Eine Gesellschaft, in der es einen Stereotypen gibt. Jeder ist gleich gestellt, es gibt keine Unterschiede, alle Menschen sind perfekte Kopien voneinander.
Eigentlich ist dies doch eine gute Idee, denkt sich Kei, die aus einer Gesellschaft flieht, i...
Ich weiß noch ganz genau, wie das alles begonnen hat. Eigentlich war ich sehr zufrieden und glücklich in meinem bisherigen Leben. Immerhin lebte ich 18 Jahre in diesem Leben und bisher lief alles glatt, was aber nur, wie mir irgendwann klar wurde, nur an meinen Eltern lag. Man muss wissen, mein Vater ist ein hochgelobter Anwalt, der sich sehr gut in seinem Beruf auskennt. Meine Mutter hat bis vor meiner Geburt als Ärztin gearbeitet, sie hatte sich vor allem auf Radiologie und Onkologie etabiliert.
Und dann wurde ich geboren. Ein kleines Mädchen, das ungeplant war, aber bald zum Lichtblick meiner Eltern wurde. Ich sah fast genauso aus wie meine Mutter in jünger.
Oops! This image does not follow our content guidelines. To continue publishing, please remove it or upload a different image.
Mein Vater ist auch ein wahrer Hingucker. Aber eben auf männliche Art und Weise.
Oops! This image does not follow our content guidelines. To continue publishing, please remove it or upload a different image.
Ich war ein Einzelkind und ich kam damit auch sehr gut zurecht. Ich liebte die Stille in meinem Zimmer, wenn ich meine Gedanken sammeln musste und über das Leben philosophierte. Man wirft Einzelkindern immer vor, wie unsozial sie seien. Aber in Wahrheit ist es anders. Nur weil man das von uns denkt, werden wir gemieden und auf Dauer geben wir dann die Hoffnung auf und ziehen uns dann meistens in unser kleines Reich zurück, wo wir dann über alles nachdenken. Denn wir merken auf Dauer, dass es für uns immer noch am besten ist, wenn wir einfach unsere Ruhe haben und über alles nachdenken können.
Wie gesagt. Eigentlich lief alles bestens in meinem Leben. Ich schloss die Schule mit Bravour ab und durfte die Rede halten an unserem letzten gemeinsamen Tag. Meine Eltern waren stolz wie selten zuvor und ich konnte die Tränen in den Augen meiner Mutter sehen, als ich dort oben stand und zu reden begann. Aber dies war auch der Tag, der entschieden hatte, dass ich nicht mehr in so einer Gesellschaft leben wollte. Dass ich fliehen musste. Dass ich das nicht mehr aushalten konnte und wollte.
Es begann gegen 19 Uhr, als unser Abschlussball begann. Ich hatte ein wunderschönes Kleid an, dass ich mir extra für diesen Anlass hatte schneidern lassen. Pünktlich kam ich am vereinbarten Treffpunkt an und wartete, bis wir eintreten durften. Es war ein seltsames Gefühl, ein letztes Mal dorthin zu gehen und die Klassenkameraden zu sehen. Natürlich versprach man sich untereinander noch Kontakt zu halten, aber seien wir ehrlich, wie wahrscheinlich war das? Jedenfalls begaben wir uns alle auf unsere Plätze und ich setzte mich, meinen Blick dann aus dem Fenster wendend und die Köpfe aller anderen beobachtend, die sich auf den Weg hier hinein begaben. Dabei versank ich wieder in Gedanken und versuchte mir vorzustellen, wie es weitergehen würde. Zumindest versinke ich so lange in Gedanken, bis plötzlich die tiefe, basslastige Stimme meines Lehrers ertönt, der um unsere Aufmerksamkeit bittet, die er bekommt.
