Kapitel 3

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*Julien's Sicht*

Beim Fantreffen war ich nicht ganz bei mir. Das haben die anderen auch gespürt. Sie haben mich sogar gefragt, was mit mir los war. Ich will ihnen nichts von dem Mädchen erzählen. Ich habe ihnen gesagt, dass ich zu wenig geschlafen hatte. Weiter haben sie auch nicht nachgefragt. Ich schlafe eh schon viel zu wenig. Ich habe zuletzt in meiner Kindheit ausgeschlafen. Und das ist schon bisschen zu lange her. Ich musste während dem Treffen die ganze Zeit an sie denken. Mit ihr stimmt irgendwas nicht. Sie lässt sich als erstes fast vom Lkw überfahren und später findet man sie alleine mit zitternden Händen an einer Bank. Es war jetzt auch nicht kalt oder so. Ich wäre wirklich länger bei ihr geblieben. Schade das ich los musste. Sie geht mir nicht mehr aus dem Kopf. Wenn ich heute morgen nicht zufällig da gewesen wäre... Ich hätte es mir nicht verziehen. Sie sah so verloren aus.

*Jule's Sicht*

Am nächsten Tag fragten mich alle in der Uni wieso ich einfach abgehauen bin. Ich beichtete ihnen, dass ich Angst vor großen Menschenmengen hatte. Max zog schuldbewusst das Gesicht. ,,Es tut mir so leid das ich nichts bemerkt habe." sagte er traurig zu mir. Die anderen entschuldigten sich ebenfalls. ,,Hey Leute lasst gefälligst den Kopf nicht hängen." lachte ich ihnen zu und kniff Max in die Seite. Sofort fing er an mich zurück zu kneifen und die anderen lachten. ,,Na los gehen wir in die Bibliothek ich muss noch Bücher holen." sagten paar Studenten und gingen schon los. 

Nach dem Unterricht rief ich Liv an. Sie hatte schon früher aus gehabt. ,,Hey ist noch Essen zuhause?" fragte ich sie. ,,Nö nichts gescheites da." antwortete sie mir. ,,Lass mal ein Mädelsabend machen. Ich hol Essen und wir gucken Filme. Ich brauch mal wieder so ein Abend." schlug ich vor. Ich hatte Liv noch gar nichts erzählt von den Asiaten. Ich weiß auch nicht ob ich es tun sollte. ,,Ja das klingt super! Ich glaube es sind auch alle heute da." klang Liv's Stimme begeistert aus dem Hörer. ,,Super dann sag den anderen Bescheid." grinste ich und legte dann auf. Schnell sprintete ich zum Rewe nahm mir ein Korb und kaufte alles mögliche ein. Zum Glück ist in der Tasche noch Platz. Ich kaufte Süßigkeiten und Pizzen. Als ich den Rewe verließ, musste ich schon wieder an ihn denken. Ich hätte ihn nach seinem Namen fragen sollen. Es war so als hätte er mich verfolgt. Man kann nicht zufällig den gleichen Menschen nochmal treffen der dir heute morgen das Leben gerettet hat. Oder doch? Ob ich ihn nochmal sehen werde? Ich beschloss nicht länger darüber nachzudenken und sprintete mit voller Tasche nach Hause. Zuhause angekommen fiel mir Liv um den Hals. Ich umarmte sie und grinste dabei. Zusammen räumten wir die Bude auf und bereiteten alles vor. Als dann die anderen Mädels eintrafen begannen wir uns über Gott und die Welt zu unterhalten. Bis wir dann zum Thema Jungs kamen, sahen mich alle gespannt an. Sollte ich es mit den Asiaten erzählen? Sie wussten anscheinend das mir was passiert war. ,,Los Jule rück schon raus." drängte Paula scherzhaft. Die anderen nickten und sahen mich wieder an. ,,Also gut.." begann ich. Ich erzählte ihnen alles was heute passiert war und ließ kein Detail aus. ,,Warte.", unterbrach mich Mona, ,,Du sagst ein Asiate? Hinterm Dom?" Ich stockte kurz. ,,Ähm ja." bestätigte ich. ,,Kennst du den etwa?" fragte ich etwas zu neugierig. Mona holte ihr Handy und gibt in Google etwas ein. Dann hielt sie mir ihr Handy hin und darauf war ein Bild zu erkennen. Ich schaute es an. Es war ein Asiate zu sehen. Er war es. Ich wurde auf einmal ganz steif. Meine Augen weiteten sich. ,,Er ist es." gab ich schließlich ganz überrascht zu. Die anderen schauten mich überrascht an. ,,Du hast Julien Bam getroffen?! Einfach so?" schrien die anderen schon fast. ,,Anscheinend." kam nur aus mir heraus. Ich war geschockt. Der Asiate ist You-Tuber?! Ein You-Tuber hat mir das Leben gerettet? Okay. ,,Jule du siehst voll blass aus." meinte Paula zu mir. Ich starrte sie an. ,,Ihr wisst ganz genau das ich so gut wie gar keine You-Tuber kenne. Ich kann es einfach nicht glauben." redete ich in die Runde. Da keiner antwortete, herrschte Schweigen. ,,Das ist unglaublich! Ihm fallen wahrscheinlich tausende Mädchen vor den Füßen! Wenn nicht sogar Millionen!" redete ich weiter und meine Stimme klang sogar etwas niedergeschlagen. Die Mädchen sahen mich an. Sie wussten nicht, was sie sagen sollten. Klar, hätte ich auch nicht. Ich musste raus an die frische Luft. Jetzt. ,,Leute ich muss mal kurz raus. Komme später wieder." sagte ich zu ihnen stand auf und ging Richtung Tür. ,,Jule das ist keine gute Idee, es ist 0 Uhr!" rief mir Delia mir zu. Paula stand auf und wollte zu mir. Ich schnappte mir schnell Handy und Schlüssel und ging raus. ,,Jule!" wollte Paula mich aufhalten aber ich war bereits schon draußen. ,,Lass sie." hörte ich noch Liv durch die Wohnung rufen. Ich lief die Treppen runter. Paula hat wohl auf Liv gehört. Sie folgte mir nicht. 

Julien Bam FFWo Geschichten leben. Entdecke jetzt