Kapitel 1 - Neues Land - Neues Leben?

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Endlich war es soweit, meine Koffer waren verpackt und alle meine Möbel schon in meinem Penthouse, ich würde nun endlich den Flug in mein neues Zuhause antreten. Mein Traum hat sich endlich erfüllt, ich werde für ein Jahr in Sheffield leben und endlich meiner großen Leidenschaft nachgehen, dem fotografieren.

Aber nun mal ganz von vorne. Mein Name ist Cara ich bin 21 und lebte bisweilen in einer kleinen Stadt in Deutschland. Letztes Jahr hatte ich mein Studium in Fotografie abgeschlossen. Ich träumte seit der 10. Klasse davon einmal Konzert – Fotografin zu werden, dieser Wunsch sollte sich nun endlich erfüllen.

Ich war noch nie geflogen und deshalb ziemlich nervös als ich zusammen mit dem Taxifahrer die Sachen im Kofferraum des Taxis verstaute, die noch nicht in meinem Penthouse waren. Nach etwas über einer Stunde Fahrt, war ich nun am Flughafen, während ich den Taxifahrer bezahlte wuchs meine Aufregung ins unermessliche. Ich wusste nicht mit Sicherheit, ob ich Flugangst hatte, aber ja verdammt es fühlte sich danach an. Nach dem ich die Sicherheitskontrolle hinter mir gelassen hatte, stieg ich mit wackeligen Beinen ins Flugzeug um meinen Platz zu suchen. Nach einiger Zeit des Umherlaufens fand ich diesen und ließ mich erschöpft nieder. Ich hatte nun einige Stunden Flug vor mir, das wusste ich, deshalb hatte ich Zuhause schon vorgesorgt und mir einige Alben meiner Lieblingsband auf mein Handy geladen. Als ich merkte, wie ich immer nervöser wurde, steckte ich den Stecker meiner Kopfhörer in mein Handy und begann die Stimme meines Lieblingssängers, Oliver Sykes, auf mich wirken zu lassen. Ich begann ganz genau hinzuhören, um mich von meiner Angst abzulenken. Bring me the Horizon hatten mir mit ihrer Musik schon oft aus Situationen geholfen, die brenzlig hätten ausgehen können, ohne es zu wissen, hatte Oliver mir schon einige Male das Leben gerettet. >> Gott Cara! Hör auf mit deinem Fangirl Gequatsche, Oliver weiß doch noch nicht einmal das du existierst!<< ermahnte mich meine innere Stimme. Sie hatte ja Recht, er wusste wirklich nicht, dass es mich gab. Als ich die ersten Töne von „And the snakes start to sing" hörte schloss ich die Augen um die Musik zu genießen. Ich musste eingeschlafen sein, denn ich wachte auf, als das Flugzeug gerade zur Landung ansetzte. Ich wusste nicht ob ich mich freuen sollte, weil ich endlich aus dieser Höllenmaschine raus war, oder Angst haben sollte, weil ich jetzt meine Arbeitskollegin und Mitbewohnerin für ein Jahr kennenlernen sollte. >> Sie wird dich sicherlich ätzend finden, so wie dich in Deutschland jeder ätzend fand! << motzte meine innere Stimme und erinnerte mich an das Leben, welches ich in Deutschland zurückgelassen hatte, sofern man das ein Leben nennen konnte. Ich wurde schon seit der 5. Klasse fertig gemacht, beleidigt und verprügelt, ich war das typische Opfer. Man hätte denken können, dass ich von Zuhause Unterstützung erwarten konnte, aber Nein, Fehlanzeige, Zuhause wurde ich ebenfalls geschlagen und beleidigt. So sehr, dass ich mit 17 aus meinem Zuhause rausgenommen und in eine Pflegefamilie gebracht wurde. Dort dachte ich, dass sicherlich bald alles besser werden würde. Ich wurde eines besseren belehrt. Auf der neuen Schule wurde ich ebenfalls gemobbt und außerdem fing mein Pflegevater an mich auf eine Art und Weise anzufassen, die unerträglich war. So unerträglich, dass ich anfing mich zu schneiden und aufhörte regelmäßig zu essen. So kam es das ich inzwischen sehr stark untergewichtig war. Seit mein bester Freund vor einem Jahr gestorben war, hatte ich niemanden mehr zum Reden, die Schnitte wurden tiefer und ich wurde dünner, immer dünner.

Fuck! Ich war völlig in meinen Gedanken versunken und hatte nicht gemerkt, wie das Flugzeug um mich herum immer leerer wurde. Ich überwand mich dazu endlich aufzustehen um meine neue Arbeitskollegin nicht noch länger unnötig warten zu lassen.

Als ich aus dem Flugzeug in den Flughafen trat sah ich sie schon, sie hatte mich noch nicht gesehen, weshalb ich sie noch etwas genauer ansehen konnte. Sie hatte schulterlanges blondes Haar, war etwas kleiner als ich und soweit ich das beurteilen konnte leicht pummelig. Sie hatte eine Jeans an und ein Bandshirt der Band Slipknot. Rein äußerlich war sie das genaue Gegenteil von mir. Ich hatte lange dunkelblaue Haare die ich mir für den Flug in einem unordentlichen Dutt zusammengebunden hatte, eine schwarze Leggings und darüber einen Pulli von Drop Dead. Ich hatte wie immer meine schwarzen Vans an und war dezent geschminkt. Ich hoffte inständig, dass ihr nicht sofort auffiel, wie dünn ich war. Ich musste schmunzeln als ich sah, was sie in der Hand hielt: ein großes Schild auf dem in sehr ordentlicher Schrift mein Name stand, Cara Taylor. Ich weiß, der Name hört sich nicht gerade Deutsch an, mein leiblicher Vater kam aus England, was auch der Grund dafür ist, dass ich nahezu perfekt Englisch spreche. >> Das ist auch das einzige, was du gut kannst!<< fauchte mich meine innere Stimme an. Ich versuchte das zu ignorieren und wandte mich mit einem Lächeln an meine Arbeitskollegin.

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