Es war an einem hektischen Nachmittag, als sie sich das erste Mal begegneten. Gestresst von der Büroarbeit, nahm sich die junge Frau im roten Kleid eine Pause und ging die Straße entlang, ihr Lieblingscafé im Blick. Als sie schon fast da war, kam eine Person um die Ecke angelaufen und überrumpelte sie. Sie verlor die Balance und schwankte, doch bevor sie hinfallen konnte, hielt sie jemand an beiden Armen fest. "Oh non, non! Ist alles in Ordnung? Ich 'atte es eilig und 'atte Sie übersehen." Der Mann blickte kurz in ihr Gesicht und zurück auf seine Hände, die sie noch immer festhielten. Es bildete sich eine kleine, rötliche Färbung auf seinen Wangen. Er löste seinen Griff und schaute ihr in die Augen. Sie hielten den Augenkontakt, bis sie jedoch die Blicke der anderen Passanten bemerkten. Verlegen fragte er sie: "Ehm, könnte ich Sie, nun ja als Entschuldigung, sie wissen schon ein..." Sie unterbrach den Mann: "Möchten Sie mir als Wiedergutmachung ein Café spendieren?" Überrascht über die selbstsichere Antwort der kleinen, zierlichen Frau in Rot, antwortete er mit einem nicken und einem strahlendem Lächeln, alle Pläne vergessen. Sie, selbstbewusst wie sie ist, übernahm die Zügel und ging auf ihr ursprüngliches Ziel zu, während er ihr fasziniert hinterher ging. Die Tür zum Café hielt er ihr auf, wie man es als Gentleman nun so tat. Sie lächelte ihn an und ging auf einen unbesetzten Tisch zu und setzte sich. Sie schaute sich in den ihr bekannten Raum um. Die rote Wand mit den kleinen Punkten darauf, die altmodischen Möbeln und das Sonnenlicht, das durch die Schaugläser schien, erweckte in ihr ein Empfinden von Ruhe und Geborgenheit. Es erinnerte sie an die vielen Nachmittage Zuhause mit ihrer Mutter, noch bevor sie an Lungenkrebs gestorben ist. Ein Husten brachte sie wieder in die Realität zurück. "Was wollen sie 'aben?", fragte er sie. "Ich nehme ein Affogato", erwiderte sie darauf. Auf seinen fragenden Blick, sagte sie dann: "Das ist ein Espresso mit Vanilleeis und Sahne." Er ging dann und bestellte sich zwei Affogatos. Während er auf die Getränke wartete, hatte sie die Gelegenheit, um ihn sich noch genauer anzuschauen. Alles worauf sie sich vorher konzentriert hatte, waren seine smaragdgrünen Augen. Sie schaute sich erstmal seinen Kleidungsstil an. Nicht schlecht, dachte sie. Ihr Blick wanderte von den Schuhen, über die Jeans, hinauf zum weißen, enganliegenden T-Shirt, das seine gut trainierten Muskeln betonte. Seine Haare waren haselnussbraun und voluminös, wie sie auf den Shampoos immer sind. Ihr Blick wanderte auf seinen Mund. Seine Lippen sahen weich und einladend aus, perfekt zum küssen. Er hatte sehr markante Gesichtszüge, die ihn überaus attraktiv machten. Als sie dann noch höher schaute sah sie wie er sie beobachtete. Hat er ihr Starren bemerkt? Oh hoffentlich nicht, dachte sie. Sie entwendete ihren Blick und bemerkte, wie alle Frauen ihn anstarrten. Hatte sie denn auch so geschaut wie sie? Sie schaute wieder in seine Richtung, nur um zu bemerken, dass er sie noch immer im Blick hatte. Eine Minute später saß er mit ihr an dem kleinen Tisch und trank sein Getränk. "Also, mein Name lautet Guillaume. Es tut mir leid, dass ich sie angerempelt 'abe", fing er das Gespräch an. "Yvette, und es ist nicht der Rede wert. Es ist ja nichts passiert", antwortete sie darauf. Er stimmte dem nicht zu: "Es ist sehr wohl etwas passiert. Ich 'abe nun die Gelegenheit mit einer solch schönen Frau, wie sie es sind, zu sprechen." Verlegen schaute sie weg. Sie redeten noch 20 Minuten weiter, mussten sich dann aber verabschieden, denn ihre Pause würde bald vorbei sein. Doch bevor sie ging verabredeten sie sich wieder und beim nächsten Mal dann wieder.
