Gebannt starrte sie die Fläche vor ihr an. Mal wieder huschte eine dunkle Gestalt von einem zum anderen Ende aus ihrem Blickfeld, gefolgt von anderen, ähnlich geformten. Dies kannte sie alles schon und es langweilte sie zu Tode.
Doch was diesmal neu war, waren Wesen die über den Gestalten über die Wand glitten. Sie sahen nicht aus wie die bekannten Sachen die sie kannte. Diese hier waren anders, nicht mit vier Gliedmaßen, an jeder Seite zwei, und einem abgegrenzten Kopf. Diese hier hatten einen langen aber waagrechten Körper mit schmalen, ovalen Köpfen und etwas spitzem ganz vorne. Auch schienen sie nicht auf den beiden unteren Gliedmaßen zu stehen wie die ihr vertrauten Wesen. Diese hier hatten zwei breite, zum Ende hin zulaufende Körperteile welche an der Mitte des Körpers ansetzten. Sie waren auf beiden Seiten ausgebreitet. Ähnlich wie bei den Wesen zuvor, bei denen die Gliedmaßen jeweils vom Anfang und Ende des senkrechten Körpers ausgingen.
Normalerweise hätte sie einfach wie immer stumpf das Geschehen dort angestarrt doch die neuen Gestalten faszinierten sie so sehr, dass es schwer war sich davon loszureißen.
Jetzt waren nur noch die Neuen zu sehen; die alten konnte sie nicht mehr sehen. Das beunruhigte sie allerdings eher weniger da sie sich nun nicht mehr von den bekannten Wesen ablenken lassen konnte.
Was sie total faszinierte fand jemand neben ihr weniger unterhaltsam. Er stieß einen unzufriedenen Laut aus und schnaubte. Sie war nämlich nicht die einzige die die Gestalten sah, mit ihr sahen sie mindestens noch drei andere. Das konnte sie feststellen als sich die drei ab und an unterhielten. Sie hatte sich bis jetzt immer aus den Gesprächen rausgehalten und somit war sie sich nicht ganz sicher ob die anderen überhaupt wussten, dass sie ihr Schicksal teilte.
Zu gerne hätte sie gewusst wie die anderen aussahen doch so sehr sie sich auch anstrengte, ihren Kopf konnte sie nicht drehen. Zumindest meinte sie das... Hatte sie es überhaupt jemals versucht? Sie wusste, dass sie auch solch einen Körper hatte, wie die Wesen die immer über die Wand glitten, das hatte einst eine Stimme gesagt. Damals konnte jedoch keiner orten woher diese kam, denn sie schien von überall her zu kommen. Total aufgeregt hatten die anderen drei angefangen darüber zu diskutieren und schoben es anfangs auf eine Einbildung bis sie Stimme nochmal zu vernehmen war. Und das genau jetzt.
Wieder einmal sprach die Stimme und sie erwartete, dass er ihr und den anderen mal wieder das Wesen dort vorne erklären würde.
„Diese Wesen dort fliegen. Wenn etwas fliegt können die anderen Wesen, die Menschen, die kennt ihr ja bereits, nicht zu ihnen. Menschen sind an den Boden gebunden, können ihn nicht verlassen, höchstens für kurze Zeit können sie sich von ihm losreißen. Die Wesen die ihr dort seht haben jedoch Flügel die ihnen ermöglichen zu fliegen indem sie damit auf und ab schlagen"
Gebannt lauschte sie den Worten und versuchte sich alles zu merken. Als die Stimme gerade erwähnte, dass sie flogen indem sie mit dem Flügeln schlugen begannen die Dinger vor ihr mit den zwei breiten Ausläufern auf und ab zu schlagen. Daraufhin erhoben sie sich höher, über diejenigen, die es nicht taten.
„Diese Wesen nennt man Vögel. Die Menschen jagen sie um sie zu essen. Denn Menschen brauchen Essen zum überleben, sonst sterben sie."
Wie auf Kommando erschienen die Menschen wieder auf der Fläche und verteilten sich.
Einer wurde kleiner und hob etwas vom Boden auf, daraufhin hob er seine Gliedmaße an welcher etwas großes hing und warf es in Richtung einer der Vögel. So etwas hatte sie noch nie gesehen und verfolgte gebannt das Geschehen. Doch trotzdem ahnte sie was die Intentionen des Menschen waren. Bevor sie jedoch weiter grübeln konnte wie und woher sie das wusste traf das Geworfene Ding den Vogel, welcher daraufhin zu Boden fiel.
Und jetzt werden sie es wahrscheinlich essen, so wie gerade gesagt, fiel ihr ein. Die Menschen versammelten sich tatsächlich um den wahrscheinlich toten Vogel und dieser löste sich in einfache Formen auf. Die beiden Flügel lösten sich vom Körper, danach der Kopf. Jeder Mensch nahm eines dieser vier Einzelteile und führte es zu seinem Kopf wo es schließlich verschwand. Unmittelbar danach wurde ihr Körper etwas breiter, der Vogel war verschwunden.
Als die Menschen die Prozedur von neuem begannen wollte sie es nicht mehr mit ansehen. Die Vögel, die so majestätisch und elegant über den Boden schwebten wollte sie nicht erneut sterben sehen. So versuchte sie es zu verdrängen und ersetzte die Wand durch Dunkelheit. Sie wusste zwar nicht wie, aber konnte es und so natürlich wie es sich anfühlte mussten es die Anderen doch sicher auch können. Während sie also über die Vögel und Menschen nachdachte kam ihr ein Gedanke.
Stop, wenn die Menschen essen müssen um zu überleben und deshalb die Vögel töten und sie dann essen, woher nehme ich dann mein Essen?
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So, das wars erstmal mit dem Kapitel als kleine Einstimmung auf die weitere Geschichte.
Ich hoffe es hat euch soweit gefallen auch wenn es bis hier hin noch nicht so spannend war, aber ich verspreche, das wird noch.
Falls es euch gefällt wäre es schön wenn ihr mich das wissen lasst und für die Geschichte abstimmt.
Danke im voraus.
ŞİMDİ OKUDUĞUN
Cave allegory
Genç KurguSoweit sie sich erinnern konnte starrte sie bereits ihr Leben lang auf die selbe Wand... Sie... Wer war sie überhaupt? Was war sie? Das wusste sie nicht. Und trotzdem wusste sie, dass das nicht alles sein konnte, dass es mehr gab, dass sie nicht da...
