Das grausame und gleichzeitig Adern erstarrende Gebrüll der Bestie kam näher und wurde lauter. Litha war eingequetscht in ihrer Höhle, in der sie vor wenigen Sekunden noch Zuflucht gesucht hatte. Hier geht es nicht mehr weiter. „Ich bin hier gefangen. Kein Entrinnen mehr, Höhle zu Ende, sowie mein Leben", waren die einzigen Gedanken noch. Da erschienen auch schon die blutrot unterlaufenden Augen der Bestie am Eingang der Höhle. Ein aufgeregtes glucksen entwich ihm als er Litha sah, die jetzt sich noch enger gegen die Wand drückte. Ihre Wunde, die schon vorher im Gefecht mit diesem Leviathan entstanden ist, blutete jetzt stärker. "Adar nin alya", schrie sie nun laut, was so viel hieß wie 'Vater hilf mir'. Und wie ein Wunder stürzten die Augen vom Eingang zur Seite weg, gefolgt von einem wütenden Gebrüll. Ein Schatten erschien kurz und huschte dann flink und wendig auf dem Monster umher. Es sah fast aus wie Tanzen, abgesehen von dem quälenden Schreien des Leviathans und den Blutfontänen, die aus dem Körper schossen. Jetzt erkannte Litha was dieser Schatten war. "Das kann nicht sein... eine Waldelbin? Die Waldelben sind doch verschwunden seit Jahren?". Der Schatten war eine hochgewachsene Frau mit braunen langen Dreadlocks, wodurch man ihre spitzen Ohren deutlich erkennen konnte. Wenn sie fauchte erschienen ihre langen Eckzähne. Und ganz anders als erwartet waren ihre Augen. Gewöhnlich gingen die Augen der Waldelben ins Grüne, doch ihre waren feuerrot und in einem kam das Gefühl von Wärme.
Der Leviathan sackte nun zusammen und mit einem schnellen und kraftvoll ausgeführten Sprung trennte die fremde Elbin den Kopf des Ungetümes ab. Dann starrten erneut rote Augen Litha an. Geschmeidig und Ballerina gleich, sowie elegant kam die Fremde auf Litha zu. Ihre Schritte waren bestimmt und je näher sie kam, kraftvoll. Das Schwert welches eigenartig glühte, in der linken Hand und in der rechten noch den Dolch auf Anschlag gehalten. "Man engië elye?", fragte die Fremde. "Litha'Tylanne von dem Volk der Lichtelben. Und wer bist du wenn ich jetzt mal so fragen darf?". Nur ein durchdringender Blick ihres gegenübers kam als Antwort. Die Waffen steckte die Fremde weg. "Verbluten wirst du, es sei denn du beschließt mit mir zu reisen. Dann kannst du jedoch erst einmal nicht zurück!" Sagte sie und ihre Stimme war tief und samtig, jedoch auch rauchig und mit leichten schneid. "Okay!" schmetterte Litha heraus und viel dann in Ohnmacht, alles wurde schwarz um sie herum.
Tyria schaute sich Litha genau an, in ihrer silbern glänzenden Rüstung, mit einem braunen Lederrock, über dem Rock war der Gurt an dem zwei Schwerter und zwei Dolche verankert waren, sowie ein magischer Speer am Bein, leicht in ihren hohen Stiefeln mündend befestigt war. Die Frau selbst war bildhübsch. Ihre schlanke, hochgewachsene und drahtige Figur mit den goldenen langen glatten Haaren, dem feinen, lieblichen Gesicht und den typischen spitzen Ohren und Eckzähnen. Alles schien zu harmonieren und sie war einfach hinreißend. Tyria stieß einen Pfiff aus und ein schwarzer riesiger Hirsch mit Sattel und großem Geweih erschien. "Ruhig Brudhar.", sagte sie nun und hob scheinbar mühelos und mit einer fließenden Bewegung Litha auf und legte sie kurz vor dem Sattel über den Hirsch, dann schwang auch sie sich auf ihr Tier und mit einem mal ohne, dass sie etwas sagte, lief der Hirsch los. Scheinbar lautlos und mit rasender Geschwindigkeit, sprang das Reittier durch den Wald. Schnell die Richtung verändert, aber genau wissend wohin, setzen die drei ihren Weg fort. Der Wald war gigantisch und unübersichtlich doch schon bald hatten sie ihr Ziel erreicht. Einen überdimensionalen Baum im Zentrum des Waldes. Der Baum schien uralt und in seiner weiten Krone konnte man Hütten und viele Hängebrücken erkennen alles war miteinander verbunden. Der Baum, die Hüten, die Brücken alles wirkte perfekt zusammen harmonisierend und sogar symbiotisch und doch war alles so versteckt und für einen Menschen schier unsichtbar. Jetzt im hohen Tempo machte der Hirsch einen Sprung auf den Stamm zu und es schien als würden sie dagegen prallen, doch es tauchte ein kleiner Spalt auf, durch den sie glitten und im Innern des Baumes landeten. Sofort standen Soldaten um den Hirsch herum und Tyria, die skeptisch auf die immer noch bewusstlose Litha schauten. "Was soll das Tyria? Dies ist eine Lichtelbin. Weißt du denn nicht was diese getan haben was sie uns antaten?", schmetterte der Hauptmann in seiner verzierten Rüstung los. "Ja, jedoch will ich Frieden und sie ist schwer verwundet und braucht medizinische Hilfe. Ach und wollt ihr mir schon wieder in die Quere kommen, Hauptmann? Dieses Mal könnte es nicht so glimpflich für euch ausgehen!", ihre Stimme wurde drohender und forsch. Dabei zuckte er leicht zusammen und er wurde sehr nervös. Schnell befahl er einen Mediziner zu holen und auch den Ältesten. "Sagt auch der Königin Bescheid!", befahl er hastig und nun war es Tyria, die für eine Millisekunde schluckte und etwas unruhiger wurde. Dennoch stieg sie ab voller Stolz in der Bewegung und erwiderte flink auf den letzten Befehl. "Ich werde schon allein gehen zur Königin. Brudhar sei artig und geh nun". Der Hirsch stand auf brachte noch die verwundete Litha zu einem weichen Strohhaufen und dann sprang das mächtige Tier auch schon wieder durch den Spalt und war verschwunden. Tyria ging nun durch ein großes schweres Tor und dahinter kam eine Stadt, eine sehr lebendige Stadt, zum Vorschein.
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Woge Der Natur - Elbental Sage
FantasyDie drei Elbenreiche sind seit Jahrtausenden zerstritten. Doch nun kehrt ein frischer Wind ein. Waldelben, Lichtelben und Dunkelelben müssen sich alle auf einen Wandel gefasst machen.