Jedes Treffen war voll mit Gelächter und unsinnigen Gesprächen, sowie interessante Informationen über den anderen. Sie trafen sich beim Eiffelturm, in einem Restaurant oder in gewöhnlichen Parks. Schon bald waren sie offiziell ein Paar und unternahmen noch mehr als zuvor. Nach acht Monaten beschlossen sie sich zusammenzuziehen und keine sechs Monate später bat er sie, ihn zu heiraten. Sie sagte sofort ja und am Abend feierten sie es mit einer Flasche Champagner. Die Hochzeit verlief hervorragend, die Familie und alle Freunde feierten herzlich mit ihnen, bis es vier Uhr in der früh war. Sie trug ein wunderschönes, weißes Meerjungfrauen-Brautkleid, das obenrum enganliegend war, doch nach unten immer weiter wurde. Es war unten mit vielen Steinen geschmückt, das dem Ganzen sein bestimmtes Etwas gab. Die Flitterwochen verbrachten sie auf dem Land, abgeschieden von allem, nur für sich allein. Die Tage kamen und gingen, doch die Liebe blieb und wuchs mit jedem Moment, das sie miteinander verbrachten. Nach einem Jahr beschlossen sie, nach England zu reisen. Im Hotel angekommen schmissen sie sich ins Bett. Die Reise war anstrengender als gedacht und vor allem länger als ursprünglich geplant. Nachdem ihr Flugzeug eine Stunde Verspätung hatte, verfuhr sich ihr Taxifahrer auch noch. Nun war es bereits 12 Uhr Nachts. Am nächsten Tag, nachdem sie aufgewacht waren, machten sie sich los, um sich die Gegend etwas genauer anzuschauen. Sie gingen an einem Spielplatz vorbei, wo die Kinder tobten und die Mütter über Tratsch redeten. Der Tag ging schnell vorbei und am Abend, als sie im Bett lagen, sagte sie ihrem Mann: "Ich will ein Kind 'aben." Er drehte sich zu ihr und musterte sie. Ihre Miene war ernst und es drückte eine bestimmte Erwartung aus. Er grinste sie an und gab ihr einen Kuss: "Gegen ein kleines DU 'abe ich absolut nichts."
Am darauffolgenden Tag gingen sie Hand in Hand die Straße entlang. Beide waren glücklicher als je zuvor. Dann entdeckte er ein Restaurant, dessen Name "Double Meat" ihn neugierig machte. Er wollte die Straße überqueren, sie jedoch wollte weitergehen. Seine Neugier gewann und er ließ ihre Hand los: "Ich möchte nur wissen, was sie da anzubieten 'aben. 'ab dich lieb!" Sie lächelte ihm hinterher, amüsiert von seiner kindlichen Art. Doch plötzlich ist da ein Auto und noch bevor sie etwas sagen konnte, war es zu spät. Er wurde überfahren und sie hatte es mit angesehen. Sie konnte sich nicht bewegen, wie erstarrt stand sie da. Non, non, non, non, non, dachte sie. Sie begann langsam ihre Glieder zu bewegen. Erst als die Polizei und der Krankenwagen da waren, wurde ihr bewusst was da gerade wirklich geschehen war. Sie rannte los und schrie wild um sich: "Guillaume! Guillaume! Guillaume!" Doch es war zwecklos, er antwortete ihr nicht. Er wurde ins Krankenhaus gebracht und während die Ärzte versuchten sein Leben zu retten, saß sie vor dem Operationssaal und wartete. Nachdem die Ärzte das Zimmer verließen, wurde ihr mitgeteilt, dass er es nicht geschafft hatte. Sie brach zusammen und weinte und weinte, bis ihr Körper keine Tränen mehr produzieren konnte. Die Beerdigung war in Paris; es war grausam und unerträglich für sie gewesen. Schon bald zieht sie nach England um, um nochmal von neu zu starten. In ihrer Heimat waren zu viele Erinnerungen. Ihr Mann wollte schon immer nach England ziehen und da er es nicht mehr konnte, tat sie es. Sie lebte dort in schlechten Verhältnissen. Ihre Wohnung war klein und schmächtig. Sie teilte sie mit Ratten, die alle ihre Möbel ruiniert hatten. Ihr Herz ist voller Kummer und Trauer und vor der Außenwelt verschlossen. Ein Jahr nach seinem Tod kam der Fahrer des Wagens. Was wollte er hier? Er wollte mit ihr sprechen, sich entschuldigen, und schlussendlich beichtete er ihr, wie schuldig er sich fühlte. Sie entließ ihm seiner Schuld, denn sie wusste es war nicht seine Schuld gewesen. Dies reichte ihm aber nicht. Er erzählte ihr von seiner Frau, wie sie ähnliches erlebt hatte. Schon bald traf sie diese. Sie wurden schnell Freundinnen und später zu besten Freundinnen. Sie half ihr mit der Trauer umzugehen und langsam wurde sie wieder zur alten, selbstbewussten Yvette, die sie zuvor war. Nur war sie jetzt stärker.
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Englischer Harem
Cerita PendekDie Vorgeschichte zu Yvette Sahar Nicht bearbeitet. Könnte ich jedoch machen auf Anfrage.
