'Aliah? Sag mal hörst du mir überhaupt zu? Hallo?'
Erst jetzt merkte ich, dass Scarlett schon seit einiger Zeit auf meine Antwort wartete. Ich hatte keine Ahnung, was sie gerade gesagt hatte.
'Was? Äh... ja?' murmelte ich abwesend.
Manchmal kann man ihr einfach nicht zuhören. Denn wenn sie einmal im Redefluss ist, kann sie nichts mehr stoppen. Dann klappert sie innerhalb weniger Minuten dutzende Themen ab, wobei man selbst einfach nicht mehr mitkommt. Dazu kommt noch, dass das meiste Zeug davon ziemlich oberflächlich ist. Aber auch, wenn dies der Fall war, sie war meine beste Freundin und ich mochte sie trotzdem.
'Hör mir doch verdammt nochmal zu! Ich sagte gerade, dass wir unbedingt deine Geburtstagsparty nächste Woche planen müssen. Die muss einfach fantastisch werden. Mach eine Gästeliste, aber lad nicht einfach jeden Loser ein. Du musst einfach begreifen, dass die nicht in unserer Liga spielen.'
Oh man, die war vielleicht aufgeregt. Man hätte fast denken können sie würde nächste Woche 18 werden und nicht ich. Ich könnte auch gut auf diese Party verzichten. Ich mochte meinen Geburtstag noch nie.
'Weißt du Scar...ich weiß nicht so recht. Ich will eigentlich gar keine Party. Du weißt doch, dass ich meinen Geburtstag nicht mag.'
'Nein nein nein! Aliah, das kannst du nicht ernst meinen! Du wirst doch schließlich nur ein mal 18. Du bist so verdammt gut in der Schule, strengst dich immer an, um gute Noten zu schreiben...du brauchst diese Party. Du musst mal etwas abschalten.'
In ihren Augen war deutlich zu lesen, was sie eigentlich meinte. Denn nicht ich war diejenige, die diese Party brauchte, sondern sie. Wie immer dachte sie zuerst an sich.
'Scarlett, ehrlich ich will wirklich keine Party'
Schon änderte sich ihr Gesichtsausdruck. Vor total aufgeregt und überdreht zu beleidigt und schmollend. Ich hasste es, wenn sie das tat. Sie wusste, dass ich wie immer nachgeben würde, denn es blitzte plötzlich sowas wie Triumph in ihren Augen auf. Sie kannte mich nun mal schon seit der vierten Klasse und wusste, wie sie bekommen konnte, was sie wollte.
'Okay abgemacht. Ich werde alles organisieren. Lass mich nur machen' sagte sie ohne, dass ich meine Zustimmung hätte geben können.
'Aber nichts allzu Großes, klar?'
Sie schaute mich unschuldig an.
'Ja gut, wie du meinst.' Dann änderte sich ihre Unschuldsmiene zu einem schiefen Grinsen.
'Scar, ich meine es todernst! Nichts Großes!'
'Ja, schon verstanden.'
Dabei beließ ich es, auch wenn ich so meine Zweifel daran hatte, dass sie sich wirklich an meine Anweisungen hielt. Ich hatte keine Zeit noch länger mit ihr zu diskutieren. Ich musste wieder in den Unterricht. Auf dem Weg dachte ich über Scarletts Worte nach. Du wirst nur einmal 18. Sie hatte schon recht. Auf dieser Welt gibt es so viele Kinder, die dieses Alter erst gar nicht erreichen..die viel zu früh sterben müssen. Aber das änderte auch nichts daran, dass ich meinen Geburtstag hasste. Ich hasste es, jedes Jahr aufs Neue daran erinnert zu werden, dass jemand fehlt. Mein Vater. Seine einzige Tochter wird ein Jahr älter und er hält es nicht einmal für nötig sich zumelden. Kein Anruf, keine Karte, nicht mal eine SMS. Ist das denn wirklich zu viel verlangt? Immerhin hat er meine Mom und mich schon vor langer Zeit verlassen. Ich hatte versucht Kontakt zu ihm aufzunehmen, doch davon wollte er nichts wissen. Klar kann man auf so einen Vater gut verzichten, aber es wäre trotzdem schön zu wissen, ob er wenigstens an meinem Geburtstag an mich denkt.
Aber das war nicht der einzige Grund. Jedes Jahr musste ich das einsame Gesicht meiner Mutter sehen. Der Schmerz in ihrem Blick ist fast schon unerträglich. Ich weiß, dass sie ihn nie überwunden hat und noch immer an ihn denkt. Sie hatte ihn wirklich geliebt und tut es wahrscheinlich noch immer.
Als sie noch jünger war, hatte sie mit meinen Großeltern auf dem Land gelebt. Doch das reichte ihr nicht. Sie wollte mehr. Sie wollte etwas aus ihrem Leben machen. Deshalb zog sie gegen den Willen meiner Großeltern nach L.A. Um sich dort ein besseres Leben aufzubauen. Doch dann lernte sie meinen Vater kennen. Sie verliebte sich sofort in ihn und wurde schwanger. Sie wollte eine Familie mit ihm, doch seine Pläne sahen etwas anders aus. Er hatte kein Kind in seiner Zukunft vorgesehen. Er wollte nie Kinder haben, nicht mal heute. Er verließ sie, gab ihr genug Geld dafür, dass er sich nicht um mich kümmern oder Teil meines Lebens sein musste und verschwand. Danach hatte sie nie wieder etwas von ihm gehört.
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So, das war das erste Kapitel. Ich versuche ohne Fehler zu schreiben, wenn sich doch mal einer finden lässt, dann tut's mir leid (:
Das Bild zeigt Aliah
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Depressed - Wie ein Tag alles verändert
Teen FictionWas machst du, wenn ein einziger Tag dir den Boden unter den Füßen wegreißt? Wenn nach wenigen Stunden nichts mehr so sein wird, wie es Mal war? Aliah führt ein normales Leben in der Großstadt. Sie ist beliebt, schreibt nur gute Noten, ist mit dem h...
