Kapitel 1

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Weißt du eigentlich, wie es ist, ein Nichtexistenter zu sein? Seid knapp zwei Jahren, weihe ich nicht mehr unter den Lebenden, sondern bin ein Geist in der Himmelswelt.

Du fragst, warum ich nicht in einer dieser Gruselvillen lebe? Ganz einfach, eigentlich bin ich ein Engel, jedoch verstarb ich im Alter von 16 und da meine Rasse ein zweites Leben hat, bin ich nun hier.

Im Engelsreich verläuft für mich jeder Tag gleich, ich erwache, bekomme Aufgaben die ich erledigen muss, hab paar Stunden Freizeit und gehe wieder schlafen. Naja, in meinem früheren Leben wiederholten sich ebenfalls alle Tage, als wäre es eine Dauerschleife, eines einzelnen Tages.

Jedoch gibt es für mich einen besonderen Tag hier, an dem mein bester Freund Juzouu hier ins Reich der Engel kommt.

Er im Gegensatz zu mir ist ein Existenter und hat ein normales Leben auf der Erde. Gegenüber ihm, verhalte ich mich so, als wäre ich genau wie er: existent.

Da ich ihm nie von meinem Todesfall erzählt habe, ist er immernoch im Glauben ich würde irgendwo auf der Erde als Engel unter den Menschen leben. Für ihn wäre es sicher schrecklich, wenn er erfahren würde, dass ich.. naja.. tot bin.

Bevor ich mich nun wieder meinem Alltag widme, möchte ich euch erzählen, wie es überhaupt dazu kam, dass ich starb.

Mein Tag begann so wie jeder andere auch. Ich erwachte an meinem Lieblingsort in meinem Bett, daraufhin setzte ich mich müde auf und streckte mich erstmal ordentlich, dabei ging mein Blick nach außen, durch das Fenster, rechts von meinem Bett.

Draußen schneite es, so wie jedes Jahr an meinem Geburtstag. Ich habe diesen Tag gehasst, aus keinem groß besonderen Grund. Wahrscheinlich lag es einfach daran das meine Eltern ihn jedes Jahr vergaßen?

Ob es beabsichtigt war oder nicht, fand ich jedoch nie heraus.

Nun den, daraufhin gings aus meinem Zimmer raus, unten hörte ich meine Eltern schon wieder streiten, was ich jedoch versuchte irgendwie zu ignorieren. Allerdings nachdem ich mich fertig gemacht hatte, musste ich mich trotzdessen zu ihnen runter begeben.

Leise ging ich die Treppen runter und dann in die Küche, dort sahs meine Schwester am Küchentisch.

Sie aß ihr Spiegelei, bis sie mich bemerkte, aufsprang und auf mich zu lief: ,,Alles Gute zum Geburtstag, Bruderherz!" rief sie dabei und umarmte mich.

Ich reagierte nicht groß darauf und sagte nur: ,,Guten Morgen, Emilia", danach drückte ich sie von mir, sie warf mir dabei einen beleidigten Blick zu, was ich ebenfalls ignorierte.

Sie sollte endlich mal verstehen, dass ich diesen Tag nicht ausstehen kann.

Während ich mich mit meinem Spiegelei an den hölzernen Tisch setze, kam meine Mutter herein und sah zu mir: ,,Heute Abend, nach der Nachhilfe wirst du alleine zu Hause sein. Dein Vater und ich werden eure Oma im Krankenhaus besuchen und Mika trifft sich mit einer Freundin. Ich stelle dir Essen in den Kühlschrank, du brauchst es später nur noch aufzuwärmen. Aber das kennst du ja", sagte sie zu mir und ich gab ihr als Antwort nur ein Nicken.

Nach dem Frühstück verließ ich den Raum und ging in den Flur, wo ich mir eine schwarze Winterjacke, eine Wollmütze und Sneakers anzog. Dann kam nur noch mein Rucksack auf den Rücken und ich verließ das Haus.

Das letzte was ich noch von meiner Mutter hinterher geworfen bekam, war: ,,Jae Smirnov! Zieh dir gefälligst ande-", den Rest ihres Gemeckers bekam ich dann, aber doch nicht mit, da die Tür zu dem Moment bereits zu war und Kopfhörer in den Ohren drin steckten.

Draußen war es noch dunkel, das Einzigste was man noch sah, waren die Lichter der Laternen und der weiße Schnee, der vom Himmel flog. Während ich mich auf den Weg zur Schule machte, bemerkte ich eine mysteriöse Person in einem schwarzen Mantel, dazu passenden Schuhen und einem Hut, wie auch der Hose im selben Farbton.

Er stand auf der anderen Seite der Straße und starrte zu mir rüber. Ich empfand das als gruselig und versuchte ihm keine große Beachtung zu schenken, jedoch kam diese Person mir bekannt vor.

In den letzten Tagen bekam ich ihn immer öfter zu Gesicht, oft in einem dunkelblauen Leiwagen.

Einmal sah ich ihn wie er beim Eiscafe in dem ich mich mit Liam und Jake treffen wollte. An einem anderen Tag war es wie heute, an dem ich ihn einfach auf der Straße sah.

Aber bisher habe ich das nie als Bedrohung eingestuft.. verfolgt er mich vielleicht? Ich beschloss einen Gang zuzulegen und rannte zur Schule. Dort angekommen war niemand mehr auf dem Schulhof oder auf den Fluren, als ich das Gebäude betrat.

Anscheinend war ich zu spät. Auf dem Weg zur Klasse blieb ich jedoch in einem gechillten Gang, im Schulgebäude fühlte ich mich irgendwie sicherer.

Vor dem Raum angekommen, klopfte ich und betrat diesen, als die Stimme meines Lehrers mich vom inneren zum Eintritt aufforderte. Dort setzte ich mich auf meinen Platz, ohne auf die Frage des Lehrers zu antworten: ,,Weshalb ich zu spät bin", die Schüler meiner Klasse sahen mich alle an.

Doch ich achtete nicht auf sie und nahm meine Schulsachen, wie Buch und Mäppchen, aus meinem Ranzen.

Am heutigen Tag, machte ich nicht groß mit, es lag daran, dass meine Laune einfach komplett im Keller war, wegen meines Geburtstags.

Weißt du eigentlich wie es ist ein Nichtexistenter zu sein?Stories to obsess over. Discover now