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Eine kleine Bargeschichte

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Morgens im Bad:
Ich trete nun also ans Waschbecken heran, als sei es ein Tresen und das Bad eine Ein-Mann-Bar. Dort angekommen betrachte ich mein Spiegelbild. „Herr Oberst, ein Glas Wasser - mit einem Schuss Listerine - bitte.", höre ich mich zu meinem Spiegelbild sagen. Mein Spiegelbild entgegnet mir mit abwertender Stimme: „Schon zur Mittagszeit Alkohol? Nun dann. Sie entscheiden ja."
Ich starre ihn eine Weile schräg und leicht säuerlich an. Wieso muss ich auch immer so selbst kritisch mir gegenüber sein. Vor allem, kann ich dann nicht wenigstens auch freundlich und konstruktiv zu mir sein? Was bilde ich mir denn bitteschön ein?!! Frechheit!
Er entschuldigt sich, nachdem er eine Weile versteinert vor mir stand.
Wie sieht er überhaupt aus. Keine Hose an, dafür aber ein rotes Nirvana-T-Shirt und seine Haare sind auch überhaupt gar nicht gepflegt. Er könnte mal seine Zähne putzen. Ein Glas Wasser - mit einem Schuss Listerine - würde ihm auch sicher nicht schaden.
Ich warte nun auf mein Glas Wasser - mit einem Schuss Listerine -. Während ich nun also weiter warte, bereite ich mir eben jenen Becher Wasser - mit einem Schuss Listerine - vor und stelle es vor mir hin. „Ein Becher?", fragte ich mich den Oberst und fügte hinzu: „Ich dachte eher an ein Glas." Ich gebe mir zu verstehen, dass wir hier leider keine Gläser haben und dass ich, wenn ich unbedingt ein Glas haben möchte, dazu doch bitte in die anliegende Restaurantküche gehen und mir dort bei mir ein Glas für mich ordern müsse: „Wir haben keine Gläser hier. Wenn sie unbedingt ein Glas wollen, müssen sie in ihre Küche nebenan gehen und sich dort doch bitte ein Glas bei Ihnen bestellen." „Na dann, nehme ich vorlieb mit diesem Becher.“
Beim Zähne putzen frage ich mich, ob der Barkeeper schizophren ist, aber die Stimmen in meinem Kopf können sich nicht einigen und diskutieren lautstark weiter.
„Sie fragen sich jetzt bestimmt, was das hier soll, wieso ich Ihnen das hier erzähle, wer dieser Typ überhaupt ist und wo die Pfleger aus der Psychiatrie à la Hollywood-Cliché bleiben, die mich via Spritze ruhigstellen, mich anschließend in eine Zwangsjacke mit Mundkorb stecken und hinten in einen weißen Laster werfen,  nur um mich in eine Gummizelle in der Klapse zu stecken, oder? Der Barkeeper antwortet mir: „Hm, was? Ne, eigentlich nicht. Ich kenne sie ja kaum." Obwohl er ich ist, kann ich ihn verstehen. Wenn ich mich schon nicht wirklich selber kenne und mir fremd bin, wie soll dann ein Fremder, der erst seit etwa 15 min existiert und vielleicht im Konkurrenzkampf mit meinen anderen Identitäten stirbt, indem er in Vergessenheit gerät; mich kennen. Das ist wirklich bescheuert. Aber ihn meinte ich auch gar nicht. „Ich meinte sie auch gar nicht. Ich sprach mit meinen Zuhörern, Leser und etc., da ich der Meinung bin, dass, so schlecht ich mich auch kenne, ich zumindest von mir sagen kann, dass ich diese skurrile Begegnung aufschreiben und verbreiten werde und da wollte ich einfach mal die vierte Dimension betreten."
„Bähm, die Metaebene durchbrochen!“!, höre ich mir innerlich sagen.
Mittlerweile sehe ich den Barkeeper wie ein Kellner im Pinguin-rausgeputzt-im-guten-Restaurant-arbeiten-Style. Schwarz-glänzende Schuhe, dazu eine schwarze Hose, ein weißes Hemd mit schwarzem Sakko und einer kleinen, roten Fliege, die ihn richtig putzig aussehen lässt; kleiden ihn vornehmlich. Er sieht gar nicht mehr so aus wie ich. Das ist jetzt aber auch egal.
Ich beende das Putzen meiner Zähne, spucke aus und spüle mit meinem Glas... Ähh... Becher Wasser, meine ich natürlich, - mit einem Schuss Listerine - aus und gehe anschließend wortlos. Das war heute selbst mir zu skurril. Selbst die Stimmen in meinem Kopf streiten sich nicht mehr, sondern sind zum ersten Mal still und sich einig. Sie glauben jetzt auch schon, ich hätte nun endgültig den Verstand verloren.
„Gratulation, du hast nun komplett den Verstand verloren!“

Ich hoffe es hat Euch gefallen. Ich freue mich über jeden neuen Leser.
Bis dann,

Eure Alice The Alien. ;D

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⏰ Last updated: May 04, 2019 ⏰

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