Abschiedstränen

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"Das ist jetzt nicht dein Ernst?!", meinte Saskia, meine beste Freundin, aufgebracht, nachdem ich ich ihr erzählt hatte,dass meine Mutter mich schon morgen auf ein Internat schicken wollte. Bedrückt schaute ich zu Boden und ließ mir meine straßenköterblonden Haare über die Schulter fallen, während ich antwortete:"Doch leider schon, ich weiß auch nicht was los ist! Es ist als würde sie mich auf einmal loswerden wollen." "Nein, das kann ich mir nicht vorstellen. Warum sollte deine Mutter dich denn loswerden wollen? Da muss doch etwas anderes hinter stecken, die Frage ist nur was?!", meinte Saskia daraufhin und band sich ihre blonden Haare zu einem hohen Zopf zusammen, so wie immer, wenn sie am überlegen war. Auch ich begann nochmal darüber nachzudenken was für einen Grund meine Mutter hätte haben können mich weg zu schicken. Doch ich wurde aus der Situation nicht schlau. Ich seufzte, "Ich weiß es doch auch nicht, aber ich werde auf jedenfall nochmal mit ihr reden."; sagte ich schließlich, "Willst du später trotzdem noch zu mir kommen? Dann könnten wir uns einen letzten schönen Mädelsabend machen", schlug ich dann noch schnell vor. Zum einen, weil ich wusste, dass ich Saskia wirklich vermissen werde und zum andern, damit ich das Gespräch mit meiner Mutter noch etwas nach hinten schieben konnte. "Aber natürlich erwiderte meine beste Freundin daraufhin ganz enthusiastisch, was uns einen bösen Blick von unserem Englischlehrer bescherte, mich jedoch auch zum Grinsen brachte.

Den Rest der Stunde verbrachten wir schweigend und in Gedanken versunken nebeneinander und auch auf dem Weg nach Hause war unsere Stimmung angespannt. Doch bei mir angekommen reichte es mir. "So geht das nicht!", schimpfte ich mit uns beiden, "Das ist heute mein letzter Abend, wir werden jetzt Spaß haben und nicht daran denken was morgen ist!" "Du hast so recht, es tut mir leid", antwortete Saskia daraufhin und sah mich entschuldigend an, doch ich grinste nur und erzählte ihr von meiner Idee indem ich eine große Packung cookies und ein paar Filme hervorzauberte. Schnell machten wir es uns auf meinem Bett vor dem Fernseher gemütlich.

Ein paar Stunden später waren die Cookies leer und wir schwärmten über die letzten Szenen mit channing Tatum. "Hach, wenn channing nur nicht so unerreichbar für uns wäre", seufzte Sasskia und schmachtete den Schauspieler an. Und so saßen wir beide da, und hofften, dass das Ende des Films nie kommen würde. Doch wie nicht anders zu erwarten, war er kurz darauf aus und meine beste Freundin und ich wussten, dass es Zeit war sich zu verabschieden.
Einen kurzen Augenblick saßen wir noch still da, ehe Saskia aufstand um in ihrer Tasche herum zu kramen. Anscheinend hatte sie gefunden, was sie gesucht hatte, denn auf ihr Gesicht stahl sich ein zufriedenes Grinsen. "Das hier solltest du eigentlich erst zu deinem 17. Geburtstag nächste Woche bekommen, aber besondere Situationen verlangen besondere Maßnahmen, wie man es so schön sagt. Alsoooo bekommst du es schon heute", bei ihren Worten musste ich grinsen, doch als ich sah was sie mir übergab tat ich mich schwer die Tränen zurück zu halten. "Das ist wunderschön... Danke", flüsterte ich als ich das silberne Bändchen vorsichtig um mein Handgelenk schloss und es genauer betrachtete. Auf dem Anhänger der an meinem Armband baumelte war ein Bild von uns beiden abgebildet, und als ich es erkannte musste ich wieder grinsen und rannte förmlich zu meiner Kommode. "Es ist zwar nicht so schön wie dein Geschenk, aber ich hab dir auch eine Kleinigkeit zur Erinnerung an mich geholt", erklärte ich mein Verhalten und holte einen schlichten Bilderrahmen hervor und übergab ihn Saskia. "Oh mein Gott, Justineeeeeee wir sind Seelenverwandte", lachte und weinte sie gleichzeitig während sie mir um den Hals fiel und ich tat es ihr nach. In dem Bilderrahmen, sowie auf dem Armband waren das gleiche Bild von uns beiden, wie wir zusammen am See sitzen und uns vor lachen nicht zurückhalten können. "Ich werde dich so sehr vermissen", flüsterte ich meiner besten Freundin zu, "ich dich auch". Und da standen wir nun  und wollten uns nicht mehr loslassen, doch jeder Moment musste irgendwann enden, also begleitete ich sie noch zur Tür und blickte ihr hinterher während sie aus meinem Haus ging. Gerade als ich die Tür zu machen wollte drehte sie sich noch einmal um und rief: "Ich hab dich lieb, vergiss das nie", ich lächelte "Ich dich auch", und schloss die Tür. Puh das war schwer, ich hatte keine Ahnung wie mein Leben jetzt weiter gehen sollte und wann wir uns wieder sehen würden, doch noch hatte ich andere Probleme. Meine Mutter war unauffindbar und ich hatte noch ein Gespräch mit ihr zu führen.  "Mama?!", rief ich doch wo ich auch hinging ich bekam keine Antwort. Also versuchte ich sie anzurufen, doch auch über ihr Handy war sie nicht erreichbar, ich dachte nach, vielleicht hatte sie eine Nachtschicht? Eigentlich sagte sie mir immer bescheid und ich sollte morgen schon fahren, also passt es gar nicht zu ihr, dass sie gerade heute Abend weg war aber vielleicht war es ja ein Notfall? So musste es sein, denn eine andere Erklärung hatte ich auch nicht. Ich seufzte, also würde ich wohl morgen früh noch mit ihr sprechen müssen, das war zwar nicht optimal aber ändern konnte ich es schließlich auch nicht. Nachdem ich meinen Entschluss gefasst hatte machte ich mich dann Bettfertig, meine Koffer standen schon alle bereit also hatte ich auch nichts mehr zu tun. Schließlich legte ich mich mit einem etwas mulmigen Gefühl ins Bett und fiel irgendwann in einen leichten  Schlaf.

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