vor 26 Jahren

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Nebelfetzen hingen wie Geister über dem verlassenen Feldweg. Nur das leise Quietschen des Fahrrads zerriss die Ruhe wie Papier zwischen zwei Händen. Das Mädchen auf dem Fahrrad hatte ihre Kopfhörer im Ohr und starrte gedankenverloren in die düstere Leere vor ihr. Verkrüppelte Sträucher säumten den schmalen Feldweg. Dahinter breiteten sich Weizensamen aus, die wie mahnende Finger aus dem steinharten Boden empor wuchsen. Vor drei Tagen hatte es einen plötzlichen Kälteschub gegeben und die kleine Stadt in den schroffen Bergen der deutschen Alpen fast vollkommen vereist. Die Ernte war eingegegangen und der See, aus dem sie das Wasser holten|,| hatte die Leitungsrohre mit sich in den Gefrierungstod gezogen.
Sie bog ab und fuhr durch die kurze Allee zum Stadttor, welches gewaltig aus dem Nebel hervorbrach. Die kunstvollen Fratzen starrten auf sie herab, als sie abstieg, das Tor aufschloss und ihr Rad hindurch schob. Als sie das Tor schließen wollte, meinte sie eine dunkle Gestalt auf dem Feldweg zu erkennen. Sie blinzelte, doch da war nichts. Sie schüttelte den Kopf und grinste leicht über sich selbst. Vielleicht hätte sie doch nicht diese Horrorgeschichte von Stephen King anfangen sollen.
Sie schob den Riegel vor.
Es war Vorschrift, dass der Letzte|,| der hinduch ging, absperrte. Denn in den Bergen lauerten immernoch Wölfe und Bären und man wusste nie, ob sie Tollwut hatten oder nicht. Weil letztes Jahr mindestens zwei Dutzend Menschen von einem tollwütigem Grizzly zerfleischt wurden, lebte man im ständiger Angst|,| es könnte von neuem passieren. Sie bekam immernoch eine Gänsehaut|,|wenn sie an die riesenhaften Schemen des Bären im den Häusereingängen dachte. Das Geräusch von reissender Haut und den Todesschreien der Opfer hallten noch immer in ihren Albträumen nach.
Sie zog ihren Schal  fester um sich, umklammerte den Lenker ihres Fahrrads, während die Dächer ihres Wohnabschnitts vor ihr auftauchten.
Die dunklen Ziegelgebäude waren im Kreis um eine kleine Quelle angeordnet, die in der Mitte stand und im Sommer fröhlich schillerte. Jetzt blitzte nur manchmal das Eis auf, wenn die Sonne für einen kurzen Moment hinter der grauen Wolkendecke hervorkam.
Sie schob ihr Rad in einen der Ständer vor einem Gebäude, das aussah|,| als wollte es sich vor den anderen Häusern verstecken.
Sie frimelte den Schlüsselbund aus ihrer Jackentasche und steckte ihn ins Schloss. Allerdings schwang die Tür mit einem lauten Knarren von allein auf.
Sie runzelte die Stirn. Ihr Vater schloss die Tür immer ganz penibel ab!
Sie trat in den kleinen Raum, der nicht für Besucher des Ladens gedacht war. Normalerweise war es hier drin mollig warm, heute war es jedoch fast so eisig kalt wie draußen.
Aufdem Boden lagenzerknitterte Blätter und der lilane Vorhang, der den Raum von dem Laden trennte, hing schief von der Stange, an der etwas bräunliches klebte. Einer der Tische lag umgestürzt auf dem Boden und die Deckenlampe ließ flackernde Schatten über die Wände huschen.

Was war hier passiert?

Fragte sie sich und ging tiefer im den Raum hinein. Sie blieb stehen, weil sie ein Atmen hörte. Etwas kaltes strich über ihren Nacken; sie wirbelte herum und das letzte, was sie sah, war das Messer, was ihr jemand mit voller Wucht erst in den Magen und dann in die Augen stach.
Sie fiel wie ein gefälltes Brett zu Boden.

[A/N: Joahh... Das war jetzt der Prolog. Falls ihr doch noch Fehler findet, könnt ihr es mir ja in die Kommentare schreiben♥♥]

XOXO Kathi

Ach... Aleyccia. Die Kommas in diesen Dingern|| sind sozusagen fettgedruckt. Das erkennt man aber nur schlecht. Deswegen so.

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⏰ Last updated: Oct 07, 2017 ⏰

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