Meine Welt brach im gleichen Augenblick zusammen, an dem ich auf meine Knie sank und die Hände über dem Kopf zusammenschlug, um die grausamen Bilder zu verdrängen. Trotzdem, ich konnte nicht vergessen, nicht vergeben.
Tot
Dieses Wort schallte durch meinen Kopf, immer wieder, wie ein Echo.
Tot, tot, tot
Sie sind es. Tot, meine ich. Die zwei Männer, die mich von klein auf immer wieder beschützt und gerettet haben. Die zwei tapfersten Menschen, die ich je kennenlernen durfte. Meine Helden.
Jemand rüttelte an meiner Schulter und ich zog mir meine Kapuze tiefer ins Gesicht. Niemand sollte meine Tränen sehen. Erst nach einigen Minuten bemerkte ich die sanfte Stimme, die auf mich einsprach. Nicht drängend, aber unglaublich tröstend.
"Lisbeth, komm. Setz dich zumindest auf, es hilft niemanden, wenn du hier auf dem Boden umherliegst."
Nein, ich wollte nicht aufstehen. Ich wollte hier bleiben, bei ihnen, mit ihnen für immer von der Erde verschwinden. Für einen Moment wollte ich wirklich sterben.
Erst als sich die Schritte entfernten, wagte ich es, mich aufzusetzen. Mit dem Rücken lehnte ich mich an einen Baum. Die raue Rinde kratzte durch die Winterjacke und schmerzte meinem Rücken, aber das war im Moment mein geringstes Problem.
Das größere Problem lag noch vor mir. Buchstäblich. Denn vor mir lagen zwei Leichen, die meines Vaters und meines Bruders.
Schon ihr Anblick ließ die Welt wieder verschwimmen. Das Blut um sie herum wurde langsam vom Waldboden aufgesaugt. Egal, wohin ich blickte, überall war Blut. Und trotzdem rannen noch immer einige Tropfen aus ihren brutal aufgeschlitzten Kehlen.
Sie lagen nebeneinander. Jemand, der sie nicht gekannt hätte, hätte sie für Zwillinge halten können. Sie sahen sich echt ähnlich und manchmal erwischte ich mich, wie ich meinen Vater 'Simon' nennen wollte.
Ich lehnte meinen Kopf gegen meine Knie, um die Schluchzer zu dämpfen. Recht viel länger konnte ich das nicht mehr aushalten. Für eine halbe Stunde war nichts zu hören außer meinen ersticktem Weinen und den einzelnen Rufen einiger Vögel.
Es dauerte lange, bis ich wieder aufschaute. Und das war auch nur, weil ich wegetragen wurde.
Jegliches Kreischen, Zappeln und kratzen half nichts. Sie trugen mich weg und wurden dafür übel beleidigt und trugen auch eine Kratzer davon. Aber ich wollte echt nicht weg, ich wollte bei ihnen bleiben. Als ich bemerkte, dass mein Geschrei nichts half, begann ich einfach nur noch still zu weinen, ohne einen Laut, wie ich es in den nächsten Jahren oft machen würde.
•~•~•~
Also, der Prolog ist zwar ziemlich kurz, aber die nächsten Kapitel werden alle um die 2.000 Wörter haben
Wie gefällt es euch bisher? :)
Ich werde hier jeden Freitag ein neues Kapitel hochladen, falls ich es schaffe. Vielleicht auch mehr :D
Es gibt zwar viele solcher Bücher, aber trotz einiger Ähnlichkeiten versuche ich, meine Geschichte anders zu gestalten
-CS♢
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Secret Gangleader
Teen Fiction•Ein Kreis bildet sich um mich herum, die Menschen beginnen zu reden, zu schreien, zu brüllen. Ich halte mir die Ohren zu, versuche die Geräusche auszublenden. „Verräterin!", schallt es durch die Menge, die Stimme gehört Lucia. Das einzige, das mich...
