommen weil ich den Blonden beobachtet habe. Aber ich spürte wie meine Mitspieler langsam aggressiver wurden. Und mir ging es genauso. Ich wollte unbedingt gewinnen. Ich fletschte die Zähne und begab mich aufs Eis für das Powerplay. Das Box Play der Gegner war nicht besonders stark und so spielten wir sehr überzeugt einige Pässe. Ich bekam den Puck von Tobi und wollte ihn kurz behalten, da brauste plötzlich ein Gegner auf mich zu. Der Puck wurde mir vom Stock geschlagen, der Mann schoss an mir vorbei auf unser Tor zu. Ich versuchte ihn so schnell es ging zu verfolgen, war aber viel zu spät um ihn noch einzuholen. Nicklas hatte keine Chance, der gegnerische Spieler riss einen Hacken und konnte den Puck ins Tor befördern. Der Mann jubelte und drehte sich um, da bemerkte ich, dass es die Nummer Acht war. Wer auch sonst?  Wir waren nun am verlieren und ich war verdammt wütend. Auf mich selbst, den Gegner und natürlich auf den flinken Stürmer. Dieser skatete auf seine Teamkameraden zu und grinste mich frech an als er an mir vorbei fuhr. Dieses spöttische Grinsen machte mich nur noch wütender. 

Das darauf folgende Bully gewannen wir und da nur noch fünf Minuten zu spielen waren gingen wir sofort in die Offensive. Nach einem weiteren Angriff unsererseits schnappte sich der Stürmer erneut den Puck drehte sich und raste auf unsere Hälfte zu. "Nicht dieses Mal Kleiner", dachte ich. Ich nahm sein Tempo auf und als er an mir vorbei wollte warf ich mit aller Wucht meinen Körper gegen seinen. Er fiel nach hinten und ich glaube sein Helm spickte weg, doch ich war mehr damit beschäftigt den Puck an einen meiner Stürmer zu passen. Kurz darauf wurde das Spiel abgepfiffen. Erst als ich mich umdrehte und ihn am Boden liegen sah, bemerkte ich, dass dies wohl mehr als nur ein kleiner Check gewesen war. Ich erhielt eine Matchstrafe, was nicht schlimm war da nur noch 4 Minuten übrig waren. Bevor ich vom Feld skatete wollte ich noch kurz nach dem Blonden sehen, seine Teamkameraden tummelten sich um ihn. Einer fuhr an mir vorbei und zischte "Arschloch." Das hatte ich wohl verdient. Der Kleine lag immer noch auf dem Rücken auf dem Eis. Ein Sanitäter kam heran und kniete sich neben ihn. "Fuck" flüsterte ich und skatete vom Feld.


CorneredWhere stories live. Discover now