Chapter 1

6 1 3
                                        



''Hallo. Ich bin Olivia. Ich bin 16 Jahre alt und bin erst seit kurzem hier. Ich habe keine Eltern mehr und freue mich jemand neuen kennenzulernen. '' Waren die Worte die sich jedes verdammte Jahr, mit einem lieblich aufgesetzten Lächeln, wiederholten.

Seitdem ich meine Eltern bei einem Autounfall verloren habe, lebe ich in einem Waisenhaus und habe keine Freunde. Ich grenze mich seit dem Unfall von jeglicher Außenwelt ab, was mich zu dem Menschen macht der ich heute bin.

Klar kommen jetzt wieder die Klugscheißer an und sagen, >Jeder Mensch ist auf seine Weise ein Individuum!< und <Man hat immer irgendwo Freunde!< . Doch ich bin einfach so eine Person die keiner ausstehen kann und einfach von vorne herein alle Missachten. Alle denken schlecht über mich und sie Lästern hinter meinem Rücken... Doch dieses Jahr sollte sich alles ändern. -

Die Bäume und die Autos auf der anderen Straßenseite rasten an mir vorbei und ich starrte mit zusammengekniffenen Augen in die schon tief stehende Sonne. Eigentlich sollten wir Nachmittags da sein, aber Karin hatte natürlich wieder einmal verschlafen. Sie kam immer zu spät. Selbst wenn sie doch mal wach war hatte sie immer 15 bis 20 Minuten Verspätung. Dieses Mal allerdings war es wirklich ein wenig zu viel an Zeit, die wir, oder eher gesagt sie, verplempert hatten. Mittlerweile waren es 2 Stunden.

Mein Blick löste sich von der Natur und den blühenden Bäumen, und wanderte in Richtung Rückspiegel. Man konnte Karin die Hektik ansehen, denn ihre Pupillen waren groß und ihre Augen huschten immer wieder hin und her. Von der einen Straßenseite auf die andere und nahmen jede kleinste Bewegung wahr. Ihr Roter Pullover strahlte in der Abendsonne und ihre schwarz lackierten Nägel trommelten auf das Lenkrad.

Ich könnte mir jetzt die Mühe machen und sie fragen ob sie es eilig hat mit ihren 120Kmh auf der Landstraße aber das würde sie nur noch weiter aufregen, auch wenn das mein Ziel gewesen wäre. Aber genau um das zu vermeiden, lies ich sie in Ruhe und schaute wieder in den Sonnenuntergang. Meine Kopfhörer mit entspannter Musik sorgten für ein angenehmes Gefühl und ließen mich den Stress um mich rum vergessen.

Ich wurde mit einem Rütteln geweckt und Karin starrte mich an.

''Steh auf du Faulpelz.'', grinste sie mitleidig.'', du musst dich beeilen. Ich hab es nicht schneller geschafft und ich hoffe du verzeihst mir. ''

Ich stieg aus dem Wagen und öffnete den Kofferraum wo meine Taschen drin lagen. Ich schleppte Koffer und jegliche Rucksäcke aus dem Kleinwagen und schaute Karin fragend an. Sie deutete an ich solle zu der Großen Eichenholztür gehen und mich bei der Rektorin anmelden, wenn sie nicht schon schliefe. Daraufhin verließ sie den Parkplatz mit den Worten:

''Du schaffst das. Ich glaub an dich Große! Schreib mir eine Karte wie du so zurecht kommst und wie du die Leute so findest! Würde mich interessieren. Hab dich lieb Engel. Mach's gut, ich muss los.''

Es reichte noch nicht mal für eine Umarmung oder ein Tschüss von meiner Seite aus. Sie stieg ein und fuhr los. Sie ließ mich einfach alleine mit all meinen Besorgnissen und in einer Umgebung die ich noch nie zuvor gesehen hatte. Danke Cousinchen.

Trotz meiner Verzweiflung schaute ich mich um. Ich war irgendwo im Nirgendwo gelandet... Auf dem Parkplatz, wenn man diesen Kieselplatz so nennen konnte, stand kein einziges Auto. Man sah zwar vereinzelt Reifenspuren aber sonst war der Platz leer. Karin war in die Richtung verschwunden wo einige Bäume standen. Ich schätze das dies Ahornbäume waren, da die Blätter sehr groß und gezackt waren. Sie liefen über der angedeuteten Straße zusammen. Rechts ab standen Zäune und dahinter waren weit und breit Wiesen. Im Sommer schien da Mais gewachsen zu sein, die Stoppeln ragten noch grade so aus der Erde raus. Auf der gegenüberliegenden Seite lag ein Wald. Keine Ahnung ob der groß war, aber er schien sich über ein paar Kilometer zu erstrecken. Dort lief ebenfalls ein kleiner Weg hinein der allerdings aus Erde bestand. Mein Blick fiel auf das riesen Gebäude hinter mir, was sich mit beigen Türmen und Anthrazitfarbenen Kacheln vor mir in die Höhe erstreckte. Die Fenster waren ebenso wie die Tür in weichem, dunklem Eichenholz gehalten. Es sah sehr edel aus aber auch ein wenig unheimlich.

Das InternatWhere stories live. Discover now