Die Sonne schien auf mein schwarzes Kleid und ich fühlte mich wie ein Hühnchen in der Pfanne. An einem anderen Tag hätte ich es wahrscheinlich genossen, aber heute war es anders. Das Wetter konnte auch nicht ändern, dass dieser Tag wahrscheinlich der schlimmste meines Lebens sein würde.
Ich strich mir die schwitzenden Hände an meinem Kleid ab, als die Männer nach vorne gingen und die beiden Särge hochhoben um sie zum Grab zu tragen.
Meine Grandma neben mir erhob sich ebenfalls wie alle anderen Gäste um den Särgen zu folgen. Sie streckte mir die Hand entgegen.
"Come on, Lovely, it's time to go."
Ich ergriff ihre Hand und ließ mich von ihr nach draußen mitziehen. Wir folgten dem Zug von Trauernden zum Grab. Ich fing wieder an zu weinen, wie so oft an diesem Tag, als ihre Särge hinunter in die Erde gelassen wurden und hörte auch nicht auf, als ich nach vorne ging, um eine kleine Schaufel Erde auf ihre Särge zu schippen.
Meine Tränen versiegten erst, als ich als letzte noch alleine an ihrem Grab stand. Meine Großeltern waren schon vor gegangen um mir noch etwas Zeit mit ihnen zu lassen.
Und nun stand ich hier am Grab meiner Eltern und wusste nicht, was ich nur ohne sie tun sollte.
"Es tut mir leid, dass wir so auseinander gehen mussten. Das wollte ich doch alles nicht."
Und da waren sie wieder. Diese verdammten Tränen. Wann das wohl aufhören würde? Sie rannen mir über mein Gesicht und zogen wahrscheinlich schlimme schwarze Schlieren über mein Gesicht. Warum war ich auch so dumm und tuschte mir die Wimpern bei einer Beerdigung?
Aber über Mascara nachzudenken linderte das Gefühl der Leere in mir auch nicht.
Es war wie ein schwarzes Loch, das sich durch mein Innerstes fraß.
Ich hörte, wie sich Schritte von hinten näherten. Ich drehte mich um. Mein Grandpa kam auf mich zu.
"Your Grandma wants to go now. She can't bear all this anymore. Moreover we have to catch the flight."
"Yes, Grandpa, I'm coming. Give me five minutes."
Er kam noch einen Schritt auf mich zu und ich sah zu ihm auf.
"I don't know how to survive this. I already miss them."
Grandpa öffnete die Arme und ich vergrub mein Gesicht an seiner Schulter.
"You're strong like your father and you have the imagination of your mother. I believe in you and they do too. If you need someone you can look up to the stars because there will always be someone who takes care of you", flüsterte er in mein Ohr, während er mir über den Kopf streichelte.
Ich lehnte mich in seinen Armen zurück.
"Do you really believe in that?"
Er beugte sich vor, strich mir eine Strähne aus dem Gesicht und sah mir in tief in die Augen.
"Why shouldn't I? It's true."
Ich lächelte.
"Thanks Grandpa."
"Oh please, don't thank me."
Arm in Arm gingen wir zum Taxi, wo Grandma schon auf uns wartete.
Ich hob die Hand vor Augen um sie vor der Sonne zu schützen, als ich aus dem Houston Airport trat. Es war heiß. So viel heißer als in Deutschland und ich wusste nicht, wie ich diese Hitze den Rest meines High School Lebens aushalten sollte.
"Welcome to Houston, Darling!"
Meine Grandma kam enthusiastisch wie immer aus dem Flughafen stolziert, während Grandpa sich hinter ihr mit den Koffern abmühte. Er murmelte irgendwas von Faulheit und der Jugend von Heute. Schnell lief ich zu ihm hin und nahm ihm die Koffer ab.
Wir nahmen den Pick Up, den die beiden vor ihrem Abflug nach Deutschland auf einem der Riesenparkplätze abgestellt hatten und fuhren damit auf eine Landstraße bis zu einem Haus in einer Straße, die ein wenig außerhalb der Stadt lag. Es war eine dieser Straßen, die man nur zu gut aus amerikanischen Filmen kannte: die Einfamilienhäuser mit den gepflegten Vorgärten, die Garagen und die spielenden Kleinkinder.
