*Milas PoV*
Heute waren es immerhin £20, die ich von den Leuten bekommen hatte. Genug für etwas zu essen und zu trinken. Als es dunkel wurde, stand ich langsam auf und sah mich um. Weit und breit kein Mensch mehr zu sehen. Ich packte meine Sachen zusammen und lief los richtung Supermarkt. Meine Mütze zog ich einfach tief in mein Gesicht.
Die Blicke der Menschen war ich mittlerweile zwar gewohnt, allerdings konnte ich sie heute einfach nicht ertragen. Schon seit über einem halben Jahr lebte ich jetzt auf der Straße und das, mit gerade mal 19 Jahren. Das alles fing an, mit dem Autounfall meiner Eltern. Das Auto überschlug sich zwei Mal und bis die Rettungskräfte bei ihnen waren, sind beide an ihren Verletzungen umgekommen. Damals war ich 18 und zu alt für ein Kinderheim. Ich hatte zwar noch andere Familie, allerdings hatten wir unter einander noch nie ein gutes Verhältnis, weshalb ich alleine blieb. Zu dieser Zeit war ich emotional so fertig, dass ich mein komplettes Leben nicht mehr in den Griff bekam, irgendwann alles nicht mehr bezahlen konnte und auf der Straße landete. Alle Freunde die ich hatte, hatte ich durch meine kalte Art, die mich seit dem Tod meiner Eltern immer mehr prägte, vergrault und jegliche andere Hilfe hatte ich abgelehnt. Im Nachhinein bereute ich meine Entscheidung zwar etwas, jedoch hatte ich mich mittlerweile damit abgefunden.
Im Supermarkt angekommen lief ich nachdenklich durch die Gänge und überlegte, was ich essen sollte. Wie gerne ich einmal wieder etwas wirklich gutes und warmes Essen würde, jedoch versuchte ich mein Geld etwas zu sparen und konnte mir solches Essen deshalb einfach nicht leisten. Zielstrebig nahm ich mir zwei Flaschen Wasser und einen Apfel. Etwas anderes hatte ich heute zwar noch nicht zu mir genommen, allerdings hatte ich auch nicht allzu großen Hunger. Seit ich auf der Straße lebte, hatte ich bestimmt über 10 Kilo abgenommen und war mittlerweile viel zu dünn, das wusste ich selbst. Jedoch kümmerte mich mein Aussehen fast gar nicht mehr.
Schnell lief ich zur Kasse, legte die Sachen auf das Band und nahm etwas von meinem Geld.
“Das macht 5 Pfund 36“, sagte die Verkäuferin und sah mich leicht skeptisch an. Ohne einen Ton zu sagen gab ich ihr das Geld, nahm mein Rückgeld und lief wieder aus dem Laden. Mir war es egal ob ich unfreundlich wirkte, immerhin war die ganze Welt unfreundlich und unfair.
Ich trug die Sachen zurück an meinen gewohnten Ort, kauerte mich in eine Ecke und trank zuerst einen Schluck. Dann nahm ich etwas von dem Wasser um den Apfel zu waschen und aß ihn dann. Alle meine Sachen hielt ich dicht bei mir um zu verhindern, dass irgendjemand auf die Idee kam sie zu klauen. Als ich den Apfel fertig hatte, schmiss ich den Rest auf die Straße und sah mich nachdenklich um. Obwohl es dunkel war bis auf die Laternen, erkannte ich den Mann, der in meine Richtung lief, sofort. Er hatte wie üblich seine Aktentasche in der Hand, das Hemd in die Hose gesteckt und sah wie immer perfekt gestylt aus. Nur seine braunen Haare sahen heute etwas zerzauster aus als sonst. Er lief jeden Tag an mir vorbei, immer jeweils morgens und abends. Und jedes mal schenkte er mir einen mitleidigen Blick, lief aber immer an mir vorbei. Manchmal sah es aus als würde er mit mir reden wollen, jedoch ist es bis jetzt noch nie dazu gekommen. Auch heute schenkte er mir wieder einen mitleidigen Blick. Seine Lippen hatte er zu einem müden Lächeln verzogen. Ich jedoch sah ihn nur starr und emotionslos an, wie jedes mal. Wie gewohnt lief er an mir vorbei, nach Hause. Nachdenklich sah ich ihm nach, trank noch einen Schluck von meinem Wasser, legte mich dann auf den Boden und versuchte zu schlafen. Den Lärm der Straße konnte ich gut ausblenden, aus Gewohnheit und nur kurze Zeit später war ich eingeschlafen.
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Saviour »l.p.«
Fanfiction» "Darf ich fragen, wie du heißt?", brach Liam die Stille und sah mich an. Ich blieb lange Zeit still und sagte dann leise: "Mila." Es war das erste Mal seit ein paar Monaten, dass ich wieder etwas gesagt hatte und meine Stimme klang auch dementspre...
