Kapitel 1

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Ich fühlte mich völlig Fehl am Platz und unsichtbar.
So wie immer.
Das ständige Gelächter ging mir langsam auf die Nerven, ich spürte den Druck des Kleides bei jeder Bewegung und meine Maske kratzte durchgehend.
Ich schlängelte mich geschickt durch die Massen an Schülern und versuchte nicht auf irgendeines der Kleider zu treten.
Stöhnend ließ ich mich auf meinen Stuhl fallen und stellte meinem Besten Freund und mir jeweils einen Teller vor die Nase.
"So einen beschissen, unnötigen und teuren Ball veranstalten und sich dann noch nicht einmal Kellner oder sowas leisten können.", grummelte ich vor mich hin und Ian lachte nur.
"Umso mehr ist es mir eine Ehre, dass du mich begleitest.",witzelte er herum.
Ich schaute ihn nur mit einem meiner besten dein-ernst-?-Blicken an und verdrehte die Augen.
"Sei still oder dein Essen landet anstatt in deinem Magen im Gesicht.", knurrte ich und er lachte nur noch mehr.
Ja sowas nannte man Beste Freunde.

Wahrscheinlich war das auch der Grund warum ich mitgekommen bin. Um mich auslachen zulassen.

Genervt beobachtete ich meine Mitschüler und stopfte das Essen in mich hinein.
Ein Gläserklirren ertönte und sofort verstummte es im ganzen Saal.
Geil, jetzt hält der alte Sack auch noch eine Rede.
Auf der kleinen Bühne stand anstatt der Band nun unser Schuldirektor und hielt ein Glas Sekt in die Höhe.
"Liebe Schüler und Schülerinnen, Kollegen und Kolleginnen, ich begrüße Sie zu unserem alljährlichen Maskenball. Ich freue mich sehr, dass Sie so zahlreich erschienen sind und sich hoffentlich amüsieren.
Ich möchte ein besonderes Lob an unsere Schul-Fußballmannschaft, die den Preis für die bundesweiten Schul-Meisterschaften gewonnen hat aussprechen, ebenso für Viktoria Reinhold, die unsere Schule für das Projekt 'Alternative für die Umwelt' vertreten hat."
Alle fingen an zu Klatschen und die Fußballmanschaft fing an zu grölen.
Der Schulleiter wartete nur darauf bis alle sich wieder beruhigt hatten und er seine unnötige und langweilige Rede fortführen konnte.
"Außerdem hat die Spendenaktion vom Anfang des Jahres insgesamt 45.360€ ergeben. 20% werden an den Förderverein der Schule gegeben, 40% an eine Organisation für behinderte Menschen und die restlichen 40% gehen an unsere Partnerschule in Afrika. Ich danke Ihnen vielmals für Ihr Engagement, sowohl für die Unterstützung und soziale Leistungsbereitschaft.
Genug geredet. Amüsieren Sie sich und genießen Sie den restlichen Abend."
Somit beendete er endlich seine Rede und tauschte seinen Platz mit der Band.
Diese spielte direkt den nächsten Song und die Schüler verteilten sich wieder.

"Da hinten steht Odelia.",informierte mich Ian.
"Mhm...",gab ich daraufhin nur von mir.
"Glaubst du, ich sollte sie ansprechen?", fragte er und wandte seinen Blick nicht mehr von ihr ab.
"Ja, aber das wirst du so oder so nicht tun. Wie sonst auch immer.", antwortete ich ihm.
"Letztens hat sie mich wegen Chemie angesprochen!", verkündete er.
"Oh, super. Konnte sie dich überhaupt verstehen?", zog ich ihn auf.
"Weißt du was? Ich werde sie jetzt ansprechen, um dir zu beweisen, dass ich auch ein vernünftiges Gespräch mit ihr führen kann!"
Er stand auf und ging zielstrebig auf Odelia zu.
Ich musste einfach Grinsen, als ich ihm hinterher sah.
Natürlich musste er darauf anspringen.
Und wie man sieht hat es super funktioniert.
Ian und Odelia unterhielten sich angeregt und lachten zwischendurch immer wieder.
Anscheinend brauchte er nur einen kleinen Anstupser.
Ich wandte mich von Ihnen ab und beobachtete wieder die anderen Schüler.