Ich seufzte, als ich durch die Tür des Hauses trat. Von innen sah es jedoch nicht so amerikanisch aus wie gedacht. Ich folgte Grandpa durch den Flur eine Treppe hoch und betrat mein neues Zimmer. In der Mitte und in den Raum ragend stand ein altes, goldenes, englisches Metallbett mit vielen Schnörkeln und Verzierungen. Es war genau mein Geschmack. Es gab ein großes Fenster mit einer Fensterbank, auf der man sitzen konnte und ein großes Bücherregal.
"Wow Grandpa I love it. It's really... thank you." Ich drehte mich zu ihm um und umarmte ihn.
"You don't have to thank us. That's self-evident."
"No it's great." Ich fiel ihm in die Arme. Er lachte und legte die Arme ebenfalls um mich.
"You'll get everything you wish for", murmelte er in mein Haar. Ich lächelte in seine Schulter und umarmte ihn noch fester.
Mittlerweile war es dunkel geworden und ich saß auf der Fensterbank während ich eins meiner Lieblingsbücher las, doch ich konnte mich nicht darauf konzentrieren. Meine Gedanken schweiften immer wieder zu meinen Eltern ab. Ich hatte immer noch nicht wirklich realisiert, dass die beiden wirklich und unumstößlich... tot waren.
Ich merkte, wie sich meine Augen mit Tränen füllten. Ich atmete tief durch. Wenn ich jetzt anfinge zu weinen, würde ich wieder nicht aufhören können.
Ich sah aus dem Fenster. Mir fiel auf, dass man in das Fenster des Nachbarhauses reingucken konnte. Ich sah nicht viel, da die Vorhänge des gegenüberliegenden Fensters das meiste verdeckten.
Plötzlich öffnete sich meine Zimmertür. Ich drehte mich um. Grandma kam rein.
"Hey, Darling. How are you?"
"I...I'm fine I think. And what about you? I mean, she was still your daughter. Although you... weren't to be spoken well on each other."
"Oh, my love. I'm good. You don't have to worry about me", sagte sie, während sie mir über den Kopf strich.
Ich nickte. "Could you leave me alone now, please? I don't want to be rude but..."
"Yes of course, my love, whatever you want. But dinner is ready in 15 minutes. I'll call you."
Ich nickte wieder nur. Sie seufzte und verließ den Raum.
Ich wusste nicht, was ich von ihr halten sollte. Grandpa mochte ich immer schon, er war uns auch oft besuchen gekommen, aber immer alleine. Grandma konnte Mom nicht mehr ausstehen, seit sie mit 20 abgehauen und meinen Vater geheiratet hatte.
Ich drehte meinen Kopf wieder zum Fenster und starrte neugierig in das gegenüberliegende Fenster. Die Tür öffnete sich und ein Junge trat in das Zimmer. Er sah wütend aus, als er sich das T-Shirt über den Kopf zog und es auf dem Boden schmiss. Ich konnte den Blick nicht abwenden. Er hatte wirklich keinen schlechten Körper. Ausgeprägte Brustmuskeln und ein straffer Bauch. Seine Haut war braun gebrannt und als er sich umdrehte, spielte seine Rückenmuskulatur. Plötzlich drehte er sich zu mir um und ein paar stahlblaue Augen sahen in meine. Er schmunzelte, als er mein Starren bemerkte und ich wandte schnell meinen hochroten Kopf ab.
Er ging zum Fenster und öffnete es.
Oh nein, nein, nein! Das durfte doch jetzt nicht war sein.
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Das war unser erstes Kapitel. Ich hab's nämlich mit meiner Freundin carlotta_13 geschrieben.
Ich hoffe es gefällt euch. Tschüss,
friedo_03 und carlotta_13
✨⭐️✨
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A Sky Full Of Stars
RomanceDrei Wochen nach dem Tod der eigenen Eltern ist es schwer einfach von vorne anzufangen und so zu tun, als ob alles in Ordnung wäre. Leider verlangen Rosie's Großeltern, zu denen sie nach dem Unfall ihrer Eltern gezogen ist, genau das von ihr. Von...
