Twenty Seven ~ Handfetisch?

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Müde

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Müde.

Ich war einfach nur müde. Wie in den vergangenen Abenden verbrachte ich meine Zeit mit Kay und unsere Monsterflucht hatte uns beiden eine Menge Energie gekostet.

Wir saßen auf derselben Parkbank, wie vor drei Tagen und schweigend blickte ich rüber in sein Gesicht. Mir fiel auf, dass er wirklich fertig aussah und langsam schenkte ich seiner Aussage, dass er auf sich aufpassen würde, keinen Glauben mehr. Ich gähnte und richtete mich auf. Kay zuckte anhand meiner Bewegung zusammen und drehte sich zu mir.

"Sag mal." Ich legte eine Hand auf seine Schulter, um ihm zu zeigen, dass es mich wirklich interessierte. "Wann hast du das letzte Mal wirklich zu Hause gesessen und dich entspannt?" Kurz sah er mich verständnislos an, bis er seinen Blick von mir abwendete.

Kay schien zu überlegen, denn seine Nase krümmte sich ein wenig und langsam strich er darüber. "Zwei... drei", gab er leise von sich.

Er schien nicht mehr sagen zu wollen und darum war ich dazu gezwungen, ihm alles aus der Nase zu ziehen.

"Zwei, drei was? Tage? Wochen?"

"Monate", flüsterte er und wich meinem schockierten Blick aus.

"Bitte was?" Ich richtete mich komplett auf und sah ihn mir genauer an. "Wie lange schläfst du pro Nacht?" Kay schien es nicht zu passen, dass ich mich über sein Wohlbefinden sorgte und verdrehte seine Augen.

"Wenn's gut kommt, bekomme ich bei Luke und Trace knapp eine Stunde Ruhe."

"Du schläfst nicht bei dir zu Hause?" Kay schüttelte seinen Kopf. "Dort ist es nicht mehr sicher." Verwirrt zog ich meine Augenbrauen zusammen.

What?

Ich versuchte meine Ungläubigkeit zu zügeln und fragte mit einem ruhigen Unterton, "Ist das auch der Grund, warum Toby nur bei ihnen schläft?" Fast unmerklich nickte der Dieb und drehte sich in meine Richtung. "Ich versuche so oft wie möglich von meinem Bruder wegzubleiben, denn sind wir beide am selben Ort, fällt es ihm nur noch einfacher."

Ihm?

Kay bemerkte meinen verwirrten Blick und seufzte auf. Der Dampf kam aus seinem Mund und erinnerte mich daran, dass mir eigentlich kalt war. Fokussiert rieb ich mir meine Hände und sah auf Kays Mund, denn ich wollte wissen, von was er sprach.

"Da gibt es jemanden, der etwas gegen mich und meine Familie hat... Es ist ziemlich kompliziert. Jedenfalls möchte er mich tot und leider auch Toby."

Ich versuchte diese Informationen zu verarbeiten und erblickte, wie Kay gähnte. Ich fühlte mich schlecht und Sorge breitete sich in mir aus. "Aber Toby ist bei den anderen sicher, oder?" Kay nickte flüchtig. "Der Dude weiß nur, wo meine Wohnung ist und hat keine Ahnung, wo sich Toby befindet. Nur weiß ich nicht, wie lange das so bleiben wird."

Er hob seinen Blick und sah mich schmerzerfüllt an. "Ich weiß nicht, wie lange ich meinen Bruder noch schützen kann."

Ich schluckte und versuchte ermutigende Sätze in meinem Kopf zusammenzureimen, nur hatte ich ja keine Ahnung, was wirklich abging. Ich konnte also keine Vermutungen schließen und so tun, als würde ich wissen, dass alles gut enden würde.

KayWo Geschichten leben. Entdecke jetzt