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Die Bäume waren undeutlich. Wir fuhren so schnell mit dem Auto, dass ich die Bäume draußen nicht mehr richtig erkennen konnte. Jedes Mal wenn ich dies so wahrnahm, wenn ich etwas undeutlich sehe, fühle ich mich wie in einer anderen Welt. Weg von meinen Problem, in eine Welt die ich mir selber gestalten kann. Viel mehr Frieden und liebe. Kein terror. Alle behandeln sich gegenseitig respektvoll, verstehen sich gut untereinander, keine Furcht, Träume werden wahr und man war einfach nur frei. Man wurde nicht von seinen strengen Eltern festgehalten. Doch leider gibt es sowas in der realen Welt nicht und ich wurde von meiner Mutter aus meinen Tag Träumen entrissen : "Wir sind gleich da schatz. Siehst du das Haus dort drüben ?" Fragte sie mich und deutete mit dem Finger auf ein Haus, dass noch ziemlich klein schien. Lag wohl daran, dass wir noch etwas fahren mussten. Mein Vater fuhr das Auto und meine große Schwester schlief neben mir. Sie ist während der Fahrt eingeschlafen. Wir mussten ungefähr 4 1/2 Stunden mit dem Auto fahren um das Dorf zu erreichen. Meine Eltern haben vor einigen Monaten entschieden, ohne uns Kinder zu fragen, dass wir von der Stadt auf das Land ziehen. Natürlich fand ich die Idee nicht sonderlich gut. Ich hatte in der Stadt meine Freunde die ich alle sehr lieb habe und außerdem weiß ich ganz genau, dass ich mich im Dorf nicht so gut Integrieren werde, da ich nicht ein besonders offener Mensch bin. Habe da so meine Schwierigkeiten und Zweifel neue Menschen kennen zu lernen. Ich weiß ja nicht wie so manche Menschen ticken und sowas riskiere ich nicht so gerne. Ich befürchte, man wird mich ausgrenzen und ich werde nichts dagegen tun. Man würde über mich reden, weil ich anders bin als die anderen.
Ich versuche mich manchmal anzupassen um nicht so alleine zu sein. Aber dann fühle ich mich auch traurig weil ich mich verstellen muss. An dieser Stelle fällt mir dann wieder ein, was meinte beste Freundin mal zu mir sagte: "Es ist immer gut etwas besonderes zu sein!"
Ich weiß nicht wieso mich diese einfachen Worte so dermaßen insperiert haben, aber das haben die einfach..
jetzt versuche ich mich erstmal auf unser neues Haus und unsere neuen Nachbarn zu konzentrieren.  Es gibt es kein zurück mehr. Ich war hier im Dorf gefangen und kann nicht mehr in die Stadt. Außer wenn ich mal nicht zur Schule muss und wir Geld für eine Zug fahrt haben.
Mein Vater fuhr immer langsamer und ich beobachtete wie unser neues Haus immer größer wurde. Wir fuhren drauf zu und kurz bevor wir die Terrasse erreichten, hielt mein Vater an. Wir sind alle etwas nach vorne geschwankt wegen dem stop. Ich blickte zu meiner Schwester rüber und sah wie sie ihre Augen blitzschnell öffnete und schrie :"Wir sind endlich da!!!" 
Manchmal Frage ich mich echt, ob nicht sie die große Schwester sei, sondern ich. Es gibt so Momente, in denen sie sich wie ein Kleinkind benehmt ... Glaubt mir, dass werdet ihr früh genug erfahren.

Wir schnallten alle unsere Gurte ab und stiegen dann aus dem Auto. Mein Vater öffnete unseren Kofferraum und ich nahm meinen Rucksack hinaus. Mehr hatte ich nicht dabei. Meine ganzen Sachen waren schon in unser neues zu Hause geliefert worden. Vermute ich mal. Denn wenn nicht, habe ich keine Klamotten außer 2 t Shirts und einige Unterwäsche die in meinem Rucksack verstaut sind.
