Meine Geschichte...

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Es war ein Montagmorgen wie jeder andere auch. Mein Mann, unser Sohn und ich, wir saßen am Frühstückstisch. Mein Mann las Zeitung und unser Sohn erzählte mir von seinen Freunden. Ich liebte es, wenn er mir von seinen Freunden erzählte. Generell liebte ich es, ihm zuzuhören und einfach seiner Stimme zu lauschen. Ich bin froh, dass er nicht wusste was gerade um ihn herum passierte. Er kriegte zum Glück nichts von all diesem grauen mit. Er fragte mich öfter nach seinem besten Freund. Sein Name war Paul. Er war ein echt toller Junge. Paul war ziemlich oft zu Besuch und spielte mit meinem kleinen. Sie kannten sich seit ihrer Geburt und waren unzertrennlich. Als seine Mutter dann an einer Krankheit verstarb, halfen wir ihm und seiner Familie den Schmerz zu überwinden. Als die Lage in Deutschland, dann immer komplizierter wurde, floh seine Familie. Sie waren Juden. Ob sie noch Leben weiß ich nicht, aber ich kann es nur hoffen. Sie hatten sowas nicht verdient, all diese Verspottung und den Hass. Unser Sohn konnte nie nachvollziehen, warum sie gingen. Er war sehr traurig und es brach mir das Herz ihn so zu sehen. Er wusste nicht, dass Juden in Deutschland nicht mehr Willkommen waren. Das ist auch einer der Gründe, warum mein Mann sich für den Widerstand einsetzte. Ich unterstütze ihn natürlich wo ich nur konnte, da ich all diesen Schwachsinn, der sich in Deutschland abspielte, nie verstehen konnte. Wieso gab es so grauenvolle und verachtenswerte Menschen? Ich verstand es nie und werde es auch nie verstehen. Es freute meinen Mann immer, wenn er armen und schwachen Menschen helfen konnte. Es war sowas wie seine Lebensaufgabe. Er war wirklich ein liebenswerter und herzensguter Mann. Nach dem Frühstück machten wir uns, wie jeden Tag, auf den Weg nach draußen. Wir gingen immer spazieren. Mein Mann und ich, wir mussten erst spät abends Arbeiten. Wir wollten möglichst viel mit Theo, unserem Sohn unternehmen und die Zeit genießen die wir mit ihm verbrachten.  Man wusste nie was als nächstes passierte und wie plötzlich das einst so schöne, freudige Leben den Bach runter ging. An dem Tag liefen wir einen anderen Weg als sonst. Warum, das weiß ich nicht mehr, aber es war ein großer Fehler. Das Wetter war echt schön, der Himmel Blau und wolkenlos, die Sonne strahlte Wärme, Licht und Harmonie aus. Es war wunderschön, ein wahrer Traum. An diesem Tag gingen wir über den Bach und liefen Richtung Kirche, die etwas abseits von der Stadt stand. Der Weg war geziert von Rosen, Gänseblümchen und strahlend grünem Gras. Es machte spaß mit meiner Familie draußen in der Natur zu sein und die Zeit zu genießen. Wie fast jeden Tag sahen wir ab und zu an den Grasflächen rechts und links von dem Steinweg abgemagerte und verunstaltete Juden. Es war schlimm das mit anzusehen und dabei den Blick von Theo zu spüren, der nicht wusste wieso diese Menschen dort lagen. Mein Mann lief, mit der Aussage, dass er den Menschen Nahrung und Trinken holen wollte, in Richtung eines nahegelegenem Laden. Ich lachte nur und konnte nichts anderes tun, als meinem Mann dabei zuzusehen wie er kurz danach den armen Menschen Essen und Trinken reichte. Wir waren nicht wohlhabend oder so, aber trotzdem reichte es um ab und zu Menschen glücklich zu machen. Doch dieses mal lief nicht alles wie sonst immer, nein, es kam ein bewaffneter Soldat. Ich kann mich noch gut daran erinnern wie er so widerlich lächelte und mit Schadenfreunde dabei zuguckte wie die Menschen leideten.  Dieses lächeln blieb, bis er meinen Mann sah. Er war gerade noch dabei, einer alten Dame Brot zu geben als er das Gewehr des Soldaten an den Hinterkopf bekam. Egal wie oft ich versuchte die folgende Szene zu verdrängen, die sich dort abspielte, es ging einfach nicht. Es war grauenvoll. Er trat auf meinem Mann ein, grundlos. Ich weiß nicht wie lange es dauerte bis er aufhörte, aber es reichte um meinen geliebten Mann zum weinen, gar schreien zu bringen. Keiner der Passanten tat was, half ihm. Während der Soldat meinem Mann das restliche Leben raubte, sah ich nur wie versteinert zu und konnte nichts tun. Ich hatte Theo in meinem Armen und stimmte in seine schreie ein und Weinte verzweifelt mit ihm. Wir beide, Theo und ich, weinten, sahen dem Trauerspiel zu und hofften, das dies nur ein Albtraum war. Doch das war es nicht, es war die Pure Realität . Langsam blickte ich wieder auf und guckte in das Tränenüberströmte Gesicht des Reporters. Das, war meine Geschichte...

Tragic fateWhere stories live. Discover now