Paluten gehört sich.
GLP gehört sich.
Taddl gehört sich.
Die Geschichte gehört mir.
Alles ist frei erfunden und soll niemanden verletzen oder belästigen.
Tausend Scherben
Ich fuhr hoch, als ich einen heiseren Schrei vernahm. Reflexartig griff ich nach der Pistole, die ich immer geladen neben meiner Luftmatratze liegen hatte. Wild suchte mein Blick den Bunker nach irgendwelchen möglichen Bedrohungen ab, bis ich schließlich das leise Schluchzen neben mir vernahm.
Aufatmend legte ich die Waffe beiseite und sah zu Patrick, der auf der Doppelmatratze neben der meinen lag und anscheinend aus einem Alptraum erwacht war.
Gerade wollte ich mich hochhieven, um ihn zu beruhigen, als der Deckenberg zwischen uns zu wackeln begann und ein verschlafener Manuel zum Vorschein kam. Seine schulterlangen Haare waren aus dem Dutt gerutscht, den er sich in der Nacht machte, weil Patrick sie beim Schlafen immer in die Nase bekam.
Er richtete sich halb auf, so dass sein nackter Oberkörper zum Vorschein kam und zog den leise weinenden Brünetten an sich. Dieser vergrub den Kopf an seiner blassen Schulter und krallte sich an ihm fest, während Manu ihm beruhigend durch die Haare fuhr.
Es versetzte mir einen Stich, als er den Braunäugigen auf die Stirn küsste und seine Tränen mit dem Daumen beiseite strich. Wie gerne wäre ich an Patricks Stelle, dort in Manus Armen. Wie gerne wäre ich derjenige, dem er leise etwas vorsummte. Wie gerne wäre ich die Person, die ihn zum Strahlen brachte, die er mehr liebte als alles andere auf der Welt.
Doch nicht ich war es, so sehr ich es mir auch wünschte.
Es war Patrick, Palle, wie ich ihn nannte oder Paddy, wie Manu es zärtlich tat.
Patrick mit den sanften braunen Augen, die so anders waren als meine kalten blauen.
Patrick, der jeden beruhigen konnte.
Patrick, der keiner Fliege etwas zuleide tun konnte.
Patrick, Patrick, Patrick.
Nicht selten erwischte ich mich bei solch eifersüchtigen Gedanken und schämte mich nicht schlecht für sie.
Ich mochte Palle, ich mochte ihn wirklich gern. Er war in den letzten Jahren ein wirklich enger Freund geworden. Ein Vertrauter, jemand, für den man sterben würde. Und doch hatte er mir Manu weggenommen, denn es wäre nicht unwahrscheinlich, dass wir ein Paar geworden wären, wäre er nicht aufgetaucht.
Die ruhige Stimme Manuels riss mich aus meinen Gedanken.
„Er wird dich nicht finden, Paddy. Es war nur ein Traum, okay? Ein böser, dummer Traum, nichts weiter!"
Ich wandte mich erneut zu meinen zwei Freunden, die immer noch eng umschlungen auf ihrer Matratze saßen. Manu wiegte den kleineren hin und her, während dieser langsam aus seinem Schockzustand zurückkehrte.
„Es war so echt, Manu. Was mache ich, wenn sie kommen? Ich bringe euch ebenso in Gefahr wie mich!", stotterte er.
„Er hat dich die letzten vier Jahre nicht gefunden, warum sollte er es jetzt tun?", sagte der Brünette langsam und deutlich.
Ich verstand, oder erahnte zumindest, was Palle geträumt hatte.
Vor ungefähr vier Jahren hatten Manu und ich uns noch allein durchgeschlagen. Wir kannten uns schon Ewigkeiten und standen uns so nahe wie Brüder, auch wenn ich mir bereits damals mehr gewünscht hätte.
Wir hatten den Bunker, in dem wir nun unser Dasein fristeten, noch nicht gefunden, so dass wir uns meist unter Brücken oder in leerstehenden Häusern zum Schlafen niederließen. Wir blieben nie lange in der gleichen Stadt sondern zogen immer weiter, was sehr mühsam war, ganz ohne Auto.
Eines Nachts, wir hatten uns in ein altes Haus zurückgezogen und schliefen bereits, wurde ich durch ein leises Knistern wach. Ich setzte mich schlaftrunken auf und blinzelte angestrengt, um etwas sehen zu können.
Ich erahnte einen Schatten, der sich an unseren Vorräten zu schaffen machte.
So lautlos wie möglich stand ich auf und packte dann zu. Der Schatten, anscheinend ein junger Mann, schrie vor Schreck auf.
Dadurch wurde auch Manu wach. Er knipste eine Taschenlampe an, während ich dem Dieb die Arme auf den Rücken bog und ihn in die Knie zwang.
„Bitte!", krächzte dieser schmerzerfüllt. „Ich wollte doch nur-"
„Halt dein Maul!", knurrte ich dunkel.
Ich schleifte ihn in eine Ecke, ließ ihn dort los und stellte mich vor ihn. Manu trat zu mir und leuchtete dem Mann ins Gesicht, so dass dieser die Augen zu kneifen musste.
Braune, fettige Haare, die ihm ins markant geschnittene Gesicht fielen, welches einen panischen Ausdruck hatte. Der Mann schien kleiner als wir beide und war sehr abgemagert. Unfreiwillig verspürte ich Mitleid mit dem Verängstigten, der doch recht harmlos wirkte. Es schien Manu ähnlich zu gehen, denn er beugte sich etwas hinab und fragte mit freundlicher Stimme:
„Was willst du hier?"
Der Blick des Brünetten zuckte unruhig hin und her.
„Bitte, tut mir nichts. Ich hatte solchen Hunger. Ich hätte mir bloß ein Stück Brot genommen und wäre gegangen, wirklich!", stotterte er.
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Tausend Scherben
FanfictionTaddl ist in Manuel verliebt. Der ist mit ihrem gemeinsamen Freund Patrick zusammen. Das Trio muss sich in einer apokalyptischen Welt zurecht finden. Dann holt Patricks Vergangenheit ihn ein und alles zerbricht... [Kürbistumor, GLPaddl, kein wirk...
