"Bella, verstehe es doch! Es ist nur zu deinem besten. Wir wollten doch auch nicht, dass es soweit kommt." Rief mein Vater mir hinterher während ich die Treppe hoch rannte. Tränen brannten in meinen Augen. Das kann doch nicht wahrsein. Sie wollen mich tatsächlich in eine Klinik stecken. In meinem Zimmer angekommen schmiss ich mich auf mein Bett und vergrub mein Gesicht in den Kissen. Ich ließ meinen Gefühlen freien Lauf, so dass nach einer halben Stunde das halbe Kissen durchnässt war.
Ich stand auf, um mir ein paar Tücher zu holen. Auf dem Weg schaute ich kurz in den Spiegel und blieb stehen. Was wollen meine Eltern? Ich sehe aus wie immer. Vielleicht habe ich ein bisschen an den Beinen und Armen abgenommen aber das ist wohl auch verständlich, nachdem was die letzten Monate los war. Sofort dachte ich an den Tod meiner Oma und Tränen bannten sich wieder den Weg an meiner Wange hinunter. Sie war mein ein und alles. Die einzige Person, bei der ich Zuflucht gefunden habe, wenn es mir schlecht ging. Es ist nicht so, dass ich keine Freunde habe. Sehr viele sogar. Aber sie alle verstanden mich nicht. Nicht mal meine Eltern oder meine eigene Schwester verstanden mich. Ich erinnerte mich an die letzten Worte, die meine Oma kurz vor ihrem Tod an mich richtete. "Einschlafen dürfen, wenn man müde ist, und eine Last fallen lassen, die man sehr lange getragen hat, das ist eine wunderbare Sache." Kurze Zeit später war sie tot. Einfach weg. Die Welt brach vor mir in tausend Einzelteile zusammen. Ich brach vor ihrem Bett zusammen, weinte und schrie. Und das für Stunden. Meine Eltern mussten mich aus dem Raum zerren, damit man ihre Leiche wegbringen konnte. Seitdem war mein Leben nicht mehr dasselbe, wie es davor war. Ich wachte jeden Morgen auf und fühlte mich schrecklich alleine. Ich betrat die Schule und wurde von mitleidigen Blicken nur so überhäuft. Zuhause war es nicht besser. Aber das alles machte es nicht besser. Es machte es einfach nur realer. Sie war wirklich weg. Für immer. An ihrer Beerdigung war ich die einzige, die weinte. Mein Vater war nur auf ihr Erbe aus. Ein gutes Verhältnis hatte er schon lange nicht mehr mit ihr gehabt.
Die Tage nach der Beerdigung bekam ich kein Auge zu. An Schule war deshalb nicht wirklich zu denken. An essen auch nicht. Ich lag tagelang in meinem Zimmer und starrte die Decke an. Das Klopfen an die Tür überhörte ich. Es machte doch alles keinen Sinn mehr. Ich began mich selbst zu verletzen. Ritzte mich fast täglich, da es mich ablenkte. Aber dadurch began ein Hass auf mich selbst, dass ich meinen Körper so etwas antue. Ich verweigerte das Essen, da ich es nicht verdiente.
Und nun sitze ich in meinem Zimmer und stehe immer noch vor meinem Spiegel, wie vor 5 Minuten. Ich glitt mein Bein entlang und fasste mir an meine Oberschenkel, an denen immer noch unnötige Speckrollen zu fühlen waren. Genervt stöhnte ich auf. Ich tupfte mir gerade meine letzten Tränen weg, als meine Mutter durch die Tür erscheint. "Liebes, ich habe dir die Seite der Klinik ausgedruckt. Lies es dir doch mal durch es ist eine wirklich gute Klinik und die werden dir auf jeden Fall helfen." Sie gab mir den Zettel und ging. Eine Klinik für Essgestörte. Meine Eltern wussten nicht, dass ich mich selbst verletze. Würden sie das herausfinden, würden sie mich wahrscheinlich sofort in eine Psychiatrie bringen. Ich knüllte den Zettel zusammen und warf ihn in den Müll. Genervt ließ ich mich auf mein Bett fallen. Ich muss in diese Klinik, da meine Eltern es nicht zulassen würden, dass ich nicht hingehe. Wütend schrie ich in mein Kopfkissen.
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Fiksi RemajaAus dem Leben einer Magersüchtigen: Nach dem Tod ihrer Oma ist das Leben für die 16 jährige Bella nicht mehr dasselbe. Sie verweigert zu essen und verschließt sich immer mehr ihren Mitmenschen. Eines Tages sehen ihre Eltern sowie ihre Schwester kein...
