Kapitel I - Der Stein vom Himmel

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„General, der Asteroid hat soeben seine Flugbahn verändert!", brüllt einer der Wissenschaftler, der an seinem Computer sitzt, durch den halben Raum.
„Wie ist das möglich? Von alleine kann er seine Bahn doch nicht verändert haben?!", entsetzt eilt der General zu dem Wissenschaftler und seinem Computer.
In einer der trockensten Wüsten Nordamerikas sind Wissenschaftler und das Militär in Aufruhr versetzt.
„Es gab unmittelbar vor dem Asteroiden eine Explosion, keinem natürlichen Ursprungs. Ein Energiestrahl kam aus dem Sektor K", berichtet der Wissenschaftler.
„Wird er die Erde treffen? Wo wird er herunter kommen?"
Der Wissenschaftler stellt einige Berechnungen an, bevor er es genau sagen kann.
„Über den Vereinigten Staaten, Kalifornien. Wahrscheinlich in der Nähe von Modesto."
„Wird er verglühen?"
„Er wird an Größe verlieren, aber nicht vollkommen"
„Stellen sie einen Trupp zusammen, wir müssen sofort dahin!", befehlt der General einem Offizier, der salutierend von ihm wegtritt.
„Halten Sie mich auf dem laufenden, ich werde nach Modesto fliegen", befehlt der General dem Wissenschaftler.
„Jawohl Sir"


„Na los, platz da!", Susan wird von Anne aus dem Weg geschubst. Diese will darauf sofort etwas erwidern, doch sie wird von ihrer Freundin zurück gehalten.
„Lass es lieber. Sie ist es nicht wert", meint Rici und hält Susan an der Schulter fest.
„Ja, aber sie ist so nervig, nur weil sie denkt, sie wäre etwas besseres!", wütend stampft Susan mit ihrem Fuß auf den Boden.
„Gehen wir lieber wieder zurück in die Klasse", Rici geht vor, in der Hoffnung, dass Susan ihr folgen wird, was sie auch macht.
Auf ihrem Stundenplan steht als nächstes Mathematik. Das beliebteste Fach aller Schüler. Natürlich nur von denen, die auch Mathe können. Rici kann es nicht so richtig, Susan hingegen schon und sie hat dabei auch noch Spaß. Niemand, der Mathe wirklich mag, versteht, wie jemand an diesem Fach Spaß haben kann.
Für Susan vergeht die Stunde wie im Flug, für Rici ist es jedoch ein zähes Unterfangen. Übertrieben hat es sich Jahre angefühlt, bis die Stunde vorbei ist und sie endlich eine Stunde Zeit haben für das Mittagessen in der Schulkantine.
„Und, was holst du dir?", fragt Rici, wobei sie die Antwort schon kennt, denn Susan ist Vegetarierin. Ja genau, eine, die kein Fleisch isst. Das kann Rici nicht verstehen. Der Mensch steht doch schließlich ganz oben auf der Nahrungskette und früher als Homo neanderthalensis, besser bekannt als der normale Neandertaler, wurde auch nur Fleisch gegessen. Susan ist es aber egal, was die Natur sagt. Sie ist es aus Überzeugung. Sie weiß, wie die Nahrungskette funktioniert, aber sie hat ihre eigene Meinung. Rici ist nur froh, dass sie keine typische Vegetarierin ist, die es jedem in jeder Gelegenheit erzählen muss. Sie macht eher ein Geheimnis daraus.
„Das weißt du doch, wieder die Gemüsepfanne", zwinkert Susan ihrer Freundin zu.
„He, sieh mal. Da vorne ist Jack", Rici stupst Susan mit dem Ellenbogen an. Susan ist es peinlich. Ja sie ist in ihn verknallt, aber warum muss Rici immer diese Bemerkungen machen?
„Sollen wir uns zu ihm setzten?"
„Was?! Nein! Spinnst du?!", Susan ist geschockt. Immer wenn sie in seiner Nähe ist passiert etwas schlimmes. Auch jetzt malt sie sich aus, was passieren könnte.
Einfach vor ihm stehen und nichts sagen können vor Aufregung. Ausrutschen und das Tablett mit dem Essen auf ihn kippen. Oh mein Gott, das wäre das Schlimmste, was passieren könnte.
„Lass uns lieber zum Fenster. Da können wir raus sehen", Susan eilt voraus und setzt sich so weit von Jack weg, wie es nur geht.
„Du und deine Ängste. Irgendwann musst du sie überwinden", lacht Rici ihre Freundin schon fast aus.
„Ja irgendwann, aber nicht heute", und Susan beginnt genüsslich ihre Gemüsepfanne
zu essen.