Im Gegensatz zu mir hatten meine Eltern und meine Schwester einen Koffer mit Klamotten dabei. Sie hoben ihre Koffer aus dem Wagen, während ich schonmal langsam auf unser Haus zu ging. Ich betrachtete es. Es war ein typisch amerikanisches Haus, mit Terrassen, einen vor und hinter garten und das Haus bestand aus Holz, welches weiß bestrichen wurde und die fester waren einfach typisch Amerikanisch..
Ich muss sagen, ich liebe dieses Haus jetzt schon. Vorher haben wir in einem Apartment gelebt, war nicht besonders vorteilhaft wenn man sich mal raus schleichen wollte. Unser Apartment befand sich in einer Getto ähnlichen Gegend. Es gab zwar keine Schießereien aber ich bekam manchmal einige Drogendiele mit oder Schlägereien die oft blutig endeten.
Einerseits bin ich froh das wir dort endlich weg sind, doch dann muss ich wieder an meine Freunde denken die ich dort zurücklassen musste. Wenn ich so überlege, hatte ich zu Hause auch nicht so viele Freunde. Ich hatte vielleicht nur 2-3 normale Freunde. Eine beste Freundin gab es auch, doch das "gab" spielt eine sehr entscheinde Rolle...  Doch ich fokusier mich jetzt erstmal auf das hier und jetzt.
Zurück zum Haus!
Ich will es mir unbedingt von innen anschauen und mir so schnell wie möglich das beste Zimmer aussuchen, bevor meine Schwester es tut.
"Könnt ihr mir den Schlüssel rüber werfen?"
Mein Vater Wurf den Schlüssen in meine Richtung und es gelang mir ihn zu fangen. Innerlich feierte ich mich dafür, dass ich ihn gefangen habe, aber ich musste ruhig bleiben. Will ja nicht das die neuen Nachbarn das mitbekommen und denken ich hätte nicht mehr alle Tassen im Schrank.

Ich suchte den richtigen Schlüssel und fand ihn ziemlich schnell, da wir ihn extra mit blauem Nagellack lackiert haben. Nachdem ich die blaue Farbe an dem Schlüssel betrachtet habe, entschied ich mich endlich die Tür aufzuschließen.
Damit hätte ich nicht gerechnet. Ich hätte echt gedacht, dass die Wände auch weiß sind wie das Haus von außen. Aber da habe ich mich wirklich getäuscht. Die Wänden bestanden aus Europäischem Eichen- Holz, welche dem Raum eine gewisse Tiefe gibt ... Irgendwie macht es das Haus seriöser und einfach interessanter.
Ich tat für einen kurzen Moment nichts, als nur zu staunen.
Ich kriegte mich wieder und betrat das Hau vollkommen.
Im Unterbewusstsein malte ich mir schon aus, wie unser Foye gestaltet wird. Welche bilder an welcher wand hängen und wo welches Regal stehen wird.
Doch jetzt muss ich mir schnell die anderen räume anschauen und mir schnell meinen Raum suchen, nicht das meine Schwester das beste zuerst findet. Ich sprintete die Treppen, die ebenfalls aus dem europäischen Eichen -Holz bestanden, hoch und wäre fast hingefallen, weil ich sehr hektisch war. Aber ich konnte meinen Körper noch irgendwie bändigen und stieg die Treppen weiter hoch. Jetzt kann mich nichts mehr davon abhalten dieses Mal das bessere Zimmer zu bekommen. Bevor wir in dieses Haus gezogen sind und noch in der Stadt in einem Apartment gelebt haben, hatte Nadia (meine große Schwester die ihr bereits kennt)  das aller größte und schönste Zimmer. Ich hingegen hatte das aller kleinste Zimmer und meine Möbel waren nicht sehr besonders.
