Endlose Gänge. Hell erleuchtete weiße endlose Gänge. Und Türen, tausende davon. Auf jeder stand ein Name in schwarzen Lettern und zwei Jahreszahlen auf einer goldenen Tafel darunter. Die eine war das Geburtsjahr und die andere zeigte das Jahr, indem die Person gestorben war. Das war er, der ach so großartige und hochgepriesene Himmel. Nur ein Konstrukt aus Gängen und Türen. Keine Wolken, keine Engel mit weißen Gewändern und Heiligenscheinen, alles eine reine Lüge. Wenn man das der Menschheit erzählen würde, wie groß wäre dann wohl die Enttäuschung? Wären sie überhaupt enttäuscht? Vermutlich. Doch heute sollte es nicht darum gehen, die Darstellung des Himmels zu hinterfragen, sondern die Aufmerksamkeit soll auf etwas weitaus wichtigerem liegen.
Der Himmel und vor allem die Engel waren deshalb in völliger Aufruhr und hasteten durch die hellen weißen Gänge, die einen Teil ihres Zuhauses darstellten. Die Unstimmigkeiten zwischen Himmel und Hölle sind selbstverständlich jedem bekannt und im Normalfall beschränken sich die Auseinandersetzungen zwischen den beiden Fronten auch auf ein paar vereinzelte Zwischenfälle, doch seitdem die Dämonen einen Weg in den Himmel gefunden hatten, war es aus mit dem Frieden im Himmel. Bis jetzt hatten die Engel die Dämonen, die es geschafft hatten in das heilige Reich einzudringen, zurückhalten können, doch wie lange würde das noch gut gehen? Bis jetzt waren es nur einzelne Dämonen oder kleine Gruppen gewesen. Die Engel vermuteten, dass diese nur das feindliche Gebiet auskundschaften sollten und das somit noch lange nicht alles war, was die Hölle zu bieten hatte. Bei weitem nicht.
Doch wie konnten sie es überhaupt schaffen hierher zu gelangen und warum? War es ein Plan von Luzifer, dem gefallenen Engel, der sich so an seinem Vater und dem Himmel rächen wollte? War es einer seiner Untertanen, die mit dieser Tat und der Übernahme des Himmels ihrem Lord imponieren wollten? Oder waren es verbitterte Dämonen, die von der Hölle verstoßen oder nicht zufriedengestellt waren und sich daher ein anderes Reich zu eigen machen wollten? Egal welche von diesen Optionen es auch war, sie waren alle fatal und würde mit einer Schlacht und tausenden Toten enden, wenn die Engel nicht jenen Zugang, den ihre Feinde gefunden hatten, verschließen würden.
Durch das Chaos, das im Himmel herrschte, hatte niemand bemerkt, dass noch eine dieser heimtückischen Kreaturen der Hölle in ihr Reich gekommen war. Ein Dämon, eindeutig männlicher Natur, zumindest soviel man aus seiner menschlichen Hülle schließen konnte, die sowohl sie als auch die Engel nutzten. Nur dass die Dämonen den Menschen keine Wahl ließen und sich ihre Körper einfach aneigneten.
Die Gänge schienen nach wie vor weiß zu leuchten und schafften so einen enormen Kontrast zu der dunklen Gestalt, die durch eben besagte Gänge schlich. So war es schon fast ein Wunder, dass der Dämon nach wie vor unentdeckt blieb. Lange sollte das jedoch nicht mehr so bleiben.
Als der Dämon nämlich seinen Weg fortsetze und in den nächsten Gang schritt, lief er direkt einer Gruppe Engel in die Arme. Die geflügelten Wächter waren sofort in Alarmbereitschaft und fixierten ihren Feind mit wachsamen Augen. Der Dämon hielt den Blicken jedoch ohne weiteres Stand und zeigte keine Art von Nervosität oder Anspannung.
"Was hast du hier zu suchen, Dämon?", knurrte einer der Engel mit blondem schütteren Haar und breit gebauter Statur und stellte sich mit gezückter Engelsklinge vor die Gruppe. Seiner Ausstrahlung und seinem Gehabe nach zu schließen hatte er wohl den höchsten Rang der Gruppenmitglieder.
"Also Blondie", fing der Dämon schließlich gelassen an und verschwendete nicht einmal einen Blick an die Waffe, die sein Gegenüber in Händen hielt und die ihn ohne weiteres töten könnte.
"Erstens, habe ich einen Namen, Alexander, wäre schön, wenn ihr den auch benutzen könntet, macht das Ganze nicht so unpersönlich", fuhr er fort und vergrub dann die Hände in den Hosentaschen seiner schwarzen Jeans, "und zweitens, ob ihr's glaubt oder nicht, aber ich will nur reden"
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Oneshotssss
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