Schlagartig wurde mir wieder langweilig und meine Laune sank.
Nach einiger Zeit, die ich einfach nur mit rumsitzen verbracht hatte, stand ich auf und wollte mir erneut etwas zu Essen holen.
Super. Jetzt war ich nicht nur hier um mich auslachen zu lassen, nein, jetzt stopfte ich mich auch noch mit Essen voll, damit meine Laune nicht unter die Gürtellinie ging und ich etwas besseres zu tun hatte als nichts tun und rumsitzen.
Wer hat sich das überhaupt ausgedacht mit dem Ball? Vorallem mit Masken?! So klischeehaft und kitschig.
Wahrscheinlich machten sich auch noch irgendwelche Mädchen Hoffnung hierbei ihren Traumtypen kennen zu lernen und sie dann zusammen kommen, ohne sich überhaupt zu kennen oder zu erkennen.
In Gedanken gab ich mir gerade einen Facepalm dafür.
Ich stapfte in Gedanken weiter an der Tanzfläche vorbei, um an das Buffet zu kommen.
Schnell war mein Teller wieder gefüllt und ich ging zu meinem Platz zurück um das Essen förmlich zu verschlingen.
Das hatte ich jedoch auch schnell erledigt und nun saß ich wieder gelangweilt da.
Mit leerem Blick, starrte ich in der Gegend herum, bevor ich meinen Teller wieder wegräumte.
Wahrscheinlich würde ich mir später eh wieder was holen, aber im Moment hatte ich nichts besseres zu tun.
Als ich mich wieder an der Tanzfläche vorbei quetschte, stellte sich jedoch eine Person direkt vor mich.
Bevor ich es überhaupt realisiert hatte, knallte ich auch schon direkt in diese hinein.
"Oh tut mir leid. Alles okay bei dir?",fragte der mir Unbekannte mich und hielt mich an meinen Schultern fest.
"Jaja, alles okay.", nuschelte ich und wollte mich gerade an ihm vorbei quetschen, aber er hielt mich immernoch fest.
"Ähm... Das klingt wahrscheinlich komisch, aber würdest du mit mir tanzen?", fragte er mich und meine Gegenwehr stoppte.
Lauthals fing ich an zu Lachen.
"Oh nein. Tut mir leid, aber ich tanze nicht. Zumindestens nicht in Kleidern, mit einer Maske und vorallem nicht auf einem Ball mit fremden Typen. Und ja es klingt komisch.", verneinte ich und wollte gerade weitergehen, doch er ließ mich nicht los.
"Oh, habe ich das nicht vorher erwähnt? Ein Nein aktzeptiere ich nicht." Nun lachte er und zog mich einfach mit sich.
Ich versuchte mich weg zudrücken, mich aus seinem Griff zu befreien. Ich stemmte meine Füße in den Boden und drückte in die entgegengesetzte Richtung, doch meine ganze Kraft nützte nichts. Er war einfach zu stark.
Als er mich an sich zog und seine Hände auf meine Hüften legte, regte ich mich kein bisschen.
"Jetzt komm schon. Nur ein Tanz.", drängte er mich, doch er schmunzelte dabei.
"Oh nein. Vergiss es.", zischte ich ihn an.
"Komm schon. Willst du wieder zurück auf deinen Platz gehen und den ganzen Abend nichts tun? Ich habe dich schon eine ganze Weile dort sitzen sehen.", sagte er mit einem schelmischen Grinsen, doch mir bereitete das eher ein unwohles Gefühl im Magen.
Als ich keine weiteren Anstalten machte mich zu bewegen, hob er mich hoch, stellte mich auf seine Füße und legte meine Hände auf seine Schultern. Direkt danach quetschte er mich direkt an sich, damit ich meine Arme nicht mehr vor meine Brust verschränken konnte.
Das alles war mir unfassbar unangenehm. Einmal so eng bei ihm zu sein und einmal, dass ich auf seinen Füßen stand.
Ich drückte mich von ihm weg.
"Ist ja gut. Nur ein Tanz.", knurrte ich und er zog mich wieder etwas näher.
Ich konnte sein siegreiches Grinsen förmlich spüren.
Wir setzten uns in Bewegung und schwiegen uns an.

Wie Schatten so GrauStories to obsess over. Discover now