꧁1. Verfolgung꧂

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Der Waldboden war bedeckt von haufenweise Schnee. Schon seit einigen Stunden starrte ich durch die Gegend und wartete auf irgendein Lebenszeichen aber so wie es aussah, hockte ich völlig umsonst weit oben versteckt in der Baumkrone.

Ich bin ausnahmsweise heute sehr tief in den Wald gegangen und somit weiter weg von zu Hause entfernt, als ich es eigentlich durfte.
Mir blieb langsam aber auch keine andere Wahl mehr.

Ich war verantwortlich für meine kleine Schwester Mira und meine Tante -die einzige Familie die ich noch hatte.

Bis vor ein paar Wochen war da auch noch Logan. Der Mann von Tante Pansy. Er wollte Jagen gehen so wie er es immer gemacht hatte. Packte sich aber etwas mehr Proviant ein als sonst und kehrte seitdem nicht wieder zurück.

Im Dorf wird gemunkelt er sei abgehauen.
Die Leute reden generell viel, jedoch ohne sich vorher wirklich über die Dinge zu informieren.
Denn sie kannten ihn nicht im geringsten um wissen zu können er hätte uns einfach so verlassen.

Ich schüttelte den Kopf.
Nein. Niemals hätte er uns alleine zurück gelassen.

Er liebte uns wie seine eigenen Kinder ... Nicht in tausend Jahren hätte er uns geschweige denn Pansy aus eigenen Willen verlassen. Sie waren vergleichbar mit Seelenverwandten, aus den Liebesgeschichten die uns die älteren immer erzählt hatten.

Von ihm lernte ich auch das Bogenschießen. Er nahm mich oft mit, sodass wir als Team jagten.
Selbst als ich ganz klein war und damals meist durch meine trottelige Art eher Tiere verjagt habe anstatt sie zu erlegen.

Logan war bewundernswert gut darin und es schien so als würde es ihm Freude bereiten sein Wissen an mich weiterzugeben.

Und ich bin mir ganz sicher, dass er nicht abgehauen ist.
Sondern sich vielleicht einfach verirrt hat. Er war ein überlebenskünstler und würde somit bald wieder den Weg zurück finden.

Jedoch muss ich jetzt in der Zwischenzeit das Jagen übernehmen und alle, bis er wieder kehrt, so gut wie möglich über Wasser halten.

In den letzten Jahren, in denen ich bei Pansy wohne, hatten wir nie mehr als genug Essen zur Verfügung aber immer ausreichend, um nicht vollkommen hungrig ins Bett zu gehen.

Nur ich alleine konnte aber nicht besonders viel Nahrung nach Hause bringen und genau jetzt wo wir es am wenigsten gebrauchen konnten, ist der Wald so gut wie Tier frei.

Ich weiß nicht warum oder wie das überhaupt möglich sein kann aber es scheint so, als hätten sie sich alle in Luft aufgelöst.

Zudem herrschte bitterer Winter, weshalb ich nicht einmal Früchte sammeln konnte.

Also blieben mir nur noch Zapfen von Tannen und Kiefern und ein paar Wurzeln.

Mit durchgefrorenen Fingern wischte ich mir die Schneeflocken von den Augen, die sich in meinen Wimpern verfangen hatten. Ich blinzelte ein paar mal und began wieder klar sehen zu können.

Die Rinde der Bäume waren noch nicht ganz abgenagt, was eigentlich bedeuteten müsste, dass die Tiere hier, noch nicht weiter gezogen sind -aber komischerweise war weit und breit nichts zu sehen.
Nicht einmal ein Vögel.

Etwas weiter Südlich wäre die Grenze zum Gebiet der Wölfe und dahinter das Land Arendia.
Die so genannten zwei Reiche der Raeles.

Das Reich der Raeles Geschichten, die süchtig machen. Entdecke jetzt