Immer wieder stellt man sich die Frage was man denn schon in seinem Leben erreicht hatte. Ich weiß selbst nicht was ich von meinem Leben halten soll. Natürlich hatte ich es mir nicht ausgesucht so zu leben und bin aber auch nicht unglücklich aber manchmal wünschte ich mir schon ein wenig Sicherheit. Immer auf zu passen wer in seiner Umgebung ist. Man kann ziemlich paranoid werden. Mein Vater selbst hat mich in das Familiengeschäft eingeweiht. Ich habe nicht viele Freunde. Ich war eine Einzelgängerin. Viele meiner Schüler mieden mich, weil ich doch noch nach so vielen Jahren die Unbekannte blieb. Doch mit der mich ewig begleitenden Gefahr in meinem Leben, brachte Ich die wenigen Freunde in ihren sicheren Tod. Auch mein Bruder war nie sicher. Das einzige was mich immer wieder verfolgte war die Angst ihn zu verlieren. Auch wenn ich noch ziemlich jung bin, ist mein Leben schon voraus bestimmt worden.
"Mio angelo wo bist du schon wieder mit deinen Gedanken!" Gerade saß ich mit meinen Eltern am Esstisch und es schien so als hätte mich mein Vater etwas gefragt. "Tut mir leid Papá." Er war ein sehr einflussreicher Geschäftsmann. Firmen und Angestellte fast auf der ganzen Welt verteilt und ich mitten drinnen. "Ich habe bloß über Serras Worte nach gedacht. Was wäre passiert hätten wir ihn am Leben gelassen?" Fragte ich und schaute mit leerem Blick in die Ferne. "Dolcezza, mach dir darüber keine Sorgen mehr. Wie du schon sagtest, er ist nicht mehr am Leben." Ich nickte einfach nur. Kurz darauf Entschuldigte ich mich und ging in mein Zimmer.
"Tini wir müssen zur Schule." Schrie mein Bruder von unten. Murrend stand ich also auf und zog mich an. Auch wenn er nur zwei Jahre jünger war als Ich, konnte er nerven wie ein fünf Jähriger. Ich schminkte mich noch kurz und verließ nach kurzer Zeit mein Zimmer.
Mit einem kurzen "Ciao." An unsere Mutter verließen wir auch schon das Apartment und fuhren mit dem Aufzug in die Tiefgarage. "Valentina?" "Hmmm?" "Ich ... Ich wollte dich fragen..." Nervös zupfte Leone an seinem Pulli und schaute auf den Boden, so wie er es immer machte. "Was wolltest du mich fragen?" Meine Stimme klang kalt und distanziert wie immer. "Hast du ihn umgebracht?" Fragte er und ich spürte seinen brennenden Blick, welcher auf mir ruhte. Ich wollte meinen Bruder so gut wie möglich aus unsere Geschäften raus halten. Zumindest bis er alt genug ist. "Du solltest nicht so viele Fragen stellen ragazzino." Sagte ich und verließ den Fahrstuhl. Schnell suchte ich ein Auto aus und packte meine Sachen in den Kofferraum. Mein Bruder setzte sich auf den Beifahrersitz. Das Tor der Garage ging auf und der Motor des Ford Mustang V8 5.0 heulte unter uns auf.
An der Schule angekommen verzog sich mein Bruder zu seinen Freunden. Ich selbst steuerte eine kleine Gruppe in der Nähe der Tischtennisplatten an. "Tina." Umarmte mich Fiona stürmisch und auch die anderen Begrüßte ich. Unsere Gruppe war nicht besonders Groß aber dafür ziemlich beliebt und gefürchtet. So wie über alle Gruppen gingen Gerüchte um. Wenn irgendetwas passierte oder einer der Jungs wieder mal mit einer aufgeplatzten Lippe und blauem Auge in die Schule kam, waren wir Gesprächsthema Nummer eins. Die einzige Gruppe die neben uns genau so viel Aufmerksamkeit bekam, war die von Damiano. Wir hassten uns und führten untereinander einen kleinen Krieg. Warum wir uns hassten wusste keiner, nicht einmal wir selbst. Es war so als ob uns etwas an dem anderen störte ohne es genau zu wissen.
