Tagtraum

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Ich liege im Bett und schrecke aus meinem Tagtraum hoch, als sich eine laute, schallende Stimme in meine Ohren bohrt. Es ist die Stimme meiner Mutter. Die Wände unseres Hauses sind sehr dünn, weshalb ich jedes einzelne Wort verstehen kann. Meine Mum diskutiert, lautstark, mit meinem Vater. Mein Vater diskutiert, lautstark, zurück. Ich widerstehe der Versuchung, meine Gedanken und Sinne auf andere Dinge zu fokussieren nicht und lausche dem, ohnehin immer lauter werdenden Gespräch. Meine Mutter kam heute spät von einer Veranstaltung nach Hause. Mein Dad musste auf die Kinder aufpassen. Ich lag im Bett, denn mir ging es nicht gut, dementsprechend konnte ich keinem der Beiden helfen. Ich hielt es für berechtigt, doch nun beginne ich, mich schuldig zu fühlen. Seufzend setze ich mich auf und erhebe mich aus dem Bett. Denn draußen kracht es gewaltig zwischen meinen Eltern. Die Wortfetzen fliegen hin und her. Hier und da auch mal eine unschöne Beleidigung. Dazu gehen meine Schwestern über Tische und Bänke und steigern den Lärmpegel erheblich. Ich schließe meine Augen für einen kurzen Augenblick und verlasse mein Zimmer. Denn draußen ist es still geworden. Totenstill. Ich gehe langsam durch das dunkle Haus und suche nach meinen Eltern und Geschwistern. Doch ich finde niemanden. Ich sehe auf den Kalender in der Wohnstube. Meine Familie ist seit zwei Tagen weg, sie kommen erst Freitag zurück. Ich lausche der Stille unseres Hauses und schließe erneut die Augen. Also war es wieder nur ein Albtraum. Eine Vision. Meine Vision. Ich sah mich noch einmal versichernd um. Hier ist niemand. Ich bin allein..

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