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"Sie waren also mal bei der CIA?"
Mr. Coulston lehnt sich in seinem großen, grauen Ledersessel zurück.
"Ja.", antworte ich und versuche, seine Machtdemonstration zu übertrumpfen, indem ich es ihm nachtue und mich in dem kleinen Holzstuhl, dem ganz offensichtlich eine gute Polsterung fehlt, zurücklehne und mein rechtes Bein senkrecht über das in einem 90 Grad-Winkel stehende linke Bein lege.
Erst jetzt fällt mir der Dreck an meinen Schuhen auf.
Mr. Coulston lächelt mich an und holt eine Akte der "House-Sitting Company NY" hervor. Als er sie aufschlägt, erkenne ich ein altes Foto von mir und einen langen Text, der sich darunter befindet.
Einige Zeilen sind mit einem grünen Marker markiert worden, einige andere mit einem roten. Ich denke mir meinen Teil.
"Ist lange her, was?", sagt Coulston überraschend, während er einen Kugelschreiber aus seinem überteuerten Anzug holt.
"Na ja, wenn 5 Jahre für Sie lang sind, dann ja."
Ich sehe ihm tief im die Augen, hoffend, dass ich irgendwie die Oberhand gewinnen kann. Vergeblich.
Mein Gegenüber lächelt mir ein weiteres Mal blöd zu. Ich mag ihn jetzt schon nicht.
"Hier steht, dass Sie mal ein Alkoholproblem hatten."
Natürlich. Die schlechten Sachen immer zuerst.
Blöder Schnösel!
"Das ist lange her.", sage ich und strenge mich an, einigermaßen seriös rüber zu kommen.
"Wie lange genau?"
Er mustert mich dringlich und sieht mir dann mehr oder weniger streng ins Gesicht.
"Lange genug.", sage ich und erhebe mich von dem mehr als umgemütlichen Sitzmöbel.
Coulston sieht mich verwirrt an, als ich, der 1,92 große Ex-Special Agent, vor ihm stehe und auf ihn herunter Blicke. Jetzt habe ich doch die Oberhand gewonnen.
"Tut mir leid, dass ich Ihre Zeit verschwendet habe, Mr. Coulston ", beginne ich zu sprechen, während ich mir meine schwarze Lederjacke zurechtrücke.
"Aber ich kann mir derartige Andeutungen nicht leisten, schönen Tag noch."
Ich lasse den vollkommen überrascht drein blickenden arroganten Schnösel, der irgendetwas faselt wie "jetzt warten Sie mal" oder "so meinte ich das doch gar nicht", unbeachtet hinter mir und verlasse das vollkommen in Weiß gestrichene Büro.
Als ich die Treppe runter gehe, höre ich plötzlich eine Frauenstimme und höre das Geräusch einer sich schließenden Tür.
Dann höre ich hektische Schritte aus dem Obergeschoss.
Mrs. Coulston, die mir durch Zufall auf dem Weg zur Haustür begegnet, lächelt mir kurz zu.
Als sie merkt, dass ich alles andere als glücklich über eine neue Stelle als Haushüter bin, wirft sie mir entgegen:
"Mr. Back, wollen Sie schon gehen?"
Ich öffne die Tür und drehe mich zu ihr um.
"Es tut mir leid, Mrs. Coulston, aber ihr Mann hat ein Problem mit Alkoholproblemen."
Alles, was ich dann noch höre, ist die aufgebrachte Stimme einer Frau, die mit ihrem Mann streitet.
Diese Erfahrung habe ich jahrelang geteilt.
Bis ich vor 5 Jahren von L.A. Nach New York gezogen bin, um ein neues Leben anzufangen. Nicht gerade leicht für jemanden, der mal ein Alkoholproblem hatte. Ich betone das Wort hatte !
Das war wohl auch der Grund, weshalb meine Frau Sarah mit unseren 2 Söhnen nach Mallorca abgehauen ist.
An dem Tag, als sie ging, war alles, was ich von ihr erhielt, eine SMS, in der unter Anderem stand, dass sie es nicht mehr ertrage.
Natürlich! Dann macht man sich auch einfach so aus dem Staub!
Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden und, wie schon erwähnt, versucht, mir ein neues Leben aufzubauen.
Als beste Lösung erschien mir, einen Job als Haushüter von wohlhabenden Leuten anzunehmen, da sie immer gut bezahlt sind und man trotzdem nicht viel zu tun hat.
"Mr Back! Ich bitte Sie! Sie haben den Job, wenn Sie wollen." , kommt es aus dem Mund des wohlhabenden Bauwesen Schnösels, während er mir hektisch hinterher rennt.
"Mr Coulston, auf was genau beschränkt sich Ihre geschäftliche Aktivität?"
Mein Gegenüber sieht mir verwirrt entgegen. Offenbar habe ich ihn aus dem Konzept gebracht. 2:0 für mich.
"Ich...baue Häuser."
Ich sehe Coulston ernst in die Augen, während ich ein paar Schritte auf ihn zu gehe.
"Dann sind also die 20 Kisten voller Kokain in ihrem Keller Baumaterial? Wenn das so ist würde ich schleunigst zum Arzt gehen."

(Fortsetzung folgt)

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⏰ Last updated: Aug 17, 2016 ⏰

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