Es ist offensochtlich, dass mich meine Eltern etwas vernachlässigen.Aber jetzt suche ich mir erstmal mein bestes Zimmer. Das scheint mir nur fair. Ich fand um die 5 Schlafzimmer, obwohl ich nicht mal weiß weshalb wir so viele brauchen, doch keines Haute mich um. Alle Zimmer hatten fast die selbe Größe. Vielleicht war mal eins etwas größer aber irgendwie waren diese Räume nichts für mich. Es fühlte sich nicht richtig an. Ich weiß jetzt aber auch nicht für welchen Raum ich mich entscheiden soll. Ich glaube ich gebe es einfach auf und überlasse meine Eltern die Wahl. Doch wenn ich so drüber nachdenke, hätten meine Schwester und ich Theoretisch gesehen, beide zwei Zimmer. Oder meine Eltern nutzen diese als Büros, obwohl sie garkein Büro brauchen. Nachdem ich die Hoffnung, ein gutes Zimmer zu finden, Aufgab hörte ich wie meine Eltern und Nadia das Haus betreten. Sie stöhnten alle vor Begeisterung auf und ich hörte dann auch wie meine Schwester nach mir schrie: "MANON!! DAS GRÖSSTE ZIMMER GEHÖRT SCHON MIR! DU BRAUCHST ES GARNICHT ZU VERSUCHEN!"
Ich verdrehte mir die Augen, auch wenn mir bewusst war das Nadia das nicht sehen konnte.
"Mir ist das gerade eh egal, alle Zimmer sind irgendwie nicht mein Fall. Hast die freie Wahl. Schwesterherz!"
rief ich zurück und betonte 'Schwesterherz' und ließ es sarkastisch klingen. Ich kann mir schon denken das Nadia jetzt etwas verwirrt ist. Aber das ist mir jetzt auch egal. Ich muss ein passendes Zimmer finden. Doch welches nur?
Das Haus ist eigentlich total schön, es wurde zwar noch nichts ausgepackt und überall standen Kartons, doch die Wände und die Böden faszinierten mich noch immer. 
Ich irrte noch eine Weile im Haus herum um mich weiterhin zu erkunden bis ich etwas fand. Es ragte eine Schnur, von der Decke, auf mich herab. Ich schaute auf und merkte das man daran ziehen konnte. Ich legte zu aller erst meinen Rucksack ab, den ich noch immer trug und beachtete ihn nicht mehr. Ich wendete mich wieder zu der Schnur und zog dran. Es kostete etwas Kraft bis es mir gelang, dass sich etwas tat. Wie es scheint habe ich gerade eine Leiter aus der Decke gezogen. Ich denke mal diese Leiter führt zu unserem Dachboden, den ich noch nicht entdeckt habe.
Ich überlegte es mir nicht zweimal dort hoch zu klettern. Ich habe auch nicht wirklich drüber nachgedacht was mich dort oben erwartet. Ich kletterte einfach und merkte das es dort oben sehr stickig und dunkel war. Lag wohl daran das die Fenster lange nicht mehr geöffnet wurden und die Lichter nicht an waren. Ich habe jetzt keine Ahnung wie ich dort oben eine Lampe finden könnte. Also zuckte ich mein Handy aus meiner Hosentasche und suchte meine Taschenlampen App, welche ich mir  heruntergeladen habe.
Ich leuchtete zuerst zur Decke um zu schauen ob hier eine Lampe hängt. Und tatsächlich! Ich sehe eine Lampe, ich muss sagen, die ist echt schön. Sie hat einige Steine um sich die irgendwie Muster bilden. Ich weiß nicht so genau was das für Steine sind aber sie erinnern mich ein bisschen an die Form eines Sternes.  Da ich diese Lampe einiger Maßen bewundern könnte versuchte ich andere Dinge hier zu finden. Ich stolperte über Dinge oder ich stieß mit oftmals den Kopf gehen irgendetwas. Doch endlich konnte ich eine Wand ertasten. Auf der versuchte ich etwas drauf zu leuchten. Ich ging noch immer weiter und währenddessen schweifte meine Hand an der Wand. So fühlte ich mich einiger Maßen sicher. Es kann ja passieren das ich meinen halt verliere und ich mich dann schnell an die wand stützen kann. Aber ich versuchte jetzt erstmal nicht so weit zu denken und tastete die Wand nach einem Schalter ab. Wieso bin ich hier nur hoch gekommen ..? 
Das erschreckende ist, dass falls ich hier oben sterbe , dass es meiner Familie nicht mal auffallen würde...

Ich fühle etwas, es fühlt sich so an wie.... EIN SCHALTER!! Na endlich!

Take My Hand Tempat cerita menjadi hidup. Temukan sekarang