Es war einer dieser verregneten Sonntage, an denen man einfach nicht wusste was man tun soll. Obwohl es schon 12:30 Uhr war, lag ich immer noch in meinem Bett und hatte noch keinen Finger gerührt. Ich wusste nicht ob ich heute überhaupt Lust hatte aufzustehen. Ich sah aus dem kleinen Fenster, das sich direkt über meinem Bett in einer Dachschräge befand und starrte in den dunklen, mit Wolken bedeckten Himmel. Es fing an zu regnen. Ich mag den Regen, ich liebe das Geräusch von Regen wenn es auf ein Fenster prasselt, dieses Geräusch beruhigt mich auf irgendeine Art und Weise. Aber diese dunklen Wolken passten nicht zur Schönheit des Regens, sie verbreiteten so eine Traurigkeit, die mich störte. Dennoch konnte ich mich, so komisch sich das anhört, mit diesem Wetter identifizieren. Ich weiß nicht, aber tief in mir war immer so eine Traurigkeit, so wie die Traurigkeit der Wolken. Und die Schönheit des Regens, die stand für die Schönheit meines Charakters. Ich bekomme wirklich oft Komplimente für meinen Charakter, aber ich weiß nicht wie ich diese Komplimente verdient habe. Ich meine, Charakter ist etwas, was durch die Erziehung und durch die ganzen verschiedenen Eindrücke entsteht und so entwickeln sich die verschiedenen Charaktereigenschaften.
Ich wusste immer noch nicht ob ich aufstehen sollte oder nicht, aber mittlerweile hatte ich Hunger bekommen und zwang mich dann doch zum aufstehen. Ich schleppte mich die Treppe hinunter von meinem Zimmer im zweiten Stock, runter ins Badezimmer, in den ersten Stock. Ich suchte meine Haarbürste und kämmte meine langen, glatten, brauen Haare. Ich hatte keine Lust mich umzuziehen, also ging ich im Schlafanzug in die Küche, um mir dort etwas zu essen zu machen. Ich schmierte mir nur schnell ein Brot, denn ich hatte keine Lust irgendetwas aufwendiges zuzubereiten und setzte mich an den Tisch. Während ich mein Brot aß bemerkte ich wie still es eigentlich in unserem Haus war. Anscheinend war niemand außer mir zuhause. Ich freute mich kurz darüber, verfiel aber sofort wieder in diese lustlose Stimmung.
Als ich fertig gegessen hatte schleppte ich mich wieder hoch in mein Zimmer, legte mich in mein Bett und schlief nach einer Weile wieder ein.
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Tunnel ohne Ende
Teen FictionDies ist meine erste Geschichte, ich würde mich freuen, wenn ihr Bewertungen, konstruktive Kritik oder Vorschläge dalassen würdet :)
