One ~ Beethoven Who?

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"Das ist doch Scheiße!", fluchte ich in den Raum und schlug auf die Tasten

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"Das ist doch Scheiße!", fluchte ich in den Raum und schlug auf die Tasten. "Ich hasse Klavier spielen!"

Verzweifelt brachte ich meine Finger wieder in Position. Ich atmete tief ein und versuchte es erneut. So wie es mir meine Musiklehrerin gezeigt hatte, spreizte ich meine Finger, um jede Taste zu treffen.

"Man!" Ich sprang vom kleinen schwarzen Stühlchen auf und stampfte zu meiner Tasche. Das konnte doch nicht wahr sein. Meine Finger mussten einfach zu kurz sein. Das war nicht meine Schuld. Meine Hände waren einfach zu klein zum Klavier spielen.

"Ilaria, auch die besten Pianisten hatten es nicht ohne stundenlanges Üben geschafft." Mrs White legte eine Hand auf meine Schulter und sah mich lieblich an. Ich nickte bloß. Diesen Satz hatte ich schon viel zu oft gehört. Ich nippte ein letztes Mal an meiner Wasserflasche und ließ mich von meiner Lehrerin wieder an das Klavier führen.

Sie war der Meinung, ich würde Fortschritte machen, aber ich war mir sicher, wenn sie ganz ehrlich sein müsste, würde sie zugeben, dass ich ein hoffnungsloser Fall war.

"Versuch es nochmal. Ich bin mir sicher, dass du es jetzt schaffen wirst." Sie setzte sich neben mich und stellte sicher, dass ich meine Finger richtig auf die Tasten legte.

Zuerst lächelte sie, aber als ich den nächsten Versuch aus dem Fenster warf, seufzte sie. "Machen wir Donnerstag weiter. Du brauchst halt einfach mehr Übung als andere", versuchte sie mich aufzumuntern.

Wir verabschiedeten uns mit einem Handschütteln und im Türrahmen stand schon Ash, der mich von diesem Mist ablenken würde. Mit einem Grinsen legte ich meine Arme um den Torso meines besten Freundes. Er hob mich lachend hoch und drehte sich einmal. "Oh Honey, wie klein du doch bist", schmunzelte er, als er mich wieder zu Boden ließ.

"Ich will dich ja nicht kränken oder so, aber du bist nur einen halben Kopf größer-" Der Lockenkopf unterbrach mich, "Was bedeutet, dass ich auch halb hübscher bin als du."

Ich schüttelte meinen Kopf und lief zum Auto. "Natürlich."

"Bist du immer noch gleich scheiße im Klavier spielen?" Er setzte sich ebenfalls in seinen weißen Audi und blickte mich provozierend von der Seite an. Seine blonden Locken waren frisch gekürzt und die braunen Teddyaugen versteckten sich hinter seiner glitzernden Sonnenbrille. "Ungefähr." Es war kein Geheimnis, dass ich es nicht auf die Reihe brachte meine Finger angemessen zu bewegen.

Meinen Eltern hatte ich es ebenfalls schon mehrmals unter die Nasen gerieben, aber es interessierte sie nicht. Sie bestanden darauf, dass ich zur Eröffnung unserer Firma Harper mehrere Stücke vorspielen sollte. Als sie mit dieser Idee angesprungen kamen, googelte ich bereits, ob man sich selbst zur Adoption freigeben konnte.

"Gehen wir zum Starbucks oder ins Café Blümchen?" Fragend drehte ich mich zu Ash, der wusste, dass ich das Café viel lieber hatte, als den Mainstream Café-laden, den jeder kannte. "Starbucks." Anhand seiner Worte ließ ich mich in die Rückenlehne plumpsen. "Tut mir leid, Süße. Aber dort gibt es wenigstens was zum Anschauen. Nicht so wie bei Berta im Blümchen."

KayWo Geschichten leben. Entdecke jetzt