Die Schule war fast vorbei als ich plötzlich einen Anruf bekam. "Valentina wir haben ein Problem." Tönte es aus meinem Handy und sofort klingelten meine Arlarmglocken. "Antonio du sagst mir jetzt wo du bist." "Upper Eastside 79th." "Okay egal was du tust fahr nicht ins Lager!" Angespannt und wütend stürmte ich zu meinem Auto. Zu meiner Überraschung lief mir Cole hinterher und setzte sich zu mir. "Wer macht Stress?" "Das weiß ich noch nicht aber wir werden es bald herausfinden."
Nicht lange und wir fanden unseren Van und die zwei Verfolger. In der Zwischenzeit hatten wir auch schon Verstärkung gerufen. Und fuhren jetzt zu dritt durch die Bronx und versuchten unsere Verfolger zu verlieren. "Tina es bringt nichts." "Dann mach dein Fenster auf. Im Handschuhfach liegt meine Waffe. Versuch die Reifen zu treffen, wir wollen sie noch nicht umbringen." Starr sah ich auf die Straße und versuchte so gut wie möglich dem Gegenverkehr auszuweichen. Ich gab ein Zeichen zu den anderen und wir trennten uns. "Cole mach endlich!" Meine Körperhaltung wurde immer angespannter und immer stärker drückte ich das Gaspedal durch. Ein Ohrenbetäubender Knall durchzog die Straßen. Nun hatten auch unsere Verfolger angefangen zu schießen. Der Kugelaustausch hielt nicht lange und ich sah im Rückspiegel wie der Wagen rauchend und mit kaputten Reifen auf der Straße stand. "Gut gemacht."
Trotz der gut gelaufenen Verfolgungsjagd war ich mehr als sauer. Gemeinsam mit Cole machte ich mich auf den Weg zur Lagerhalle. Mit einem kräftigen Stoß machte ich die Tür auf. "Wo ist er?" Zischte ich und jeder unserer Arbeiter schreckte zurück. "Er ist im Keller." Sagte mein Cousin mit ruhiger Stimme. Ich betrat also den Keller und schaute zu der Person, welche gefesselt auf dem Stuhl saß. Ein diabolisches Grinsen zog sich über meine Lippen. "Schön dich wieder zu sehen Martinez." Grinste er schmierig. "So wie ich sehe haben meine Männer ganze Arbeit geleistet. Von deinen Zähnen ist ja nicht mehr viel übrig." Sagte ich kalt und lief etwas im Raum auf und ab. Er sah wirklich nicht gut aus, ein Großteil seiner Zähne fehlte, Blut getroknetes Blut klebte an seiner Stirn und hin und wieder spukte er Bult auf den Boden. "Wegen dir Sitz ich doch hier du kleine Hurentochter." Spukte er mir zu. "Ah ah ah. Du hast wohl vergessen wer am Längerem Hebel sitzt, Conte." Verschmitzt grinste ich ihn an. "Jetzt habe ich nur noch eine Frage an dich." Ich machte eine kurze Pause und musterte ihn noch ein mal. Eine einzelne Schweißperle lief an seiner Stirn runter direkt zu seinem Auge. "Wo ist das Lager von Sanchez und was will er?" "Als ob ich dir das verraten werde." Lachte er hämisch. Kurz darauf schrie er vor Schmerzen. "Du kleine Missgeburt. Das wirst du büßen!" "Das glaube ich eher weniger." Meinte ich und steckte meine Waffe weg. "Und jetzt sag mir wo er sich versteckt sonst ist dein anderes Knie auch noch drann!" Zischte ich bedrohlich und ich merkte wie sich meine Augen verengten. "Er hat sein Lager in Queens." "Mehr wollte ich gar nicht wissen. War doch gar nicht so schlimm." Meinte ich und ein leichtes Lächeln bildete sich auf seinem Schmerz verzerrtem Gesicht. "Aber jetzt brauch ich dich auch nicht mehr." Sagte ich kalt, richtete meine Waffe auf ihn und drückte ab.
