Das perfekte Mädchen lachte und legte ihren Kopf schief. Sie unterhielt sich, wie jede andere in die sem Cafe, mit einem Typen.
Alle waren perfekt. Zumindest glaubten sie es so zu sein. Manche würde sogar sagen, dass sie es sicher waren und ihr Stolz stieg mit jedem Mal, wann sie bemerkten, wie gleich sie doch waren.
Er war bei ihrem Anblick so unsicher, ob seine Existenz wirklich real war, weil er doch so anders erschien. Der gefühlt einzige dieser Stadt, den man charakterisieren konnte, schliff mit gesunkenem Blick durch die befüllte Straße und wurde von allen bedrängt. Der Ekel stand in ihren Gesichtern, wie schwarze Tinte auf weißem Papier. Natürlich konnten diese Personen nicht sehen, was in ihm Steckte, doch das geriet mittlerweile so stark in Vergessenheit, dass man fast schon sagen könnte, dass Fremde sich "lieben", während der komische Junge zu einem Café lief.
Tag auf Tag verfolgten ihn diese gehässigen Blicke der Fremden und die perfekten Paare an den kleinen, runden Tischen, auch wenn sie sich kaum unterschieden.
Die Männer immer breitschultrig, oft in Tanktops und Jeans gekleidet, um den perfekten Körperbau zu zeigen. Meistens hatten sie eine Rolex am Arm und markante Gesichtszüge, während jede Frau einen kleinen Körperbau, große Augen, lange, lackierte Nägel und volle Lippen hatten. Ihre Kleidung war bei fast allen anliegend ( ab und zu waren auch Sixpacks darunter erkennbar), aber was hilft einem das Aussehen eines anderen, wenn man selbst nicht perfekt ist?
Jeden Tag hatte er ein Ziel, während der kleinen Pause, die er von der Arbeit hatte: Das Café Digusto, das von einem Bekanntem namens Penny geführt wurde. Natürlich kannten sich beide mehr als gut, nur machte der 46-jährigge sehr ungerne Kontakt mit dem blassblonden mit den leichten Silberstreifen. Penny gesellte sich jedes Mal zu seinen Kunden, um den einsamen Jungen nicht kontaktieren zu müssen und die Kunden kostete es nur einen Blick an den Tresen, um zu wissen, wieso der Angestellte fragte, ob alles im grünen Bereicht liege. Dort trat der "Weirdo", wie sie ihn öfters nannten, hinter den Tresen und kochte sich einen Kakao, wobei er sich zusätzlich einen Kuchen holte, den Preis der genommenen Dinge und etwas Trinkgeld auf den Tresen legte und zog sich in seine Ecke zurück, die man kaum sah. Es war eine Art von Versteck, obwohl es nur von einem Vorhang von der Außenwelt isoliert wurde, damit niemand ihn sah. Sein Anblick verdarb ihnen den Appetit.
Manchmal fragte er sich, ob es sein Aussehen oder der Platz bewirkte, dass niemand zu ihm kam. Und wenn er sich das fragte, erinnerte er sich, dass es ihm verboten war einen anderen Platz (außer diesen) zu besetzen.
Jeder schien perfekter als dieser magere Junge. Ja, selbst der kleine, runde russische Zupfkuchen, der sich gerade zu einem kleinen Teil schon im leeren Magen des Jungen befand.
Die Zeit verging, Leute betraten und verließen das Gebäude, derweil ein Kuchen nach dem anderen den Magen des Ausgeschlossenen füllte.
,,Ist da frei?", ertöte es aus dem Nichts, als der allein gebliebene einen Teil seines vierten Kuchens bewunderte.
,,Ehh..Eige-"
,,Eigentlich zählt nicht", sprach die Stimme weiter und schob den Stuhl so hin, dass er sich daraufsetzen konnte. Sie war angenehm, nicht zu hoch, aber auch nicht zu tief, diese Stimme.
Die dunkelsten Augen blickten ihn freundlich an, als er selbst kontinuierlich den Kuchen bewunderte. Eine kleine, puffige Hand streckte sich ihm entgegen. Natürlich hatte der blasse ihm die Hand geschüttelt, doch nicht angeschaut. Er hatte Angst dass seine Augen ihn abschrecken würden. Er wollte sich eigentlich farbige Linsen kaufen, soe waren ihm dann zu teuer und würden auch noch nur für ein paar Monate benutzbar sein. (Um sich ein paar zu kaufen musste er ein ganzes Jahr sparen und hungern, weswegen er es als sinnlos betrachtete und sich keine kaufte.)
,,Ich hoffe, du weißt es ist nicht gerade nett Menschen bei einer Konversation nicht anzusehen",warf der Fremde ein,,,Sieh mich an, ich fühle mich ansonsten noch schlechter. Bitte"
Die Stille umgab die zwei sich gegenübersitzenden Personen, während der kleinere sich langsam mit geschlossenen Augen aufrichtete und diese daraufhin öffnete. Sein blick lag nun auf einem anderen Jugendlichen mit kupferfarbenen Haaren und grauen, fast schon weißen Augen mit komischen schwarzen und grünen Punkten, die sich orienttierungslos in der Iris befanden.
,, Na siehst du? Es ist doch gar nicht so schlimm mich anzusehen, oder?"
Ja, er konnte Blickkontakt halten und war sich durchaus bewusst, dass er von dieser Person wieder verlassen wird, sobald diese realisiert, was mit den Augen des Jungen los ist. Und ja, er war es schon längst gewöhnt, doch nie hätte er erwartet, dass eine andere Person (außer sein Chef) ihn ansehen und lächeln würde.
,,Na sieh mal einer an: Einer von uns, genau so, wie ich es erwartet habe."
"E-Ein-Einer von euch? We-er ist denn n-noch hier?"
,,Ylvalie. Sie wartet vor dem Café. Sie hat dich auch vor ein paar Tagen entdeckt, als sie gehört hat, wie eine von den Normalos über dich getuschelt haben."
Rädchen ratterten in dem Kopf des blonden und er versuchte zu verarbeiten, dass ihn gerade jemand anspricht, der genauso ist, wie er. Anders. Einzigartig. Einfach genauso, wie er.
Seine Gedanken ließen ihm keine Ruhe und der blonde wurde bei der puffigen Hand herausgezogen (, wobei natürlich auch der Kuchen mitgenommen wurde), während jeder im Raum beobachtete, wie zwei ungewöhnliche Menschen das Café verließen, der eine lachend, der andere komplett verwirrt und nicht realisierend, dass das sein echtes Leben ist.
Seit dem Treffen von den zweien sind aus den drei Menschen bereits 9 geworden. Sie leben alle gemeinsam in einer kleinen Wohngemeinschaft und haben enge Beziehungen gewonnen.
Der schwarz-weiß äugige Junge war damals 17, hatte keine Freunde und sein Tagesablauf war immer der gleiche gewesen. Jetzt , nach 4 Jahren, wurde Yvalie zu seiner Frau, erwartet Kinder und alle freuen sich darauf, dass aus 9 bald 10 werden, doch wussten sie nicht, dass die Ärztin die einzigartigen hasste und das Kind nie wirklich atmen können würde.
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Random Stories.
Short StoryDas hier ist nur eine kleine Kollektion meiner Kurzgeschichten, die meistens auf Reisen entstehen und die ich ab und zu auch in meinen Notizen festhalte. Enjoy.
