One Night Stand

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KAPITEL EINS
One Night Stand


Ferner Verkehr und Vogelgezwitscher begrüßten mich, als ich aus meinem erholsamen Schlaf erwachte. Ich konnte die angenehm warmen Sonnenstrahlen spüren, die anscheinend durch ein Fenster ganz in meiner Nähe fielen, und lächelte bei diesem angenehmen Gefühl.

Egal, wo ich mich gerade befand, die bequeme Matratze unter mir und die weiche, gut duftende Decke waren berauschend, ganz anders als in meiner schäbigen, viel zu kleinen Wohnung. Nur schade, dass ich bald gehen müsste.

Stöhnend räkelte und streckte ich mich und seufzte tief aus, noch nicht bereit meine Augen zu öffnen und dem heutigen Tag entgegenzublicken. Glücklicherweise schien sich der Alkohol nicht allzu sehr auf mich ausgewirkt zu haben, denn bis auf ein dumpfes Pochen ging es mir eigentlich ganz gut.

Ich rollte mich auf den Rücken und legte mir den Arm über die Augen, in dem Vorhaben noch etwas in meinen Gedanken zu schwelgen, als eine große, warme Hand den Kontakt zu meiner Haut fand und kleine Kreise auf meinem Unterleib zog. Meine Atmung stockte, als mein Körper zum Stillstand kam und mein Blut in meinen Venen gefror.

Ich wusste, dass ich gestern Abend mit jemandem mitgegangen war, einfach nur um etwas Spaß zu haben und für einen Moment das Leben genießen zu können. Doch meine Erinnerungen waren unklar, verschwommen, und das Gesicht des Fremden eine verzerrte Masse an Farben.

Doch das Letzte, was ich erwartet hatte, war diese Hand, die mich sanft gefährlich weit unten liebkoste und für ein angenehmes Kribbeln in meinem Unterleib sorgte, sowie zwei weiche Lippen, die hauchzart über meinen Oberarm strichen.

Langsam nahm ich den Arm von meinem Gesicht und öffnete meine Augen. Das Sonnenlicht schien grell durch ein Fenster zu meiner Rechten, weshalb ich erst einmal einige Sekunden dagegen anblinzeln musste, damit meine Augen sich daran gewöhnten.

Doch als ich endlich klare Sicht hatte und zur Seite blickte, stockte mir glatt der Atem. Ich hatte keine Ahnung, wie ich es geschafft hatte diesen ... Gott um meine Finger zu wickeln und er sich auf eine Nacht mit mir eingelassen hatte, doch bei dem Anblick dieses Mannes fühlte ich mich wie eine kleine, graue Maus.

Seine tiefbraunen Augen starrten mich mit einer unergründlichen Wärme an, als er mir ein sanftes Lächeln schenkte. »Guten Morgen«, hauchte er, seine Stimme tief und rauchig, noch belegt vom Morgen. Bei diesen Klängen spürte ich Gänsehaut über meine Haut ziehen und verkniff mir gerade noch den Schauder, der mir über den Rücken zu laufen drohte. Seine zarten Handbewegungen auf meinem Körper machten es nicht besser.

»Morgen?« Meine Antwort klang mehr wie eine Frage, da ich einfach nicht wusste, wie ich mich bei ihm zu verhalten hatte nach unserer gemeinsamen Nacht. Normalerweise schlief mein Partner noch, wenn ich aufwachte, sodass ich mich unbemerkt aus dem Staub machen konnte; in Kontakt kamen wir danach nie wieder. Man hatte etwas zu tief ins Glas geguckt, verstand sich relativ gut und teilte für eine Nacht etwas und mehr war da nicht.

Doch jetzt erfuhr ich eine völlig neue Situation, eine, die wohl nach jedem One Night Stand für Verwirrung sorgen würde. Ich hatte eher kaltes, distanziertes Verhalten erwartet, als ein sanftes Lächeln und zarte Berührungen.

Ich schluckte angestrengt den Kloß in meinem Hals hinunter und versuchte, mir die Verunsicherung nicht allzu sehr ansehen zu lassen. Die Hand des attraktiven Mannes neben mir stoppte mit ihren Kreisbewegungen und glitt stattdessen weiter zu meinem Hüftknochen, bis hoch zu meiner Brust.

»Hast du Kopfschmerzen? Ich kann dir ein Glas Wasser mit einer Tablette bringen«, meinte er und stützte sich auf seinem anderen Arm ab, um mir besser ins Gesicht blicken zu können. Seine Finger zogen eine leichte Spur auf meiner Brust und hinterließen ein kleines Kribbeln dort, wo sie meine Haut berührten. Ich fühlte mich wohl in seiner Nähe, dies konnte ich nicht leugnen, doch die Verwirrung war noch immer präsent.

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