Der heutige Tag schien besser zu werden als die letzten Wochen.
Die meisten Beerdigungen hatte Priester Lucas hinter sich gebracht, die Verletzten wurden nach und nach aus den Krankenhäusern entlassen und trotz des trüben Himmels hatte es aufgehört zu regnen.
Als er mit seiner einfachen Kleidung durch die Straßen spatzierte, warf er seinen Blick hin und wieder zu Arbeitern, welche so gut es ihnen möglich war, die zerbomten Häuser wieder aufbauten.
Die meisten von den jungen Männern kannte Lucas aus den Gottesdiensten vor dem Krieg.
Sie alle nickten ihm freundlich zu und in jedem Gesicht sah er etwas, was er seit Beginn des Krieges nicht mehr gesehen hatte. Hoffnung.
Je weiter Lucas lief, desto weiter waren die Bauarbeiten voran geschritten.
Im Innern der Stadt befanden sich die Häuser der Adelsleute.
Diese hatten von den Anschlägen zwar am meisten mitbekommen, doch sie hatten genug Geld um sich mehr Arbeitskräfte zu kaufen.
Der Priester musste sich, Gott sei dank, keine Sorgen machen.
Er lebte in einer bescheidenen Hütte außerhalb der Stadt.
Das bedeutete zwar, dass er für die Gottesdienste bereits in der Dämmerung aufstehen musste, doch er nahm den weiten Weg gerne in Kauf, für ein bisschen Ruhe und Frieden.
Lucas mochte es noch nie unter Menschen zu sein, das wussten alle, umso mehr hat es sie alle gewundert, als er plötzlich nach Moneda verschwand und einige Jahre später als Priester zurück kehrte.
Zwischendurch wurde der alte Mann gefragt ob heute ein Gottesdienst wäre von dem sie nichts mitbekommen haben und dass es doch erst Mittwoch sei, doch er verneinte nur.
Heute hatte Lucas eine Einladung des Bürgermeisters.
Dieser empfing nicht oft jemanden und Lucas fühlte sich sehr geehrt. Die Sonne stand bereits hoch am Himmel, als er endlich das Haus erreichte.
Es war das Größte in der ganzen Stadt, neben der Kirche versteht sich.
Mit seinen dürren Fingern berührte er die Türklingel.
Einst war Lucas ein fülliger Mann gewesen, doch der Krieg hatte sie alle verändert.
Da hatte er sein letztes Brot doch oft lieber an ein paar Waisenkinder abgegeben.
Doch selbst an den grausamsten Tagen, wenn er schon Tage lang nichts zu Essen hatte, sein Häusschen mit mehr Leuten teilte als er zählen konnte und die grausamen Schreie aus der Stadt zu ihm hinüber hallten, verlor er nicht den Glauben an Gott.
Der Herr lässt uns nicht mehr tragen, als wir bewältigen können. Also schloss er die Augen und betete.
Mit einem knarrenden Geräusch wurde die große Haustür geöffnet und er trat hinein.
Hätte Priester Lucas vorher gewusst worauf er sich einlassen würde, dann würde er sich umdrehen und davon laufen so schnell er konnte.
Er hätte alles getan, wenn er nur nicht einen Packt mit dem Teufel persönlich hätte schließen müssen.
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Royalblack
Teen FictionEs ist unfair, dass die Menschen einen dazu bringen wollen an Gott zu glauben und denoch sagen, es gäbe keine Magie. Doch am schlimmsten finde ich, ist es wenn die Menschen die an Magie glauben für verrückt gehalten werden. Wie kann man in so einer...
