why god died

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Die Schüsse schlugen wie kleine Bomben neben uns ein. Rechts, links, oben, unten. Überall. Sie trafen regelmäßig unregelmäßig den trockenen Boden, doch nie ihr eigentliches Ziel. Doch mein Herz so schwer in meiner Brust, war lauter als jeder Schuss, der für eben jenes bestimmt war.
Als der Sturm aus Metall für einen Moment versiegte, warf ich einen Blick zu meinem Kammeraden, dessen Gesicht unter dem Helm kaum noch zu erkennen war. Wir nickten uns zu. Dann rannten wir, immerzu mit dem Gedanken, den anderen vielleicht nie wieder zusehen. Schutz suchend presste ich mich an eine heruntergekommene Steinmauer inmitten des Schlachtfeldes, mein Herz schien nur noch lauter zu klopfen als eben gerade noch. Erneut warf ich einen Blick in Richtung meines Kammeraden. Auch er hatte Schutz gefunden und sah im selben Moment zu mir. Unsere Blicke trafen sich, für den Bruchteil einer Sekunde sahen wir uns an, ehe wir zeitgleich weiter hetzten, erneuten Schutz suchten, bis ich ein leises Stöhnen vernahm. Es war nicht laut, absolut nicht, es wunderte mich, dass ich es trotz der Entfernung und dem Lärm um uns herum überhaupt vernahm, doch es erschütterte meinen ganzen Körper. Erneut schnellte mein Blick zu meinem Kammeraden, suchte ihn, doch fand ihn nicht.
Sofort kam ich zum Stehen, war wie erstarrt, bis ich ihn entdeckte. Am Boden liegend, ein anderer Soldat auf ihn einschlagend. Im ersten Moment traute ich meinen Augen nicht, fast wie von selbst zielte ich, nahm den Kopf des Angreifers in die Mangel, ehe ich schoss. Er ging zu Boden und blieb regungslos liegen.
Ich wiederrum rannte los, warf die Waffe zu Boden und hetzte diesmal quer über das Schlachtfeld zu meinem Kammeraden. Neben ihm ließ ich mich auf den Boden fallen, starrte in sein regungsloses, blutverschmiertes Gesicht. Ein schmerzhaftes Stechen machte sich dort in meiner Brust breit, wo ich mein Herz vermutete.
In diesem Moment verstand ich, warum Gott sterben wollte.

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