schmerzvolle Sehnsucht

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John presste die getrockneten Blumen an seine Brust. Vor knapp einem Jahr hatte er Toni sein Versprechen gegeben - er würde es nicht brechen. Das hatte sich der Braunäugige fest vorgenommen.

"Ein Jahr ist es her..." schwelgte John in Erinnerungen. Es kam ihm so vor, als sei es erst gestern gewesen, als das Virus ausbrach und Tonis Familie aufs Land ging.

Die Vergissmeinnicht hatte er wieder in seine Tasche gesteckt, sie waren das Letzte, dass Toni ihm geschenkt hatte. John lächelte, "Vergissmeinnicht, eine schöne Metapher." Doch die getrockneten Blumen zerbröselten so langsam in ihre Einzelteile und der junge Mann hatte Mühe sie nicht komplett zu zerstören.

John zog seine schmutzige, braune Jacke an und klopfte den getrockneten Schlamm von seiner Hose. Es war höchste Zeit aufzubrechen - er hörte die Untoten schon kommen.                                  Der junge Mann ging aus dem kleinen Haus, langsam schlurften die Zombies hinter ihm her - besonders schnell waren sie nicht, da hatte John Glück. Mit seinem Jeep fuhr er ein paar vereinzelte Untote im Slalom um und steuerte das Ende des Dorfes an, in dem er die letzten Tage übernachtet hatte.

Vor der Frage, ob seine große Liebe überlebt hatte, oder nicht, drückte sich der junge Mann. Er glaubte fest daran, dass Toni überlebt hatte und auf ihn wartete. Mit der Kleinkaliber Pistole hatte John schon vielen Zombies "das Hirn rausgeballert", wie er es zu sagen pflegte. Jetzt brauchte er neue Patronen - in der nächsten Stadt gibt es sicher welche. "Erstmal das Radio anmachen." meinte er und schaute, ob jemand senden würde. Seine braunen Augen wechselten immer zwischen Fahrbahn und dem Rädchen am Radio hin und her. Dann ein Signal: "kzz-.. kzz-.. Ich wiederh-kzz.. Überlebende nach Los Ange-kzz... grad -118.243685 und Breiten-kzz... 34 Komma-kzz. Dort ist die Militäreinheit -kzz..." danach brach das Signal ab.

"Scheiße!" entfuhr es John, der die Frequenz nicht mehr einstellen konnte. Der braunhaarige Mann schrieb sich schnell die Koordinaten auf, die er gehört hatte. Nachdem er Toni aufgesammelt hatte, wollte er zu dieser sicheren Militärstation.

Es war kein weiter Weg mehr zu der Stadt, die er früher seine Heimat nannte. Sicher würde er dort irgendwo Patronen auftreiben, wenn nicht hatte er immer noch sein Katana. Der Braunäugige fand das Langschwert in einem der Häuser, in denen er sich einquartiert hatte.

Von weitem konnte er die Umrisse der Stadt ausmachen: er würde bald am Ziel sein.

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