„Sag mal, wünscht du dir nicht manchmal etwas mehr zu tun, etwas mehr zu sein als nur eine normale Schülerin?", fragt Rici ihre Freundin.
„Wie meinst du das?"
„Naja, irgendwann gehen wir auf die Uni und was passiert danach? Ich glaube ja nicht, dass wir nach dem Abschluss wirklich etwas bekommen werden. Da will man doch jetzt lieber etwas besonderes machen, etwas besonderes sein. Irgendeine Kraft haben...", Rici weiß nicht, wie sie es ihrer Freundin noch klarer machen soll.
„Du kannst gerne eine besondere Kraft haben, ich bleibe lieber im Hintergrund", doch Susan weiß, was ihre Freundin meint. Sie wünscht sich tatsächlich eine Kraft, jedoch eine, bei der sie verschwinden kann. Unsichtbarkeit wäre super. So kann sie von niemandem gesehen werden und sie selbst könnte Jack hinterher spionieren, ohne dass er es bemerkt und ihre peinlichen Unfälle sieht.
„Naja, schade nur, dass so etwas nicht geht", sagt Rici enttäuscht und isst den letzten Rest von ihrem Teller.
Auch Susan ist fertig mit ihrer Pfanne und beide packen alles zusammen, um ihre Tabletts wegzustellen.
„Ich mache mich noch eben frisch, dann komme ich nach", verabschiedet sich Susan und läuft in Richtung Toilette.
„Bleib aber nicht zu lange weg, gleich ist Erdkunde!", ruft Rici ihr nach.
Auf der Toilette lässt sich Susan Zeit, sie steht gefühlt eine Ewigkeit vor dem Spiegel und sieht nur hindurch oder sie geht zum Fenster und schaut heraus. Im Erdgeschoss, ganz hinten im Flur kommt nie jemand zu den Klo's, deswegen ist sie dort sehr gerne, da kann sie mal alleine für sich sein. Sie hat es sogar etwas aufgehübscht. Auf der Fensterbank und neben den Waschbecken hat sie Blumen aufgestellt.


„Wie lange brauchen wir noch?", fragt der General ungeduldig seinen Piloten.
„Eine halbe Stunde, Sir", kommt die Antwort schon fast zu undeutlich, da die Maschinen des Flugzeugs zu viel Lärm veranstalten.
„Wann wird der Asteroid die Erde treffen?", brüllt er nun in sein Mikro, dass mit dem Wissenschaftler im Labor verbunden ist.
„Genau genommen ist er inzwischen zu einem Meteoroid geworden. Nach dem Treffer des Energiestrahls ist er erst zum Meteoroid geworden und jetzt....", weiter kommt der Wissenschaftler mit seiner Erklärung nicht.
„Ich will nicht wissen wie das Ding heißt, sondern wo er sich befindet und wie lange es noch dauert!", brüllt der General in sein Mikro, so dass der Wissenschaftler am anderen Ende fast taub wird.
„Er wird in 10 Minuten aufschlagen, nahe einer Schule"
„Haben sie schon Kontakt aufgenommen?", der General klingt verzweifelt.
„Wir haben es versucht, jedoch ging keiner an das Telefon"
„Was soll das heißen versucht? Machen sie weiter, rufen sie die Polizei oder sonst wen! Hauptsache die Leute verschwinden von da!", wütend kann der General es nicht fassen, dass der Wissenschaftler nicht von selbst auf die Idee kommt es bei anderen Stellen zu versuchen.
„Wird gemacht Sir!"
Der General bricht den Kontakt zu ihm ab, da er ab jetzt nichts mehr neues sagen kann, denn der Meteoroid fällt schließlich von alleine weiter. Wobei er erst zu einem Meteor wird und schließlich, wenn er auf die Erde einschlägt, zu einem Meteorit.
„Sir, wir haben Sichtkontakt!", der Pilot deutet auf etwas leuchtendes am Himmel.
„Großer Gott....Geben sie Stoff!", der General hat schon vieles gesehen, aber das ist doch etwas ganz anderes. Ob jetzt so etwas an der Erde vorbei fliegt oder auf die Erde trifft, der Unterschied ist enorm.


