Ich hörte mal wieder dieses leise, nervige Summen, welches die Tür meines Raumes beim automatischen Öffnen von sich gibt. Jeden Tag um genau 10 Uhr hörte ich dieses verdammte Summen. Und das seit 13 Jahren. Doktor Frye kam durch diese Tür herein und öffnete die Glastür des riesigen Panzerglaswürfels, in dem ich eingeschlossen war und auf dessen Boden ich saß. Er fragte: "Und Antonia? Wie geht es dir heute?" Ich antwortete ihm: "Ganz oke." Ich wollte nicht mit ihm reden. Er ist ein kleiner Mann Mitte 50, der zwar mit seinen verwuschelten blonden Haaren und dem sonnengebräunten, faltigen Grinsen sehr freundlich wirkt, aber ich dennoch kein gutes Gefühl bei ihm habe. Vielleicht liegt das an den Experimenten. Er steckte seine Hände in die Taschen seines weißen, langen Mantels und erklärte mir: "Du musst jetzt mit mir mitkommen, wir haben heute wieder etwas mit dir vor. Und wir haben eine Überraschung für dich!" Ich schaute ihm in die blauen Augen und sagte nichts. Er hielt mir eine seiner Hände hin, um mir aufzuhelfen, doch ich rappelte mich alleine auf. Ich wusste, dass er Angst vor mir hatte, mich eigentlich nicht berühren wollte und mir die Hand aus reiner Höflichkeit entgegenstreckte. Ich wollte keine Hilfe von diesem Mann, nicht einmal beim Aufstehen. Er ging mit mir aus der Zelle in einen der vielen weißen Gänge der Psychiatrie. Wir gingen zu einem anderen Raum als sonst. Was hatte er vor? Ich stapfte ihm barfuß in meinem hellblauen Anzug hinterher und kam mir vor wie ein Häftling. Hellblau waren alle Anzüge der Personen in der paranormalen Abteilung. Jede Abteilung hatte ihre eigene Farbe, so dass man immer weiß wo jemand hingehört. Egal wo man hingeht, man muss immer damit rechnen, dass alle uns Hellblauen aus dem Weg gehen, weil sie nicht wissen was wir für übernatürliche Kräfte haben. Ich folgte ihm bis zu einer Doppeltür mit der Aufschrift "Forschungen". Er hielt mir die Tür auf und sagte: "Nach dir." Ich brachte ein leichtes Lächeln zu Stande, strich mir eine lange braune Locke aus dem Gesicht und trat in den Raum hinein. Doch was ich da drinnen sah, wollte ich nicht sehen.
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Anders
ParanormalTränen flossen mir die Wange herunter. Ich wurde von einigen Männern auf eine Trage gelegt und festgehalten, sodass ich mich nicht bewegen konnte. Sie trugen mich in ein riesiges Gebäude. Ich wusste nicht was mich erwarten würde. Die Schritte der Mä...
