La Luna

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„Das Schicksal steht in den Sternen"


Einst, als die Sterne noch Schicksal gehörten, wurde ein Mädchen geboren, strahlend wie die Sonne und kalt wie die Nacht. Sie beobachtete die Menschen, wie sie ihren vorgeschriebenen Bahnen folgten und wurde sehr traurig. Als sie es eines Nachts nicht mehr aushielt, streckte sie sich soweit wie sie konnte, griff nach den Sternen und brachte sie durcheinander. Die Menschen begannen zu weinen und zu schreien als sie die Erkenntnis durchfuhr, dass ihre Zukunft von nun an ungewiss war. Als Schicksal dies hörte und spürte, wie ihre Kraft schwand, machte sie sich auf, um das Mädchen zu finden. Sie durchstreifte das gesamte Land und als sie zum Mädchen kam, wurde Schicksal von einer unbändigen Wut erfasst, denn sie erkannte, dass es ein einfaches Mädchen war, welches ihre Macht schwinden ließ. Wutentbrannt nahm sie ihre Kräfte zusammen und verzauberte das Mädchen. Sie schickte sie zu den Sternen, machte sie zum ewigen Kind des Himmels und zwang sie immer auf die Erde und ihre Heimat zurückzublicken, unfähig sie zu erreichen. Doch Schicksal hatte einen Teil ihrer Macht über die Menschheit für immer verloren. Sie verlor ihren Körper, löste sich gar auf. Für immer gefangen zwischen den Welten. Langsam schlich sie sich aus den Gedanken der Menschen, welche nun den Glauben an Schicksal verloren.

Das Mädchen aber, strahlend wie die Sonne und kalt wie die Nacht, fand ihren Platz am großen Himmelszelt. Sie griff nicht mehr in Schicksals Welt ein, doch manchmal, wie zum Spott, zog sie das Wasser, die Essenz der Erde zu sich. Denn eins hatte Schicksal vergessen. Sie war zwar nur ein Mädchen, doch nun am ewigen Himmelszelt hatte sie immer eine Seite auf die das Licht der Sonne niemals traf. Denn auch wenn sie strahlte wie die Sonne, war sie kalt wie die Nacht. Und so sah sie die Menschen kommen und gehen und auch sie selbst kam, ging und verzauberte die Welt.

Ich war sieben und verliebt in die Nacht, als ich Luna das erste Mal wirklich sah. Ihr Licht war sanft und zog mich sofort in ihren Bann. Jede Nacht sprach ich mit ihr und erzählte von meinem Tag.

Doch, und ich erinnere mich noch gut an diese Nacht, als ich wieder vor mich hin brabbelte, meinte ich ein leises Kichern zu vernehmen.

„Was ist? Was habe ich gesagt?" flüsterte ich, denn ich wusste, dass Luna mich hören würde.

„Nichts, nichts, ich erfreue mich nur an deiner Lebensfreude." sprach sie amüsiert.

„Luna, du redest mit mir." sagte ich perplex „Ich meine, natürlich redest du mit mir, doch warum jetzt?"

„Es wäre doch ziemlich unhöflich nie zu antworten oder?"

„Da hast du Recht." antwortete ich und musste grinsen.

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