Der Unterricht hat seit wenigen Minuten begonnen und Susan ist noch immer nicht zurück. Rici macht sich schnell Sorgen. Nicht, dass Susan etwas passieren würde, sondern, dass sie einen Tadel vom Lehrer bekommen könnte.
„RAUS HIER!", plötzlich stürmt ein Schüler herein und brüllt die Klasse zusammen.
„Also Bitte, nicht in diesem Ton", weist der Lehrer den Schüler zurecht.
„EIN METEORIT! RAUS HIER!", der Schüler hört nicht auf den Lehrer und wiederholt es nur und rennt schließlich zur nächsten Tür, um dort das selbe zu schreien.
„Ein Meteorit. Sicher, haben wir den 1. April oder was?", ungläubig dreht sich der Lehrer zur Tafel, doch in der Drehung sieht er aus dem Fenster. Vor Schreck fällt ihm die Kreide aus der Hand und ist für einige Sekunden gelähmt. Die Schüler, die desinteressiert gegen die Wand gestarrt haben, Zeichnungen in ihr Heft gemalt haben oder auf ihren Handys gespielt haben, anstatt mal aus dem Fenster zu sehen, wie man es von Schülern normalerweise gewohnt ist, folgen seinem Blick und erkennen die Gefahr. Warum ist es niemandem aufgefallen? Ein helles Licht, das auf die Erde Richtung Schule fällt. Ist das etwa so unauffällig?
„Keine Panik, lauft ruhig los!", versucht der Lehrer die Kontrolle zu behalten, doch die Panik, die nun auch auf den Gängen herrscht ist er nicht gewachsen. Der Lehrer versucht an den Feuermelder heran zu kommen, wird aber immer wieder von rennenden Schülern angerempelt und vom Melder fern gehalten.


„Wo ist Susan?", Rici blickt sich nervös im Trubel um, doch sie findet ihre Freundin nicht.
„Susan?!", brüllt sie, wird aber von der Menge an Schülern mit nach unten und schließlich nach draußen gezerrt. Dort angekommen ertönt endlich der Feueralarm, nur leider etwas spät.
Keine zehn Sekunden später sehen die Schüler, wie der Meteorit tatsächlich die Schule im hinteren Teil trifft.
Für einen Moment ist Stille, kein Ton ist zu hören. Doch schließlich merken sie etwas, ein Luftzug, einen Sturm und mit ihm auch einen ungeheuren Lärm. Viele müssen sich die Ohren zu halten und einige werden von der Kraft des Windes auf den Boden gerissen. Es dauert, bis einige wieder aufsehen können und ihre Orientierung wiederfinden.
Doch, was ist das? Die Schule steht? Wie ist das möglich? Müsste sie nicht in Schutt und Asche liegen? Müsste nicht ein riesiger Krater entstanden sein? Das ist doch nicht alles normal? War es vielleicht kein Meteorit?


„Susan...", Rici liegt am Boden, vom Wind umgestürzt und hat keine Ahnung wo sich ihre beste Freundin gerade aufhält. Sie will aufstehen, doch ihre Beine gehorchen ihr nicht, zudem hat sie so ein komisches piepen im linken Ohr.
Warum kann ich nicht aufstehen. Verdammt, ich will zu Susan!
Rici kriecht langsam auf ihrem Bauch Richtung Schule und hört nun neben dem noch funktionierenden Feueralarm Sirenen von Polizei und Feuerwehr.

Monsters vs. AliensWhere stories live. Discover now