WARNUNG
Dieses Buch enthält Themen, die für manche schwer zu verkraften ist, wie zum Beispiel Suizid und Depressionen.
"Ey, das hier hat Maddy für dich hinterlassen...zumindest stand das im Brief. Mach damit was du willst, es gehört jetzt dir. Ich weiß zwar nicht warum sie dir das geben will, aber scheinbar hast du ihr sehr viel bedeutet..."
Sie drückte mir einen Karton in die Hand.
Coli♡
So durfte nur Maddy mich nennen und jetzt stand dies mit ihrer wunderschönen, geschwungenen Handschrift auf dem Karton, den mir ihre Mutter gerade vorbei brachte. Schnell verschwand ich mich in meinem Zimmer und setzte mich auf mein Bett, die einzige Sitzgelegenheit in diesen vier Wänden. Wollte ich dies hier wirklich? Ja und Nein.
Trotz meiner Zweifel öffnete ich den Karton.
Das erste was meine Augen in diesem Karton erblickten, waren verschiedene Bilder, eingerahmt, von uns beiden. Unser erstes Date im Café, wir beide waren so aufgeregt und sie sah so wunderschön aus. Sie überschüttete sich mit einem Kaffee, weil sie so nervös war. Dann der Tag, als wir im Freizeitpark waren und wir beide uns eine riesige Portion pinke Zuckerwatte geteilt haben. Sie war so stolz darauf und ich hatte mich ein wenig für das Foto geschämt, weil mir das etwas zu affig war. Doch sie war so glücklich und wir beide hatten so viel gelacht. Den Rest der Bilder konnte ich nur noch verschwommen erkennen, durch die Tränen, die sich in meinen Augen gebildet hatten. Warum musste sie sich das nur antun? Warum musste sie sich umbringen? Warum habe ich es nicht gemerkt und war mehr für sie da?
Als ich weiter in dem Karton kramte, erblickte ich den großen Teddy, den ich ihr zum Jahrestag geschenkt hatte, falls schwere Zeiten auf uns zukommen würden, in denen wir nicht beieinander hätten sein könnten, aus welchen Gründen auch immer. Dann stieß ich auf ein verschlossenes Buch mit einem Post-it drauf.
Guck doch rein, wenn du willst
Schnell suchte ich nach einem Schlüssel, fand ihn und schloss das Schloss so schnell wie nur möglich auf.
Klack
Mein Gehirn muss ausgesetzt haben, denn erst jetzt wurde mir bewusst, was das für ein Buch sein musste, denn was für ein Buch verschließt man schon, wenn nicht ein Tagebuch. Ich dachte immer Maddy wäre nicht so ein Mädchen, was sich über so etwas Gedanken machte. Wo war die Kraft in dem großen Cole hin? Ich wusste es nicht, denn auf einmal wurde mir mulmig. Ich würde jetzt das lesen, was in meiner Freundin vor ging. Für einen kurzen Moment wollte ich es nicht lesen, denn was ist, wenn ich Sachen erfahren würde, die ich nicht wissen möchte? Doch meine Neugier über eine Sache gewann dann doch. Was ist der Grund für ihren Selbstmord. Ich blätterte auf die erste Seite, zu ihren ersten geschriebenen Wörtern.
Wenn du das hier ließt, bin ich wahrscheinlich tot. Vorab: Es tut mir leid, dass du mich nicht retten konntest, aber es ist nicht deine Schuld. Ich liebe dich.
Mir lief ein Schauer über den Rücken und ich schloss erst einmal das Buch, mit dem Daumen zwischen den Seiten, damit ich es gleich wieder aufklappen konnte. Sie hatte es also geplant.
Wenn du denkst mein Tod hat keinen Grund, dann hör hier auf zu lesen, denn dann hat das ganze hier keinen Sinn. Wenn du an mir hängst und alles erfahren möchtest, ließ weiter, das Selbe gilt auch, wenn du bezüglich meines Todes Fragen hast. Ich werde hier ein paar beantworten. Hoffe ich zumindest.
Zu erst etwas zu mir:
Meinen Namen solltest du kennen, wenn du das Buch hier hast. Wenn nicht, dann wirf es weg, es ist nicht für dich bestimmt.
Ich bin jung, wie alt genau weißt du auch, wenn nicht...naja, weißt du was zu tun ist!
Ich bin, beziehungsweise war, glücklich vergeben für eine lange Zeit. Danke Cole. Danke für alles. Das war die beste Zeit meines Lebens, ich wünschte sie hätte etwas länger anhalten können, doch ich habe alles versucht, was in meiner Macht stand das hier zu verhindern.
Was hattest du versucht? Du hattest nicht einmal versucht dich mir anzuvertrauen, dabei war ich doch immer für dich da...
Dieses Buch ist die Wahrheit. Ich hasse es zu lügen, wie du wahrscheinlich weißt. Zumindest meine Wahrheit.
Ich hoffe das hier hat kein Idiot bekommen.
Cole, du bist der Erste, der dieses Buch lesen darf.
Dieses Buch war für andere bestimmt? Maddy, was war dein Plan hier hinter? Für einen kurzen Augenblick dachte ich, ich durchlebe die Geschichte von >Tote Mädchen Lügen Nicht<, doch ich wüsste, Maddy war nicht so, sie hatte kein schlimmes Leben, glaubte ich zumindest. Doch irgend etwas musste vorgefallen sein, sonst gäbe es nicht die Situation, in welcher ich gerade steckte.
Danach gib das hier bitte Lila. Du weißt, wie wichtig ich ihr war und wie wichtig ihr mir beide seid. Zumindest hoffe ich, dass ich dir wichtig genug bin, dass du das alles hier lesen wirst. Wenn nicht, dann war das hier eine komplette Zeitverschwendung, denn eigentlich schreibe ich kein Tagebuch, wie du weißt, Cole.
Und bitte seid nicht traurig, dass mein Ende gekommen ist. Es musste so sein. Sonst wäre es noch viel schlimmer gekommen.
Bis auf der nächsten Seite, dem wirklichen ersten Eintrag.
P.S.: Nochmal es tut mir so leid, ich konnte aber gegen all dies nichts mehr tun. Nichts und niemand hätte mir helfen können. Ich hoffe ihr könnt mir verzeihen und hiermit besser abschließen.
Ich musste das Buch erneut schließen und durchatmen.
Hatte Maddy das wirklich geschrieben? Es war ihre Handschrift und sie spricht mich die ganze Zeit an, aber wie konnte all dies real sein?
Ich dachte immer, ich würde alles über sie wissen, aber scheinbar war dies nicht der Fall.
Das hier würden nun lange Tage und Nächte werden, denn ich wusste, ich würde keine Ruhe mehr finden, bevor ich nicht alles wusste, bevor ich nicht alles gelesen hatte. Bevor ich nicht verstand, was Maddy zu ihrer Entscheidung ihr Leben zu beenden gebracht hatte.
Maddy mir tut es auch leid. Ich wünschte, ich hätte dir helfen können.
Ich drückte meine Hand sanft gegen das Buch, ehe ich mich zusammen reißen konnte weiter zu lesen.
Vergib mir bitte auch.
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Suicide or what?
Mystery / ThrillerGenau am 20.04.2018 starb meine feste Freundin. Nein, sie starb nicht einfach nur, sondern brachte sich selbst um. Ich bekam ihr Tagebuch, was sie manchmal regelmäßig, manchmal unregelmäßig führte, doch was ich darin laß beantwortete mehr, als nur m...