Es war schon spät und so langsam fuhr ich nach Hause. Als ich in der Upper Eastside angekommen bin und auch in der richtigen Straße war, sah ich auch schon den Wolkenkratzte welchen wir besiedelten. Das Tor der Garage ging auf und ich fuhr langsam den Wagen hinein. "Danke das ich bei dir schlafen darf." Meinte Cole als ich den Motor ausmachte. "Kein Problem. Du gehörst ja schon irgendwie zur Familie." Das stimmte Cole und ich kannten uns schon seit unserer Geburt. Sein Vater war ein guter Freund von meinem. Vor 4 Jahren starb er in einem Bandenkrieg und meine Familie nahm Cole auf. Jetzt wohnte er alleine in einem kleinen Apartment in der Nähe der Brookly Bridge. Im Fahrstuhl wechselte keiner von uns ein Wort miteinander. Die Türen zum Penthouse gingen auf und wir standen nun im Flur. "Valentina da bist du end... Was ist den mit euch passiert?" Geschockt sah meine Mutter uns an. "Guten Abend Mrs. Martinez." Nuschelte Cole nervös und kratzte sich am Hinterkopf. "Wir sind da in etwas rein geraten." Meinte ich und gab ihr einen Kuss auf die Wange. "Zieht euch bitte um und macht mir keine Blutflecken auf die Möbel." Sagte sie in einem strengen Ton und verschwand auch schon wieder. "Tina, Cole. Papá möchte euch sprechen." Sagte Leone und versuchte uns nicht anzuschauen. "Danke kleiner." Gemeinsam gingen wir zum Arbeitszimmer meines Vaters. Ich klopfte und wir traten ein. "Du wolltest uns sprechen?" "Ich wollte fragen was denn genau passiert ist. Ich meine das ganze Blut an euren Klamotten kommt ja nicht von irgendwo her." Er blickte uns mit einem nicht deutbaren Blick an und wartete ungeduldig auf unsere Antwort. "Antonio wurde verfolgt und brauchte Hilfe." "Es waren die Männer von Sanchez. Sie versuchten unser Lager ausfindig zu machen." Beendete Cole meinen Satz. "Aja. Habt ihr es geschafft sie abzuhängen?" Wir bejahten diese Frage. "Was ist den mit dem stronzo Canto?" Spuckte er seinen Namen und man merkte wie angeekelt mein Vater von ihm ist. "Er sang wie ein kleiner Vogel." "Sanchez Lager ist in Queens nicht weit von Ridgewood." Meinte nun ich. "Gut. Jetzt ist er unbrauchbar.Kümmert euch um ihn." Sagte mein Vater kalt. "Das haben wir schon. Er liegt jetzt unter der Erde mit Säure bestreut so das in drei Tagen nichts mehr von ihm übrig ist." Sprach Cole ohne jegliche Emotion zu zeigen. Ich war immer wieder überrascht wie normal das für uns scheint. "Gute Arbeit ihr beiden. Ihr dürft gehen. Ich werde ein paar Männer in Queens platzieren und wir werden vorerst nichts weiter unternehmen. Greifen Sie uns nochmal an oder versuchen Es, jagen wir ihr Lager in die Luft." Mit diesen Worten meines Vaters verließen wir das Büro und machten uns auf in mein Zimmer. Schnell war jeder von uns geduscht und hatte frische Sachen an, bevor wir beide uns ins Bett legten und schliefen.
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Ghost
ChickLit"A rubare poco si va in galera, a rubare tanto si fa carriera." Vollkommene Kontrolle. Ein Gefühl das nicht jeder kennt. Doch auch mit Kontrolle kann man alles verlieren. Ein Leben lang in Angst und Gefahr zu leben, kann man so wenig kontrollieren...
