Es war bereits 7:35 Uhr als ich sanft durch den Regen, welcher durch mein halb geöffnetes Dachfenster ins Schlafzimmer drang, geweckt wurde. Schlaftrunken griff ich in die Schublade meines Nachttisches, um mir ein Paar frische Socken zu angeln und um diese über meine kalten Füße zu ziehen. Ich erschrak als mein Griff ins Leere ging und so streifte ich mir widerwillig das alte Paar, welches ich gestern beim Golfen trug, über. Ich stieg aus meinem alten Massivholz Bett, das dem Design nach auch aus einer alten Burg hätte stammen können, welches dadurch den Look des rustikal eingerichteten Schlafzimmers abrundete.
Langsam versuchte ich das Dachfenster, durch welches nun nur noch Wassertropfen die vom Dach liefen eindrangen, zuschließen. Ruckartig und mit einem lauten quietschen, das anscheinend draußen von einem streunenden Hund, der augenblicklich bellte, gehört wurde, fiel das Dachfenster in die Verriegelung und rastete mit einem -klack- ein.
Ich schob die Jalousie nach oben und wurde sofort von der, aufgehenden und um diese Jahreszeit tiefstehenden, Sonne die jetzt langsam durch die Wolken brach geblendet. Schützend hielt ich mir die Hände vor die Augen und realisierte, das ich für meine Verhältnisse zu spät aufgestanden war.
Müde und noch immer leicht geblendet torkelte ich zur Treppe, welche mich durch ein knarzen über jeden Schritt den ich abwärts ging informierte. Im ersten Stock angekommen hatten sich meine Augen an die Helligkeit gewöhnt und ich sah die einfallenden Sonnenstrahlen, welche durch den von einen Luftzug aufgewirbelten Staub sichtbar wurden.
„Ich sollte mal wieder saugen und das Haus putzen" dachte ich mir, ließ den Gedanken aber sofort wieder fallen, als mir ein rhythmisches Geräusch auffiel, welches aus der Küche zu kommenschien. Schnell erkannte ich die Quelle des Problems, mein Wasserhahntropfte in einem fast schon melodisch-rhythmischen Takt vor sich hin, somit hatte ich nun einen weiteren Punkt auf meiner ToDo-Liste.
Ich setzte mir heißes Wasser auf, füllte 3 Löffel meines Kaffees in eine Kanne und goss das nun heiße Wasser über. Sofort, als ich den Kaffeesatz mit dem in der Kanne vorhandenem Sieb hinunter drückte, stieg mir der Geruch von perfektgerösteten Kaffeebohnen, einem leicht süßlichen Aroma und einer Spur Zimt in die Nase.
Ich schaute in das Regal in dem meine Tassen standen aber konnte meine Lieblingstasse, welche ich in einem Töpferkurs selbst formte und die aus reinem und unlackiertem Ton bestand, nicht finden. So musste ich nun eine andere Tasse wählen und entschied mich für eine blaue, die nach oben immer breiter aber dünnwandiger wurde und deren Muster, aus gelben Punkten die ohne System über die Tasse verteilt waren, bestand. Ich wusste, heute würde kein normaler Tag in meinem leben werden, und so war ich gespannt darauf was heute noch passierte.
Nach dem ich den Kaffee ziehen gelassen hatte, schenkte ich ihn mir schwungvoll in die Tasse. Sanft dampfte das schwarze Gebräu vor meiner Nase, als sich die Tasse langsam füllte. Ich stellte die Kanne auf die Seite, nahm meine Lesebrille vom Tisch und ging die Treppe hinunter.
Im Erdgeschoss wandte ich mich der großen Haustür, welche in ihrer Mitte einen schwarzen, mit goldenen Verzierungen geschmückten, Briefschlitz hatte aus diesem normalerweise die aktuelle Zeitung ragte, zu. Ich ging auf die Türe zu, und merkte, dass dort weder eine Zeitung, noch die Rechnungen, irgendwelche anderen Briefe lagen oder durch hingen. Ich öffnete meine Wohnungstür, welche ich dringend wieder ölen sollte da sie sich nur schwer bewegen ließ, trat hinaus auf meinen Garten und bückte mich nach der Zeitung welche aufgeweicht vor mir auf dem Boden lag.
Ohne meine Umgebung weiter zu beachten, ging ich ins Haus zurück und setzte mich an den Frühstückstisch. Das Zeitungslesen konnte ich vorerst vergessen und so nahm ich einen großen Schluck aus der Tasse. Das Gefühl der Müdigkeit wich dem vertrauten Gefühl der Gelassenheit und Wachsamkeit.
Ich nahm erneut einen großen Schluck aus der Tasse, wobei meine Brille von außen beschlug. Nach einem weiteren Schluck war die Tasse leer, ich legte meine Leserille auf den Tisch, spülte die Tasse aus und füllte den restlichen Kaffee in eine Thermoskanne. Darauf hin ging ich ins Bad, welches im Vergleich zu den restlichen Räumen im Haus etwas moderner eingerichtet war.
Ich zog mein Nachthemd aus, legte mein Handtuch über den oberen Rand der Dusche und ging hinein. Ich stellte das Wasser an und genoss es, wie es langsam über meinen Rücken lief. Als es die Narbe auf meinem Rücken überströmte, zuckte ich zusammen und fasste instinktiv an die Stelle, an der ich damals genäht worden war. Wie ein Blitz durchfuhren mich die Erinnerungen an jene Nacht an der, der Unfall passierte. Ich verdrängte diese jedoch schnell wieder und so stand ich eine gefühlte Ewigkeit unter der Dusche und dachte an nichts.
Als ich fertig war und mich abgetrocknet hatte, griff ich nach meinen frischen Klamotten, die ich gestern schon über einen alten Stuhl gelegt hatte, welcher nur noch dafür genutzt werden konnte. Nach dem ich mich angezogen hatte schaute ich in den Spiegel und sah einen Mann Anfang der 30er, dessen rechte Gesichtshälfte komplett vernarbt war und dessen Augen ins leere zu starren schienen. Ich griff nach meinem Rasierer und rasierte mir den 3-Tage-Bart ab, putzte anschließend die Zähne und verließ das Bad. Auf dem Weg zur Haustür, welcher mich durch die Küche führte, schnappte ich mir die Thermoskanne, packte sie zusammen mit einem Vesperbrot in eine alte braune Aktentasche aus Leder und verließ das Haus.
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Ein (un)typischer Tag im Leben des Jason McGreen
Teen FictionIm Leben von Jason McGreen, einem Lehrer einer Realschule eines kleinen Vororts, muss immer alles nach Plan laufen, zumindest das was er kontrollieren kann. So ist es nicht verwunderlich, das schon das fehlen einer Tasse ihn aus der Bahn bringen k...
