Ceylon

13 2 0
                                        

Wollte das Thema einfach mal runter schreiben. Bei etwas schwarzem Tee wird man solch Gedanken am ehesten los. Alles was folgt ist nur meine eigene Meinung.

Meinungsfreiheit bedeutet das nicht das man nicht auch frei von einer Meinung sein kann. Oft werde ich gefragt was ist deine Meinung dazu? Was hälst du davon? Doch ehrlich gesagt hab ich oft keine Lust dazu. Es mag nett von meinem Gesprächspartner sein sich nach meiner Meinung zu erkundigen. Schlussendlich besteht "small talk" doch aus nichts anderem als der Austausch eigener Eindrücke und Erlebnisse. Also korrigier ich meine anfängliche Aussage.

Ich habe keine Lust mir eine fundierte Meinung zu bilden. Das bedeutet nicht, dass es nicht wichtig ist eine fundierte Meinung zu besitzen, aber in Themen zu denen ich keine Ahnung habe ist es schwer bis unmöglich sich eine nachvollziehbare Meinung zu bilden. Man schwärmt ja auch nicht von dem Essen in einem Restaurante in dem man nie gewesen ist.

Die frage die ich diesem Text zugrunde legen ist die: Würde nicht alles besser und geordneter Ablaufen, wenn sich zu jedem Thema nur die Leute austauschen die wirklich wissen wovon sie reden?

Wenn ich an einem Thema interessiert bin werde ich mich darüber schlau machen. Vielleicht lese ich ein Buch, schaue ein Video besuche Veranstaltungen. Dieser Elan macht es einfach sich eine fundierte Meinung zu bilden. Doch wenn mich eine Thema nicht interessiert warum soll ich mich dann damit auseinander setzen.

In der Schule sind wir dazu gezwungen uns mit vielen Themen aus unterschiedlichen bereichen zu befassen. Dies soll Schlussendlich zu einer guten Allgemeinbildung führen.

Hier liegt der Knackpunkt. Es gibt Themen wie Umwelt oder Politik, die Menschen aus unterschiedlichsten Alters- und Interessengruppen betreffen und beeinflussen. Wenn mich etwas betrifft möchte ich dabei mitreden können. Wenn ich mitreden will brauche ich eine Meinung. Wie viel Aufwand ich für die Bildung dieser betreibe liegt ganz bei mir selbst.

Und so kommt es das vorallem bei solchen Themen vor, dass Meinung verschiedenster Qualität und Quantität durcheinander geworfen werden. Die Diskussionen scheint kein Ende zu finden und es geht weder vorwärts noch rückwärts. Eventuell driftet man etwas nach Rechts oder Links aber mehr oder weniger bewegt man sich im Schneckentempo ganz langsam nach vorne.

Wo wir wieder zu anfangs genannten Frage kommen. Mit sicherheit ist ein System in dem jeder das tut was er gut kann effizient. Doch wie bestimme ich was wer gut kann? Wie ermittle ich wann eine Meinung genug fundiert ist? In "brave new world" werde die Leute konditioniert dazu gewissen Dinge zu mögen und zu hassen.

Auf einmal gerät die Menschlichkeit wieder in den Fokus und es wird klar, dass wir für das Verhindern von jenen Komplikationen diese einbüßen müssen. Was ein Preis ist der nicht gezahlt werden sollte.

Wie kommen wir nun aus dem Schlamassel raus? Ich denke es steckt nicht ohne Grund Bildung in Meinungsbildung. Wenn wir es schaffen, dass jeder genug Allgemeinbildung besitzt. Bleibt nur noch wenige Themen übrig bei denen dies Probleme entstehen können.

Also muss ich mich wohl erneut verbessern:

Ich habe keine lust eine fundierte Meinung über Themen zu haben die mich in keinster Weise was angehen.

So  schnell vergeht die Zeit und zieht der Tee.

Ein guter Tisane hat noch niemandem geschadet!Stories to obsess over. Discover now