Thirty Seven ~ Cake...

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Mir ging es blendend

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Mir ging es blendend.

Ehrlich, ich hatte mich heute Morgen nicht übergeben, als mir bewusst wurde, dass es doch mehr als 200 Leute waren.

Jade hatte mir geholfen mein Make Up zu machen und mein Haar hing natürlich von meinem Kopf.

Mein Dad hielt gerade ein wirklich spannende und aufregende Rede und meine Mutter stand dort, als wäre es eine Beerdigung, denn sie heulte fast.

Ich konnte ja verstehen, dass es ziemlich krass sein musste, endlich den eigenen großen Traum zu verwirklichen, aber man konnte es auch übertreiben.

Na ja, wenigstens wusste ich nun, von wem ich das Peinlichkeitssyndrom geerbt hatte, denn ich benahm mich manchmal auch wie das größte Einhorn.

Ich zuckte zusammen, als ich Ashtons Arm auf meinen Schultern spürte und lieblich blickte er auf mich herab. Erst jetzt kapierte ich, dass mein Vater über mich sprach.

Er erzählte davon, dass ich mich freiwillig dazu bereitgestellt hatte ein, zwei Lieder zu spielen, da mir das auch sooo viel bedeutete.

Viele sahen mich beeindruckt an und ich nickte kläglich.

Ja, gerne tat ich das für Leute, die ich nicht einmal kannte.

Um ehrlich zu sein, wollte ich das alles so schnell wie möglich hinter mich bringen, den gewisse goldbraune Wellen warteten darauf von mir angefasst zu werden.

Ob sie das wirklich taten, bezweifelte ich, aber gerne ließ ich mich das glauben.

"Also bitteschön. Ich bitte um einen Applaus für meine jüngste und tollste Tochter, Ilaria." Mein Vater zeigte auf mich und entfernte sich von der Bühne.

Ja, tollste.

Und ich bat um einen Adoptionsschein, denn ich wollte hier weg.

Ashton umarmte mich flüchtig und schob mich kläglich an, denn meine Füße taten sich richtig schwer auf die Bühne zum weißen Flügel zu gehen.

Wieder mal verspürte ich das Verlangen mich in ein Opossum zu verwandeln. Meine Nervosität stellte sich in Form von unregelmäßigen Atemzügen dar und ich stolperte meinen Weg zum Klavier souverän hoch.

Vor dem Klavier sah ich kurz in die Menge und lächelte schüchtern.

Nicht umkippen, Ilaria!

Mit viel Schwung schwang ich meinen Mantel etwas hoch, damit er hinten am Hocker elegant herunterhing und zitternd nahm ich auf dem Polster platz.

Der Flügel war bereits aufgeklappt und ich würde selbst bestimmen können, wann ich beginnen möchte.

Am liebsten gar nicht, aber 200 Büroschlampen standen seitlich von mir und warteten auf mein Versagen.

Meine Augen hefteten sich auf die Notenblätter und immer noch schien mir das Zeug, das darauf verfasst wurde, wie Japanisch.

Ich war also so dreist und faltete sie zusammen.

KayWo Geschichten leben. Entdecke jetzt