Er beginnt zu reden und seine angenehme Stimme erfüllt den Raum. Er ist einer der Männer, bei denen man einfach nur zuhört, um seine Stimme zu hören. Es geht weniger darum, was er sagt als das, wie er es sagt. Ich lehnte mich zurück und schloss meine Augen, mich von den Worten berieseln lassend. Irgendwann kam auch er zu einem Ende und ich öffnete meine Augen. Jetzt ist mein Auftritt, also ziehe ich das Kleid zurecht, atme tief durch und trete langsam auf das Podest.
"Wenn ich eines gelernt habe in meiner gesamten Schullaufbahn hier, dann ist es das, dass nichts so sehr zusammenschweißt wie Lehrer. Wir hassen sie, einige wenige tolerieren wir und noch weniger mögen wir. Aber wir sind doch alle nur Menschen und das vereint uns. Die Tatsache, dass wir an sich gesehen genau gleich sind. Wir wirken zwar unterschiedlich, weil ich zum Beispiel erst die Schule beendet habe und die Lehrer bereits ihr Studium hinter sich gebracht haben. Aber das ändert nichts daran, dass ich das gleiche menschliche Wesen bin wie sie alle."
Eigentlich sollte ich weiterreden, aber da unterbricht mich ein Klassenkamerad. "Nun ja. Aber du bist zum Beispiel viel hübscher als Miss Park."
Dieser Satz hat eigentlich alles ausgelöst. Miss Park war eine junge, schöne Frau. Nur war sie eben schwanger und da verändert sich der Körper einer Frau eben. Diese lief auch sofort hochrot an und ich verkrampfte mich, einige Male ein und aus atmend. Meine Lehrer, meine Eltern, alle Augen sind auf mich gerichtet, da sie nicht wissen, wie ich reagieren werde. Ich stelle das Mikrofon jedoch nur aus, greife mir meine Papiere und lege diese auf meinem Platz ab. Dann gehe ich auf ihn zu und klatsche ihm eine. Sein Gesicht schnellt herum und die gesamte Menge zuckt zusammen. Das ist das erste Mal gewesen, dass ich handgreiflich geworden bin in 18 Jahren. "Achte lieber auf deinen Mund.", wisperte ich ihm ins Ohr und strich über seine Wange, ehe ich ging.
Natürlich folgten mir meine Eltern sofort, doch ich blockte jedes Gespräch ab. Ich konnte nichtsdestotrotz ein kleines bisschen Stolz in den Augen meines Vaters erkennen, während wir uns zum Wagen begaben. Die ganze Heimfahrt über lehne ich meinen Kopf an das Glas und sehe hinaus. Innerlich beginnt nach und nach Hass für die menschliche Rasse, wie sie jetzt ist, aufzukeimen. Ich ekele mich davor, dazu zu gehören und beiße mir auf die Unterlippe. Irgendwann geht mein Handy an, mein bester Freund schreibt mir. Wir senden uns einige Nachrichten, ich erzähle ihm auch von meinem Hass, als er mir plötzlich schreibt "Willst du weg von hier?" Ich denke keine Minute nach, sondern bestätige es ihm direkt. "Gut. Dann komm morgen um 12 Uhr zum Rathaus."
Einerseits weiß ich nicht, was ich erwarten soll, andererseits will ich am liebsten wirklich nur noch weg von hier. Also entschließe ich mich, am folgenden Tag dorthin zu gehen und zu sehen, was mein bester Freund für mich bereit hält. Denn egal was es ist, wenn es mich nur von alledem hier befreit, dann will ich es annehmen.
Hey zusammen~
Dies ist nicht meine erste Geschichte, aber meine erste auf diesem Account. Außerdem meine erste in diese Richtung, also ja. Erwartet nicht zu viel von mir bitte. Es wird nicht nur Sci-Fi, sondern auch gesellschaftskritisch. Ich habe nichts gegen Kritik, sei es wegen meinem Text oder meiner Ansichten.
Vielleicht werden die Kapitel kürzer, vielleicht länger. Wir werden sehen.
Ich danke euch trotzdem. Und wünsche euch viel Spaß bei der Reise mit Kei und Changmin.