Two ~ "Einmal Ist Keinmal"

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"Hey, Bitch

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"Hey, Bitch." Ash lehnte sich an den Spind neben mir und lächelte mich übermotiviert an.

Das war er aber nur, da er gleich Geschichte haben würde. Sein momentanes Lieblingsfach. Nein, nicht weil ihn die historischen Ereignisse der Welt interessierten. Ihn interessierte viel mehr, was sich in der Hose von dem jungen, neuen Lehrer versteckte. Ash war der Meinung, der Typ hätte Big-dick Energy.

"Dann viel Spaß beim Studieren und Einprägen", ich umarmte den Lockenkopf und schloss meinen Spind. "Oh Honey. Ich werde so richtig hart Studieren." Er grinste mir schelmisch entgegen und neigte sich zu mir runter, um mir einen Kuss auf die Stirn zu geben. Mit den Mathebüchern im Arm schlenderte ich in Richtung Klassenzimmer. Ich hatte nicht wirklich Bock darauf. Das Fach war nicht das Problem, aber die Anwesenheit von Tina gab mir Gänsehaut.

Definitiv nicht auf positive Weise. Oh Gott, nein. Eher, weil sie es passend fand mir gewaltig auf die Nerven zu gehen. "Guten morgen, liebe Klasse."

Ja... Morgen.

Das erste was passierte, war das Herunterfallen meiner Bücher und genervt hob ich sie in mitten der Erklärungen von Potenzen auf. Heute war nicht mein Tag. Das wurde mir aber schon bewusst, als ich heute Morgen den Zeh an der Bettkante gestoßen hatte. "Miss Harper, die Wurzel von 250?", rief mich die Tante auf.

Es gab keine Wurzel und 250 ist eine irrationale Zahl. Also musste man so vorgehen:

"Man nimmt die Zahl unter der Wurzel auseinander, also 25 mal 10. Von 25 kann man die Wurzel ziehen, also ist vor der Wurzel eine 5 und in ihr die 10." Die Brillenträgerin blätterte im Lösungsbuch und lächelte mich dann an. "Sehr gut, Dankeschön."

Das Lob nahm ich doch gerne entgegen und klopfte mir selbst auch nochmal auf die Schulter. "Streberin." Tinas Stimme erklang flüsternd hinter mir, doch ich verdrehte bloß meine Augen. Sie war doch nur neidisch, dass sie den Inhalt ihres Hirnes von unzähligen Jungs Wegvögeln lassen hat und meines noch voll im Gange war.

"Schlampe", entkam es meinen Lippen, als ich ausatmete. Natürlich könnte ich ihr das nie ins Gesicht sagen.

Dazu fehlte mir der Mut.

~

Schweratmend presste ich mich an die Wand. Mit beiden Händen versuchte ich mich aufrecht zu halten, aber meine Lungenflügel zogen sie gefühlt zu einer Größe einer Erbse zusammen.

Mein Hals war trocken und mein Stresslevel schlug oben am Balken an. Die Angst, dass sie mich treffen würden, dominierte meinen Körper. "Sie ist hinter der Matte!", hörte ich jemanden schreien und wandte mich weg. Ich musste von hier weg.

Mit großen Schritten rannte ich zur nächsten Matte und stemmte mich hinter sie. "Kommt Leute! Nur noch Ilaria!" Mein Sportlehrer klatschte in die Hände und feuerte die Gegenmannschaft an.

Es sollte bloß ein Spiel sein, aber ich hatte wirklich keinerlei Interesse von zig Bällen bombardiert zu werden. Diese taten nämlich verdammt weh und die letzten drei Male verließ ich die Halle mit mindestens zwei Blutergüssen. Heute hatte ich mich einfach das ganze Spiel über im Schatten der anderen versteckt, was sich ja schlussendlich eher als einen Fehler entpuppte. Jetzt war ich nämlich alleine.

KayWo Geschichten leben. Entdecke jetzt